Ausgabe Nummer 48 (2004)
Bauern, Müller, Bäcker ziehen am selben Strick
| 8. Delegiertenversammlung des Vereins Pro Pane Natura | |||
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Bauern, Müller, Bäcker ziehen am selben Strick
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| Im Schloss Romanshorn trafen sich am 19. November 33 Teilnehmer zur jährlich stattfindenden Delegiertenversammlung des Vereins. Hans Kunz führte als Präsident zügig durch die Traktandenliste. In seinem Jahresbericht, der das Geschäftsjahr vom Juli 2003 bis Juni 2004 umfasste, sprach er auch die wenig erfreuliche Tatsache des Rückgangs der angeschlossenen Bäckereien an. | |||
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| Der steigende Kostendruck auf die gewerblichen Bäckereien sowie die Tatsache, dass der Nutzen aus der Mitgliedschaft im Verein nicht mehr klar aufgezeigt werden konnte, führten zu mehreren Austritten aus dem Verein Pro Pane Natura. Der Vorstand wird sich in der kommenden Zeit intensiv mit den zukünftigen Aufgaben und Möglichkeiten des Vereins auseinander setzen. Seit die IP-Suisse das «Käferlogo» auch den Grossverteilern Migros und Coop für ihre Backwaren zur Verfügung stellt, ist für die Bäcker ein wichtiger Vorteil gegenüber den Grossbäckereien verloren gegangen. Die Einführung eines neuen Brotes ist nicht wie gewünscht gelungen, sodass der Verein zurzeit kein geeignetes Produkt anbieten kann, das den Bäckern grosse Marktvorteile bringt. Der Mitgliederrückgang wirkte sich auch auf die Jahresrechnung aus. Der Verein finanziert sich zum grössten Teil aus einer Abgabe auf dem «IP-Suisse»-Getreide. Weniger angeschlossene Bäckereien bedeuten einen Rückgang beim Mehlverkauf und damit weniger Einnahmen für den Verein. Gegenüber dem Budget fehlten somit rund 20 000 Franken an Einnahmen. Auf der Ausgabenseite schlugen vor allem die intensiven Werbemassnahmen zu Buche. Auch die Sektretariatsaufwendungen waren grösser als geplant. Dies hatte vor allem mit den Mehrarbeiten im Bereich Mitglieder und Markteinführung der neuen Brotsorte «Panur» zu tun. Die Rechnung schloss mit einem Verlust von 59 000 Franken, der vollumfänglich aus dem Eigenkapital finanziert wird. Es sind auch für das laufende Geschäftsjahr genügend Reserven vorhanden, sodass die finanzielle Lage des Vereins nach wie vor gut ist. Das Budget für das Geschäftsjahr 2004/2005 wurde der Mitgliederzahl angepasst und stark reduziert, sodass dieses ausgeglichen gestaltet werden kann. Die Jahresrechnung wurde von den Delegierten ohne Gegenstimme angenommen. Die gut informierten Delegierten hatten keine Einwände anzubringen und sprachen dem Vorstand das Vertrauen aus. Neue Mitglieder in den Vereinsgremien Im Vorstand gab es ein Mitglied zu ersetzen. Werner Bosshardt, Müller aus Hinwil, hat sich für dieses Amt zur Verfügung gestellt. Ebenfalls zu ersetzen war ein Mitglied der Rechnungsprüfung. Der Präsident schlug Felix Oswald, Bäckermeister aus Bazenheid, für diese Aufgabe vor. Die beiden wurden mit grossem Applaus einstimmig gewählt. Der Vorstand beantragte den Delegierten, eine Änderung beim Mitgliederbeitrag vorzunehmen. Die Höhe des Beitrages, der pro 100 Kilogramm «IP-Suisse»- Getreide berechnet wird und bisher 1.10 Franken betrug, wird neu auf 1.41 Franken pro 100 kg Mehl festgelegt. Die Beitragshöhe bleibt damit unverändert. Für die Umrechnung wird von einem durchschnittlichen Ausmahlungsgrad von 78 Prozent ausgegangen. Wie Präsident Hans Kunz erläuterte, ist es einfacher, den Beitrag über die Mehlmenge zu berechnen. Die Delegierten stimmten dieser Änderung ohne Gegenstimme zu. Mehrwert verkaufen Hans Luder, Präsident der IP-Suisse, dankte dem Verein für seinen unermüdlichen Einsatz zu Gunsten des «IP-Suisse»- Getreides. Er wies die Anwesenden darauf hin, dass der Standard in der Labelproduktion ständig steigt. Was noch vor wenigen Jahren als erwähnenswerte Zusatzleistung galt, ist heute «normal». Deshalb versucht die IP-Suisse immer wieder, Projekte aufzunehmen, die dem Konsumenten aufzeigen, dass sich die Mehrleistungen der IP-Suisse-Produzenten zum Vorteil der Natur und Umwelt auswirken. Im neusten Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Vogelschutzwarte Sempach die Feldlerche gefördert. Er ermutigt die Bäckermeister, den Kunden diesen Mehrwert der IP-Suisse Produkte zu erklären. Liegen wir im Trend? Im Anschluss an die Delegiertenversammlung referierte Michael Kleinert zum Thema «Liegt die gewerbliche Bäckerei noch im Trend?». Michael Kleinert, Leiter der Fachrichtung Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Wädenswil, konnte die Teilnehmer humorvoll auf die Probleme und Chancen der gewerblichen Bäckereien aufmerksam machen. Dabei zeigte er auf, dass sich der Bäcker wie der Müller und der Landwirt gewissen gesellschaftlichen Tendenzen (Trends) stellen muss, um wirtschaftlich überleben zu können. Er zeigte aber auch anhand von praktischen Beispielen, dass nicht jeder Versuch, ein «trendiges» Produkt auf den Markt zu bringen, glückt. Die wichtigsten Trends sind für Michael Kleiner die Globalisierung, der Individualismus und das Älterwerden der Bevölkerung. Ein Bäcker, der es schafft, die Bedürfnisse der Konsumenten mit seinem Angebot zu befriedigen, wird auch in Zukunft eine Chance haben. Wobei er die grössten Chancen bei den Qualitätsprodukten sieht. In diesem Bereich müssen auch vermehrt Anstrengungen in der Werbung und Kommunikation unternommen werden. Er ermutigte die Anwesenden, sich in den Gremien ihrer Organisationen für eine solche zukunftsgerichtete Kommunikation einzusetzen. Adrian von Grünigen |
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