Ausgabe Nummer 44 (2005)

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Barbara Scherrer – Käserei war wichtiger Treffpunkt

Persönlichkeiten kommen und gehen

Barbara Scherrer – Käserei war wichtiger Treffpunkt

Im Frühjahr wurde Barbara Scherrer von der Delegiertenversammlung des Thurgauer Bauernverbandes (TBV) in den Vorstand gewählt. Familie Scherrer bewirtschaftet einen 22-Hektaren-Betrieb, auf dem 30 Kühe, 80 Schweine, Schafe und Kleintiere gehalten werden. Zum landwirtschaftlichen Erwerb gehört neben der Tierhaltung auch der Obstbau. Barbara Scherrer hat am Arenenberg die Hauswirtschaftsschule absolviert und danach jahrelang in der Hauspflege gearbeitet.

Wie kamen Sie in den TBV-Vorstand?

Barbara Scherrer: Als Ersatz für Myrta Roth wurde eine Frau gesucht. Zudem fehlte im Vorstand, nach dem Rücktritt von Benno Schildknecht und Hansueli Walser, eine Vertretung für die Region Oberthurgau. Zum TBV habe ich durch mein Präsidium bei der Landfrauensektion Arbon-Roggwil-Horn einen Bezug.

Sind Sie schon langePräsidentin dieser Landfrauensektion?

Barbara Scherrer: Seit sechs Jahren. Genau genommen sind wir kein Landfrauenverein, sondern eine Landfrauenkommission des landwirtschaftlichen Kultur- und Beratungsvereins Arbon-Roggwil-Horn.

Wie unterscheidet sich Ihre Landfrauenkommission von anderen Landfrauenvereinen – hat sie andere Schwerpunkte, die speziell wichtig sind?

Barbara Scherrer: Formaler Unterschied ist nur, dass wir keine Hauptversammlung durchführen. Und unser Ziel ist, nicht nur landwirtschaftliche Aktivitäten zu organisieren, sondern den Bezug zu der nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung zu verstärken.

Warum wird vom landwirtschaftlichen Kultur und Beratungsverein Arbon-Rogwil-Horn der Bezug zur nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung verstärkt?

Barbara Scherrer: Andere Ansichten geben einen neuen Blickwinkel, und die Zusammenarbeit mit den Konsumenten muss verstärkt werden.

Warum haben Sie als TBV-Vorstandsmitglied die Ressorts «Soziales» und «Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation» gewählt?

Barbara Scherrer: Ich konnte die Ressorts selber auswählen. Als Familienfrau und wegen meiner früheren Erfahrung in der Hauspflege habe ich mich für das Ressort Soziales entschieden.

Welche Erwartungen haben Sie an das Ressort Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation?

Barbara Scherrer: Dass die Landwirtschaft mehr in der nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung präsent und akzeptiert ist. Aber auch intern, innerhalb der landwirtschaftlichen Bevölkerung, sollten der Zusammenhalt und das Miteinander-
Reden gefördert werden.

Welches Anliegen ist Ihnen zurzeit besonders wichtig?

Barbara Scherrer: Mit ist wichtig, dass das Miteinander in der Landwirtschaft gefördert wird. Die Schliessung verschiedener Käsereien hat z.B. dazu geführt, dass ein einfacher Treffpunkt weggefallen ist. Ich denke, dass solche Lücken wieder geschlossen werden müssen.
Schade finde ich, dass unter den Landwirten oft Konkurrenzdenken und Unverständnis herrschen. Wir sind selbstständige wirtschaftliche Unternehmer, und gerade weil die einzelnen Betriebe so verschieden geführt werden, ist das Miteinander-Reden und -Arbeiten ausgesprochen wichtig.

kb