Ausgabe Nummer 29 (2007)
Bauern als Jäger
Die Jagdausübung ist heute sehr anspruchsvoll. Gute Voraussetzungen für das Jägerhandwerk
haben die Landwirte, da sie sich ja schon beruflich mit Tieren und der Natur
beschäftigen. Nur sind sie leider unter den Jägern stark untervertreten.
Die Zeiten sind längst vorbei, in denen die Jagd als reines Freizeitvergnügen nur einer kleinen, auserlesenen Gruppe der «oberen Zehntausend» vorbehalten war. Jagd bedeutet heute, dass man bereit ist, ein hohes Mass an Verantwortung gegenüber der Natur zu übernehmen. Kommt hinzu, dass man einen grossen Teil der Freizeit dafür verwenden muss, um die Wildbestände so zu regulieren, dass die Artenvielfalt und die Lebensräume wildlebender Säugetiere und Vögel erhalten bleiben, gleichzeitig aber auch die von den betreffenden Tieren verursachten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und im Wald auf ein tragbares Mass reduziert werden. Und das alles unter Beachtung der strengen Gesetzgebung des Jagdwesens und des Tierschutzes. All diese Ansprüche unter einen Hut zu bringen ist vor allem dort schwierig, wo Kulturfolger unter unseren Wildtieren, wie Wildschweine, Füchse und Dachse, unter den von uns Menschen geschaffenen, schlaraffenlandähnlichen Zuständen enorm profitieren. Wenn man die berufliche Tätigkeit der Jagdberechtigten etwas genauer unter die Lupe nimmt, muss man feststellen, dass Landwirte, welche die besten Voraussetzungen für die moderne Jagd mit sich bringen würden, leider sehr stark untervertreten sind. Gelänge es, vielleicht mit diesem Beitrag, einige Bauern für die Jagdausbildung und zum Absolvieren der Jägerprüfung zu gewinnen, wäre dies ein echtes Erfolgserlebnis und der Sache der Jagd sowie der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Jagd sehr dienlich. Dies umso mehr, als die Jägerei je länger, je mehr unter Nachwuchsmangel leidet.
Wie werde ich Jäger?
Wie sieht nun die Ausbildung zum Jäger aus? Jäger werden ist recht zeitaufwendig. Die Ausbildung inklusive Prüfungen dauert rund ein Jahr. Ein erstes Grundwissen wird in einer Vorprüfung getestet, in der aus allen Prüfungsfächern (Wildkunde, Wildökologie, Waldkunde, Jagdkunde, Jagdhundewesen, Jagdrecht, Waffen- und Munitionskunde) eine Anzahl Fragen schriftlich ? nach Art der theoretischen Fahrprüfung ? beantwortet werden muss. Bei Erfolg hat man damit den ersten wichtigen Schritt in die eigentliche Lehrzeit getan, die darin besteht, dass man die obligatorischen Kurse (jeweils an Samstagen), die Theorieabende (jeweils am Abend zwischen 20 und 22 Uhr in den Monaten Januar bis April) und die Schiessübungen (jeweils Donnerstagabend oder Samstagvormittag von April bis Juni) absolvieren muss. Selbstverständlich reicht der Besuch dieser Kurse noch nicht, um in den einzelnen Prüfungsfächern bestehen zu können. Durch Selbststudium entsprechender Fachliteratur, vor allem aber auch durch praktische Erfahrung, die man sich bei erfahrenen Jägern aneignen kann, kommt man schliesslich so weit, dass man zuerst zur Schiessprüfung antreten darf. Wird diese bestanden, kann man anschliessend in den sechs Theoriefächern beweisen, dass auch das nötige Wissen und Können vorhanden ist, um die anspruchsvolle jägerische Tätigkeit ausüben zu können.
Jagd und Landwirtschaft haben viele Berührungspunkte. Jäger und Bauern müssen gemeinsam versuchen, Probleme im Zusammenhang mit den wildlebenden Tieren in unserer heutigen Kulturlandschaft lösen zu können. Liegt es da nicht auf der Hand, dass sich Landwirte vermehrt der Jagd zuwenden? Im September beginnt ein, nur alle zwei Jahre durchgeführter, neuer Prüfungslehrgang. Fühlen Sie sich angesprochen? Dann kontaktieren Sie einen Ihnen bekannten Jagdpächter, um sich genauer zu informieren. Oder ? noch besser ? setzen Sie sich direkt mit einem Experten im Ausbildungs- und Prüfungsbereich in Verbindung (siehe Kasten).
Christian Haffter, Präsident Jagd Thurgau
Martin Ebner, 9546 Tuttwil, Telefon 052 378 18 07, Präsident Jägerprüfungskommission.
Christian Haffter, 8500 Frauenfeld, Telefon 052 721 56 62, Chef «Jägerausbildung Thurgau».
Anmeldung: Bis spätestens 20. August 2007 bei der Kant. Jagdverwaltung, 8500 Frauenfeld,
Telefon 052 724 25 44.
