Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


BBZ Arenenberg hat neu auch einen Fuss in Tänikon

Ausgabe Nummer 5 (2017)

Martin Huber, Direktor BBZ Arenenberg, gibt Auskunft über die Übernahme von 80 Hektaren Land der Agroscope Tänikon. Versuche mit der Technik im Kuhstall sind am Laufen.

Der Arenenberg übernimmt von Agroscope in Tänikon die Bewirtschaftung von 80 Hektaren Land als Pacht. Wie viel ist das im Vergleich zur aktuellen Fläche?
Martin Huber: Der Schul- und Demonstrationsbetrieb am Standort Arenenberg umfasst 20 Hektaren Wiesland und 15 Hektaren Ackerland, der Obstbaubetrieb in Güttingen rund 10 Hektaren Obstflächen.

Um was für Land handelt es sich (Wiese, Acker, Obst usw.)?
Es ist Wies- und Ackerland, kein Obstbau.

Wie bewältigt das BBZ diese Aufgabe?
Die Arbeit auf dem Betrieb Tänikon wird von acht, bisher schon in Tänikon beschäftigten Betriebsmitarbeitern, welche nun neu beim BBZ Arenenberg angestellt sind, bewältigt. Die zusätzliche Arbeit in der Führung obliegt vorwiegend dem BBZ Beratungsleiter Christian Eggenberger und der Direktion.

Mit welchem Ziel und in welcher Art wird das Land bewirtschaftet? Vor allem als Dienstleistung für Agroscope oder auch mit wirtschaftlichen Zielen?
Vorrangig wird der Betrieb bewirtschaftet, damit für Agroscope immer geeignete Kulturen, Futterflächen und Tiere vorhanden sind mit denen die Forschenden ihre Versuche durchführen können. Dafür erhält das BBZ Arenenberg eine Entschädigung, welche zusammen mit den Produkteerträgen die Betriebsund Personalkosten decken muss. Diese Kostendeckung ist das minimale betriebswirtschaftliche Ziel. Schneidet die Betriebsrechnung positiv ab, wird der «Überschuss» für weitere Forschungsprojekte verwendet, die wieder der Landwirtschaft zugute kommen sollen. Das BBZ Arenenberg hat also grosses Interesse daran, möglichst gut zu wirtschaften.

Wie sieht das personell aus?
Es braucht da sicher zusätzliche Angestellte. Wie schon erwähnt hat das BBZ Arenenberg die bisherigen Betriebsmitarbeiter angestellt. Zusätzliche Angestellte sind nicht vorgesehen.

Wie sehr arbeiten diese auch der Forschung in Tänikon zu?
Die Betriebsmitarbeiter müssen ihre Arbeiten sehr detailliert rapportieren und bei Versuchen gemäss Vorgaben arbeiten. Sie machen zusätzliche Aufzeichnungen für die Forschenden. Diese Daten sind eine entscheidende Grundlage für die Forschungsarbeit.

Wie sieht es mit der Abgeltung für Arbeiten im Dienste der Forschung aus? Besteht da schon eine Vereinbarung?
Diese Arbeiten für die Forschung werden pauschal abgegolten. Der Kanton Thurgau und Agroscope haben eine Grundsatzvereinbarung für die Zusammenarbeit unterzeichnet. Ein weiterer Vertrag für die Umsetzung der Zusammenarbeit ist in Bearbeitung.

Von Sozioökonomie bis zu tiergerechter Haltung: Agroscope forscht in Tänikon in den verschiedensten Bereichen. Von welchen kann das BBZ und die Thurgauer Landwirtschaft am ehesten profitieren?
Entscheidend ist die BBZ-Beratung. Sie wird jetzt zunehmend Forschungsthemen, wenn es gut passt, direkt am Standort Tänikon und zeitnah, in ihre Beratungsarbeiten und -anlässe einbauen. So können die Landwirte schneller von Forschungsergebnissen profitieren. Das werden Themen der Ackerbautechnik und Milchproduktion sein.

Gibt es schon konkrete Projekte?
Neue Projekte sind noch keine gestartet. Es sind aber beispielsweise im Emissionsversuchsstall Versuche am Laufen, mit Technik im Kuhstall, welche dem Tierhalter die Arbeit erleichtert und gleichzeitig helfen soll, die Ammoniakemmissionen zu vermindern. Wenn sich Forschende mit den BBZ-Beratungskräften für die Information und Beratung der Landwirte zusammentun, gibt es recht schnell greifbare nützliche Resultate für die Bauern und im Gegenzug Rückmeldungen für die Forschenden, was auch wichtig ist!

Und wie sieht das Ganze finanziell für den Thurgau und das BBZ Arenenberg aus?
Wie erwähnt sieht die Kalkulation in der Vereinbarung vor, dass die Erträge aus dem Produkteverkauf und die Dienstleistungserträge von Agroscope die Betriebs- und Personalkosten decken. Inbegriffen sind notwendige Erneuerungen, sodass für das BBZ Arenenberg, beziehungsweise den Kanton Thurgau, keine Nettokosten entstehen.


Mario Tosato




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