Bäuerliche Einkommen sinken weiter
Ausgabe Nummer 47 (2003)
Bäuerliche Einkommen sinken weiter
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Agrarbericht des Bundes |
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| Die Schweizer Bauern verdienen immer weniger. Das Einkommen des gesamten Sektors war im Jahr 2002 ein Prozent tiefer als im Schnitt der drei Vorjahre. Im laufenden Jahr wird das Sektoreinkommen laut den ersten Schätzungen gegenüber dem Vorjahr sogar um rund 13 Prozent abnehmen. Hauptgründe für die zu erwartenden weiteren Einbussen sind laut BLW ein tieferer Milchpreis rund 4 Rappen pro Kilogramm und die Ertragseinbussen wegen der lang anhaltenden Trockenheit im Sommer 2003. Auch das «Bauernsterben» geht weiter. 3116 Betriebe wurden zwischen 2000 und 2002 aufgegeben. Nicht nur Kleinstbetriebe mit einer Fläche bis 3 Hektaren gingen ein, auch die Betriebe der Grössenklassen 3 bis 20 Hektaren seien bereits seit 1990 klar rückläufig. Im Zeitraum 1990 bis 2000 wurden total 22 278 Betriebe aufgegeben, 2,7 Prozent pro Jahr. Rund die Hälfte davon waren Betriebe von bis zu drei Hektaren. Durch die Aufgabe dieser Betriebe wurden laut BLW aber nur 1,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche frei. Als positiv erachtet das BLW die Entwicklung im Bereich Ökologie. Die von Biobetrieben bewirtschaftete Fläche nahm im Vergleich zum Vorjahr um weitere acht Prozent zu, die ökologischen Ausgleichsflächen um drei Prozent, und auch die Teilnahme an den verschieden Tierprogrammen ist um rund zehn Prozent angestiegen. Der Schweizerische Bauernverband attestiert dem neuesten Agrarbericht des Bundesamtes für Landwirtschaft eine differenzierte und informative Wiedergabe der Situation der Bauern. Die Einschätzung des BLW decke sich in weiten Teilen mit der Beurteilung des SBV, schreibt dieser in einer Medienmitteilung. Das BLW mache es sich aber zu einfach, wenn es ein grosses Verbesserungspotenzial bei der Arbeitsproduktivität ausmache. Viele Betriebe verfügten nicht über das Geld, um die dafür notwendigen Investitionen tätigen zu können. Geradezu alarmierend sei der für 2003 erwartete sektorale Einkommensrückgang von 13 Prozent. Weiter zeige der Agrarbericht auf, dass die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft verbessert werden müssten und dass der Bund eine grosse Mitverantwortung trage, damit der Verfassungsauftrag der Landwirtschaft weiterhin erfüllt werden könne. Konkret bedeute dies, dass kein Spielraum mehr bestehe für Einsparungen im Landwirtschaftsbudget. Die Dachorganisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP) kritisiert, dass der Agrarbericht wenig Sensibilität für die produzierende Landwirtschaft zeigt. Mit der Empfehlung des Bundesamtes für Landwirtschaft, die Arbeitsproduktivität zu verbessern, würden den Bauern neue Opfer zugemutet und insbesondere die Milchproduzenten noch stärker unter Druck gesetzt. (LID/Red) |
