Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Authentizität, Brauchtum und breites Angebot

Ausgabe Nummer 35 (2017)

13. Ostschweizer Biomarkt in Weinfelden

Mittlerweile finden die Konsumenten auf dem Ostschweizer Biomarkt fast alles, was das Herz begehrt in Bioqualität.

Traditionell eröffneten die Berghofjodler mit ihren Senntumschellen den Biomarkt und erfreuten das Publikum, über den Tag verteilt, mit Naturjodel. Hochsommerliche Temperaturen sorgten zusätzlich für gute Stimmung und regen Festzeltbesuch. Stellvertretend für das OK-Team des Ostschweizer Biomarktes zog Jakob Rohrer, tätig als Lehrbegleitung/ Beratung Biolandbau am BBZ Arenenberg, eine positive Bilanz zum Markt 2017 vom vergangenen Samstag. Es beteiligten sich die Maximalanzahl von 62 Ausstellerständen, was erneut eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr bedeutet. «Bis vor wenigen Jahren war auf dem Biomarkt das Gemüseangebot eher untervertreten. Inzwischen haben wir einige Biobäuerinnen und -bauern, die mit einer reichhaltigen Gemüsepalette aufwarten. Dies ist ein Angebot, das an diesem Markt besonders geschätzt wird, welcher auch ein Begegnungstag zwischen Konsumenten und Produzenten ist», so Jakob Rohrer. Allenfalls bei den Milchprodukten, insbesondere für Weichkäsesorten, wären zusätzliche Angebote, respektive Aussteller in erwünscht. Der Ostschweizer Biomarkt widerspiegle die nach wie vor ungebrochene Nachfrage und das Interesse an Bioprodukten. 2017 gibt es wieder eine stattliche Anzahl Bio-Umstellungsbetriebe. Darunter seien Tierhaltungs- und Milchbetriebe, spezialisierte Obstbaubetriebe oder Ackerbaubetriebe. Jeweils bis Ende August haben Bio-Umstellerbetriebe Gelegenheit sich anzumelden. «Aufgrund der Anmeldungen ist die Bereitschaft neuer Milchbauern ersichtlich, auf Bio umzustellen. Dem gegenüber steht der Markt, der nicht noch grössere Mengen aufnehmen kann», so Jakob Rohrer.

Ehrlichkeit gegenüber den Konsumenten
Die Beratung für den Biolandbau sei im Thurgau auch personell gut aufgestellt: Für den Ackerbau gebe es, sowohl vom BBZ Arenenberg wie durch den Bio-Ackerbauring, regelmässig Weiterbildungsangebote für die Biobauern. Und der Bio-Obstbauring versuche ebenfalls, die Weiterbildung mit regelmässigen Anlässen voranzubringen. Für die Biomärkte gibt der Dachverband Bio Suisse jedes Jahr gesamtschweizerisch ein Sonderthema vor. In diesem Jahr lautet dieses «Mehr Bio – weniger Pestizide ».
Jakob Rohrer sagte, dass es dem OK-Team für den Ostschweizer Biomarkt wichtig ist, dass sich die Bioproduktion nicht auf Kosten der übrigen Landwirtschaft profiliert. «Mit dem Ziel, mehr Bio können wir uns einverstanden erklären. Wir wollen jedoch keinesfalls die IP-Produktion gegen Bio ausspielen. Somit plädieren wir für Ehrlichkeit gegenüber den Konsumenten und sagen: Es braucht Pflanzenschutz, um beispielsweise auch in witterungsbedingt schwierigen Jahren in einwandfreier Qualität und mit klassischen Sorten Früchte und Gemüse auf den Markt zu bringen.» Grundsätzlich seien die in der Werbung vermittelten Botschaften von den schönen Seiten der Lebensmittelproduktion unproblematisch. Ausser, wenn Falsches vermittelt wird: «Die weidenden Milchkühe mit Hörnern auf den Milchtüten widerspiegeln nur einen Teil des tatsächlichen Tierlebens. Aber es käme niemandem in den Sinn, ein Foto von Tieren im Laufstall auf der Milchpackung anzubringen. Und trotzdem ist diese Werbung legitim, weil der überwiegende Teil der Schweizer Kühe von Weidehaltung profitiert.»


Isabelle Schwander







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