Ausgabe Nummer 12 (2006)

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Bauern wehren sich gegen Sündenbockrolle

Immer mehr Bauernfamilien nehmen die Beratung der Agro Treuhand Thurgau in Anspruch

Bauern wehren sich gegen Sündenbockrolle

Wie in den vorangegangenen Jahren führte die Agro Beratung Thurgau und die Agro Treuhand Thurgau ihre Generalversammlungen an einem gemeinsamen Anlass durch.


Standen im Zentrum von zwei
Generalversammlungen (von links): Markus
Hausammann, Urs Reut, Paul Steffen, Gottfried
Thomi und Martin Huber, LBBZ Arenenberg. (tos)

In seinem Jahresbericht sprach Präsident Markus Hausammann an der Generalversammlung der Agro Beratung Thurgau in Weinfelden – die wie in den vergangenen Jahren im Anschluss an die GV der Agro Treuhand Thurgau stattfand –, vor rund 60 Personen von einer durchschnittlichen Ernte im vergangenen Jahr. An der agrarpolitischen Front sei keine Feuerpause in Sicht. Die in der Wirtschaft grassierende Ellenbogenpolitik bringt den Bauernstand nach Ansicht von Hausammann noch mehr unter Druck. «Uns Bauern zum Sündenbock für alle Unannehmlichkeiten zu machen, scheint ausserdem ein Modetrend zu sein.» Um in diesem Umfeld bestehen zu können, müssen sich die Bauern wieder auf ihre Gemeinsamkeiten besinnen. Den landwirtschaftlichen Vertretern in allen Gremien müssen intern vermehrt klare Aufträge erteilt und ihnen für die Umsetzung der Rücken gestärkt werden. Öffentliche Zerstrittenheit und Populismus einzelner Gruppen diene den Bauern nicht. Neben einer starken Standesvertretung brauche es aber auch das Engagement jedes Einzelnen, betonte Hausammann.

Wechsel im Vorstand

In der Saison 2004/2005 wurden rund 94 Beratungsanlässe durchgeführt. Produktionstechnische Themen standen im Vordergrund, wobei sich Ackerbau, Milchwirtschaft und Futterbau in etwa die Waage hielten. Der Vorstand beteilige sich auch aktiv an der Reorganisation der landwirtschaftlichen Organisationen im Thurgau. Kassier Hans Dübendorfer musste einen kleinen Rückschlag von rund 1900 Franken vermelden. Damit verminderte sich das Vermögen auf zirka 277 000 Franken. Seinen Rücktritt aus dem Vorstand erklärte Vizepräsident Geri Wiesmann, Oberneunforn. Er wurde mit einem Präsent geehrt. Eine Würdigung für zehn Jahre Obmann des Beratungsvereins Crummbachtal durfte Ueli Keller, Zielschlacht, entgegennehmen. Niklaus Schnetzer, Hohentannen, wurde neu in den Vorstand gewählt. Im Anschluss an die beiden Generalversammlungen sprach Paul Steffen, Direktor, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, zum Thema «Landwirtschaftliche Forschung Agroscope Schweiz – Nutzen für Beratung und landwirtschaftliche Praxis».

Mario Tosato

Beratungen gefragt
Viel zu tun hatte auch die Agro Treuhand Thurgau im 2005: Es sei erstaunlich, mit welchem Einsatz sich viele Bauernfamilien im Wandel der Zeit behaupten und sich einen Weg im schwierigen Umfeld suchen, stellte Urs Reut, Präsident des Verwaltungsrates, fest. Immer mehr Bauernfamilien nehmen eine gezielte Beratung in Anspruch. Der Umzug der Büros an die Thomas-Bonhauser-Strasse 23 a in Weinfelden erfolgte problemlos. Geschäftsführer Gottfried Thomi stellte einige Projekte wie KMU Gemüsekontenplan, Buchführungskonzept für den Obstbau sowie die Beteiligung an der Ökobilanz vor. (tos)