Die Zeiten sind längst vorbei, in denen die Jagd als reines Freizeitvergnügen nur einer kleinen, auserlesenen Gruppe der «oberen Zehntausend» vorbehalten war. Jagd bedeutet heute, dass man bereit ist, ein hohes Mass an Verantwortung gegenüber der Natur zu übernehmen. Kommt hinzu, dass man einen grossen Teil der Freizeit dafür verwenden muss, um die Wildbestände so zu regulieren, dass die Artenvielfalt und die Lebensräume wildlebender Säugetiere und Vögel erhalten bleiben, gleichzeitig aber auch die von den betreffenden Tieren verursachten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und im Wald auf ein tragbares Mass reduziert werden. Und das alles unter Beachtung der strengen Gesetzgebung des Jagdwesens und des Tierschutzes. All diese Ansprüche unter einen Hut zu bringen ist vor allem dort schwierig, wo Kulturfolger unter unseren Wildtieren, wie Wildschweine, Füchse und Dachse, unter den von uns Menschen geschaffenen, schlaraffenlandähnlichen Zuständen enorm profitieren. Wenn man die berufliche Tätigkeit der Jagdberechtigten etwas genauer unter die Lupe nimmt, muss man feststellen, dass Landwirte, welche die besten Voraussetzungen für die moderne Jagd mit sich bringen würden, leider sehr stark untervertreten sind. Gelänge es, vielleicht mit diesem Beitrag, einige Bauern für die Jagdausbildung und zum Absolvieren der Jägerprüfung zu gewinnen, wäre dies ein echtes Erfolgserlebnis und der Sache der Jagd sowie der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Jagd sehr dienlich. Dies umso mehr, als die Jägerei je länger, je mehr unter Nachwuchsmangel leidet.
Wie werde ich Jäger?
Wie sieht nun die Ausbildung zum Jäger aus? Jäger werden ist recht zeitaufwendig. Die Ausbildung inklusive Prüfungen dauert rund ein Jahr. Ein erstes Grundwissen wird in einer Vorprüfung getestet, in der aus allen Prüfungsfächern (Wildkunde, Wildökologie, Waldkunde, Jagdkunde, Jagdhundewesen, Jagdrecht, Waffen- und Munitionskunde) eine Anzahl Fragen schriftlich ? nach Art der theoretischen Fahrprüfung ? beantwortet werden muss. Bei Erfolg hat man damit den ersten wichtigen Schritt in die eigentliche Lehrzeit getan, die darin besteht, dass man die obligatorischen Kurse (jeweils an Samstagen), die Theorieabende (jeweils am Abend zwischen 20 und 22 Uhr in den Monaten Januar bis April) und die Schiessübungen (jeweils Donnerstagabend oder Samstagvormittag von April bis Juni) absolvieren muss. Selbstverständlich reicht der Besuch dieser Kurse noch nicht, um in den einzelnen Prüfungsfächern bestehen zu können. Durch Selbststudium entsprechender Fachliteratur, vor allem aber auch durch praktische Erfahrung, die man sich bei erfahrenen Jägern aneignen kann, kommt man schliesslich so weit, dass man zuerst zur Schiessprüfung antreten darf. Wird diese bestanden, kann man anschliessend in den sechs Theoriefächern beweisen, dass auch das nötige Wissen und Können vorhanden ist, um die anspruchsvolle jägerische Tätigkeit ausüben zu können.
Jagd und Landwirtschaft haben viele Berührungspunkte. Jäger und Bauern müssen gemeinsam versuchen, Probleme im Zusammenhang mit den wildlebenden Tieren in unserer heutigen Kulturlandschaft lösen zu können. Liegt es da nicht auf der Hand, dass sich Landwirte vermehrt der Jagd zuwenden? Im September beginnt ein, nur alle zwei Jahre durchgeführter, neuer Prüfungslehrgang. Fühlen Sie sich angesprochen? Dann kontaktieren Sie einen Ihnen bekannten Jagdpächter, um sich genauer zu informieren. Oder ? noch besser ? setzen Sie sich direkt mit einem Experten im Ausbildungs- und Prüfungsbereich in Verbindung (siehe Kasten).
Christian Haffter, Präsident Jagd Thurgau
Infos zur Jägerprüfung
Auskünfte:Martin Ebner, 9546 Tuttwil, Telefon 052 378 18 07, Präsident Jägerprüfungskommission.
Christian Haffter, 8500 Frauenfeld, Telefon 052 721 56 62, Chef «Jägerausbildung Thurgau».
Anmeldung: Bis spätestens 20. August 2007 bei der Kant. Jagdverwaltung, 8500 Frauenfeld,
Telefon 052 724 25 44.

Eine gute Schiessfertigkeit ist wichtige Voraussetzung für eine tierschutzgerechte Jagd. (Martin Ebner)
