Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


BBZ Arenenberg plant mehr praxisnahe Versuche

Ausgabe Nummer 26 (2015)

Feldtag: Bodenschonende Anbauverfahren auf dem Betrieb Brunnegg Tägerwilen

Bodenschonende Anbauverfahren sind aktuell, das zeigte der grosse Besucheraufmarsch auf dem Gutsbetrieb Brunnegg.

In seiner Begrüssung gab Martin Huber, Direktor vom BBZ Arenenberg der Hoffnung Ausdruck, dass mit der festgelegten Neuausrichtung vom Landwirtschaftsbetrieb Arenenberg eine gute Entscheidung getroffen worden sei. So soll der Betrieb in Zukunft für den Ackerbau vermehrt mit praxisnahen Versuchen zum Fortschritt beitragen. Die Landflächen vom Betrieb Arenenberg seien dazu aber nicht unbedingt geeignet. Deshalb sei im vergangenen Sommer mit Andreas Binswanger vom Gutsbetrieb Brunnegg eine Zusammenarbeit aufgebaut worden. Für eine vergleichbare Versuchsparzelle im Biolandbau erfolge die Zusammenarbeit mit Remo Berger vom Biobetrieb der Schule Bernrain. In gleicher Weise und ebenso abgestützt im Netzwerk der Gemüsebranche wird laut Huber in diesem Sommer auf dem Hof Brunnegg eine gemüsebauliche Versuchsfläche betrieben.

Grosser Praxisversuch
In Zusammenarbeit mit dem neuen Betriebsleiter vom Betrieb Brunnegg, Marcel Gerber, hat die Gruppe Acker- und Futterbau vom BBZ Arenenberg auf dem Betrieb Tägerwilen im vergangenen Herbst einen grossen Praxisversuch gestartet. Der Schwerpunkt dieses Versuchs ist, die Auswirkungen von bodenschonenden Anbauverfahren bei wichtigen Ackerkulturen zu testen und weiter zu entwickeln. Die Versuchsparzelle mit einer Fläche von 5 ha wurde in vier fixe Schläge mit den Verfahren konventioneller Anbau mit Pflug, Mulchsaat, Direktsaat oder Streifensaat und biologischer Anbau eingeteilt. Abschliessende Ergebnisse können laut Paul Wirth erst bei der Ernte verglichen werden, jedes System habe Vor- und Nachteile. Zum jetzigen Zeitpunkt habe die Variante mit Pflug einen leichten Vorteil, er betonte aber, dass nur unwesentliche Unterschiede bestünden. Beim Mais wurde eine Pflugsaat und eine Streifenfrässaat light angewendet, wobei im Bereich vom Vorhaubt (Vorgewende) der Pflugsaat durch starken Regen Verschwemmungen entstanden, die eine Nachsaat nötig machte.

Starken Belastungen ausgesetzt
Fruchtbarer Boden sei der zentrale Produktionsfaktor in der Landwirtschaft, deshalb laufe die Entwicklung in der Anbautechnik mit immer schwereren Maschinen eigentlich in die falsche Richtung. Der landwirtschaftlich genutzte Boden werde immer stärkeren Belastungen ausgesetzt, sagte Hermann Brenner, Leiter Fachstelle Ackerbau und Futterbau vom BBZ Arenenberg. Neben technischen Massnahmen wie Bereifung, Pneudruck, Raupen usw. können schonende Bodenbearbeitungssysteme dazu beitragen, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten. Welche Bodenbearbeitung gewählt werde, komme schlussendlich auf die einzelnen Böden an. Matthias Stettler von der HAFL Zollikofen zeigte an praktischen Beispielen mit verschieden grossen Güllefässern und unterschiedlichem Reifendruck anhand von einem Bodendruckmessgerät die grossen Unterschiede, Reifen sollen sich dem Boden anpassen und nicht umgekehrt. Weiter konnten drei verschiedene Rübenvollernter besichtigt werden, die alle mit speziellen Reifen ausgerüstet sind und damit trotz ihres Gewichtes möglichst bodenschonend arbeiten sollen.


Hanni Schild







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