Ausgabe Nummer 41 (2005)

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Bauerngärten im Thurgau entdecken

Erfolgreiche Vernissage vom Buch Bauerngärten im Thurgau

Bauerngärten im Thurgau entdecken

Die Besucherzahl an der Vernissage zum neu erschienenen Buch «Bauerngärten im Thurgau» übertraf alle Erwartungen. Längst nicht für alle reichten die Sitzgelegenheiten in der Hirschen-Scheune in Hohentannen.


Elisabeth Bommeli, Daniel Brogle,
Marianne Hausammann und Gertrud

Kaderli (von links) mit dem ersten Buch,
das ihr geschenkt wurde.

Eine sichtlich bewegte Elisabeth Bommeli zeigte sich erfreut über das gelungene Werk. Zwanzig Jahre seien seit der Idee, Bauerngärten in einem Buch zu illustrieren, vergangen. Wenn man bedenke, dass schon die Grossmutter und später die Mutter oder die Lehrmeisterin ihr Wissen weitergegeben haben, so hätten die heutigen Gärtnerinnen diesem besonderen Kulturgut gegenüber grosse Verantwortung. «Das Wissen um die Bedeutung dieses besonderen Kulturgutes muss weitergegeben werden», appellierte Elisabeth Bommeli an die Besucher der Vernissage.
Die drei Initiantinnen Elisabeth Bommeli, Gertrud Kaderli und Marianne Hausammann dürfen stolz sein. Das neu erschienene, handliche Buch, herausgegeben vom Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau, lässt für Liebhaberinnen und Liebhaber von Bauerngärten keine Wünsche offen. Dokumentiert mit Fotografien aus allen vier Jahreszeiten von Fotograf Lukas Fleischer, Weinfelden, und vielen praktischen Tipps, wird dieses besondere Buch für seine Leserschaft wohl immer in Griffnähe sein. Das Werk entstand unter der Leitung von Beatrice Sendner-Rieger, Amt für Denkmalpflege, unterstützt von Franziska Feigenwinter, Archäobotanikerin und Mitarbeiterin im Naturhistorischen Museum des Kantons Thurgau, und weiteren verschiedenen Autoren.

Geschichte

Im Kapitel zur Geschichte der Bauerngärten erinnert Frau Marie-Christine Fuchs, Inventarisation Kantonale Denkmalpflege, daran, dass die frühesten schriftlichen Anleitungen zum Bepflanzen von Gärten in der höfischen und besonders in der klösterlichen Tradition aus der Zeit um 800 stammen.

Wertewandel der letzten Jahrzehnte

Marianne Hausammann hat sich im Buch Gedanken zum Wandel der Bauerngärten gemacht und stellt fest, dass die schönen, reichhaltigen Bauerngärten rar geworden sind und oft nur noch von der älteren
Generation gepflegt werden. Sie darf aber auch feststellen, dass hie und da eine junge Bäuerin mit ihrer Familie den Wert des eigenen Gartens erkennt und auch schätzt.

Bestandteile des Bauerngartens

Was ein Stück Boden zum Garten mache, sei nicht was darin ist, sondern das Darumherum. Ein Zaun, eine Hecke oder eine Mauer. «Wollen wir uns Lebensraum und Nahrungsspender schaffen, muss eine Umfriedung dafür sorgen, dass Gemüse und Blumen vor Haus- und Wildtieren geschützt und von ‹lieben› Mitmenschen in Ruhe gelassen werden», beschreibt Gertrud Kaderli im Kapitel «Bestandteile des Bauerngartens» und orientiert sich dabei am eigenen Garten, den sie seit mehr als 50 Jahren hegt und pflegt.

Wichtige Pflanzen in Thurgauer Bauerngärten

Daniel Brogle vom LBBZ Arenenberg führt einige Pflanzen auf, die in ihrer Form, Farbe und Verwendung unterschiedlich sind, aber alle als Nutzpflanze Verwendungsmöglichkeiten bieten. Der von Brogle verfasste Arbeitskalender lässt für den Leser erahnen, wie viel Arbeit verteilt über das ganze Jahr zu erledigen ist.
Tiere im Bauerngarten, Blumenschmuck am Bauernhaus, wie gedeiht ein Bauerngarten, Zeitmanagement, das sind weitere lehrreiche und unterhaltsame Beiträge. Im Weiteren werden neun verschiedene Gartenporträts vorgestellt, und in einem historischen Überblick findet der Leser Bauerngartenpflanzen mit deutschem, botanischem und mit Mundartnamen.

Hanni Schild