Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Bäuerinnen gestelten die Zukunft - Freitagsclub mit Mona Vetsch

Ausgabe Nummer 44 (2014)

Die Kommission Frauen in der Landwirtschaft lädt am kommenden Freitag in Weinfelden zum Bäuerinnenforum mit Podiumsdiskussion und anschliessendem Apéro ein. Sie freut sich, dass sie die schweizweit bekannte Radio- und Fernsehfrau Mona Vetsch für die Moderation dieses Anlasses gewinnen konnte. Die gebürtige Thurgauer Bauerntochter wird an diesem Abend vier Thurgauer Bäuerinnen in unterschiedlichen politischen Ämtern zu ihren Beweggründen für ihr Engagement für die Allgemeinheit befragen.

Über Langeweile und Arbeitsmangel in Heim und Hof können sich die vier Thurgauer Bäuerinnen Liselotte Peter, Brigitte Schönholzer, Christa Ackermann und Maja Grunder wahrlich nicht beklagen. Dennoch stellen sie einen Teil ihrer eh schon knapp bemessenen Freizeit der Öffentlichkeit zur Verfügung. Was ist ihre Motivation?

Geschichtlich und politisch interessiertes Elternhaus
Dass am Familientisch immer wieder über politische Vorgänge und geschichtliche Ereignisse diskutiert worden sei, habe sie motiviert, in die Politik einzusteigen, berichtet Liselotte Peter-Huber aus Kefikon. Die ausgebildete Primarlehrerin und Bäuerin führt mit ihrem Mann Ernst einen Landwirtschafsbetrieb und bäuerlichen Grosshaushalt. Die Dreiundfünfzigjährige ist Mutter von vier erwachsenen Kindern und sammelte bereits als Dreissigjährige als Mitglied einer Partei erste politische Erfahrungen. Anschliessend wurde sie in den Gemeinderat und kurz darauf auch in den Kantonsrat gewählt, dem sie zwölf Jahre angehörte. Heute ist sie sowohl im Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband als auch im Schweizer Bauernverband Vorstandsmitglied, neben zahlreichen weiteren Engagements als Stiftungsrätin, Richterin oder Präsidentin. In ihren Augen ist der Erfolg des Landwirtschaftsbetriebes meist nur durch eine gute Teamleistung des Betriebsleiterpaars möglich. Deshalb möchte sie die politische Entscheidfindung nicht den Männern allein überlassen und sowohl an der Grundlagenarbeit wie auch Interessenvertretung beteiligt sein.

Mitgestalten und mitbestimmen können
Als persönliche Herausforderung und Bereicherung bezeichnet Brigitte Schönholzer aus Sulgen das Mitgestalten und Mitbestimmen können. Die diplomierte Hauspflegerin und Bäuerin ist mit ihrem Mann Albert Teil einer landwirtschaftlichen Generationengemeinschaft. Die Vierundfünfzigjährige ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und sammelte in verschiedenen Funktionen politische Erfahrungen: als Vorstandsmitglied, Parteipräsidentin, Mitglied der Schulbehörde und des Gemeinderates. Seit zehn Jahren sitzt sie im Kantonsrat. Das grosse Netzwerk, über das sie heute verfügt, ist Lohn für ihr vielschichtiges Engagement in den letzten dreissig Jahren. Geschmälert wird dieser höchstens durch das Kollegialitätsprinzip: es ist nicht einfach, den Mehrheitsentscheid einer Behörde nach Aussen zu tragen, wenn man anderer Meinung ist.

Fehlende Ausreden als Grund für Engagement
Bereits vor 17 Jahren sei sie von einer Gemeinderätin angefragt worden, ob sie nicht für dieses Amt kandidieren wolle, berichtet Christa Ackermann-Indergand aus Zihlschlacht. Damals habe sie drei kleine Kinder gehabt, neun Jahre später drei pubertierende Teenager. Vor fünf Jahren schliesslich habe sie keine plausible Ausrede mehr gehabt und gefunden, es sei an der Zeit, sich in der Gemeinde zu engagieren. Heute neigt sich ihre erste Amtszeit dem Ende zu. Die 48-jährige uniformierte Postbeamtin und Bäuerin ist seit 26 Jahren mit Ernst verheiratet und führt mit ihm den Landwirtschaftsbetrieb. Die Mutter von drei erwachsenen Kindern findet es sehr spannend, einen Einblick in die Gemeindeführung zu erhalten. Seither gebe es für sie nicht mehr nur schwarz und weiss, sondern vielerlei Graustufen.

Noch keine Abstimmung oder Wahl verpasst
Sich für die Öffentlichkeit zu engagieren sei für sie schon als 16-jährige eine Selbstverständlichkeit gewesen, sagt Maja Grunder aus Neunforn. Irgendeinem Vorstand, politischer oder kultureller Natur, habe sie immer angehört. Die 42-jährige Bäuerin bewirtschaftet mit Bruno sowohl den elterlichen, wie auch den schwiegerelterlichen Hof mit Mühle und ist Mutter von zwei Töchtern im Alter von 17 und 15 Jahren. Seit sie sich erinnern kann, hat sie sich für Politik interessiert und behauptet von sich, noch keine Abstimmung oder Wahl verpasst zu haben. So war 2007 der Schritt in den Gemeinderat absehbar. Aber auch in der Verbandspolitik mischt sie mit, aktuell als Präsidentin der Kommission Frauen in der Landwirtschaft. Dass sich Ideen auf Gemeindeebene direkt und schnell umsetzen lassen, findet sie sehr spannend und befriedigend.

Wenn diese vier Frauen am kommenden Freitag Mona Vetsch Red und Antwort stehen, ist mehr über deren Alltag in Landwirtschaft, Verbands- und Behördenarbeit sowie Politik zu erfahren. Die Kommission freut sich, Sie am Bäuerinnenforum begrüssen zu können und auf einen regen Gedankenaustausch anlässlich des Apéros im Anschluss an den Freitagsclub.


Kommission Frauen in der Landwirtschaft
Andrea Heimberg Müller













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