Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
14. September 2018


Bei den Beeren wird ein Ernteausfall von 10 bis 20 Prozent erwartet

Ausgabe Nummer 20 (2017)

An der Vorernteversammlung des Vereins Thurgauer Beerenpflanzer auf dem Pilgerhof in Märstetten wurde bekannt gegeben, dass mit einem Ausfall von 10 bis 20 Prozent der Beerenproduktion im Thurgau durch Frostschäden gerechnet werden muss.

An der Vorernteversammlung des Vereins Thurgauer Beerenpflanzer stellte Präsident Philipp Engel, Mammern, fest, dass der Ertragsausfall der Thurgauer Beeren durchschnittlich bei 10 bis 20 Prozent liegen dürfte. Ein grosser Teil der Beerenanlagen im Thurgau werde durch «Plastik-Tunnel» geschützt. Ein weiterer Schutz sei in solchen Situationen auch die Wasser-Frostberieselung. Nach seinen Aussagen wurden dennoch einzelne Anlagen im Thurtal massiv betroffen.

Schäden von 10 bis 20 Prozent
Michael Mannale, Berater Beeren am BBZ Arenenberg, berichtete, dass die Gruppe der Ernteschätzer rund 50 Prozent der Thurgauer Ernteflächen begutachtete. Offensichtlich seien die Schäden der Frostnächte ab dem 20. April. Bei den Erdbeeren schätzen sie einen Schaden auf 10 bis 20 Prozent. Dabei war augenfällig, dass je nach Lage und Topografie eines Erdbeerfeldes die Schädigung zwischen 0 bis 70 Prozent lag. Lobenswert erwähnte Mannale die grossen und aufwendigen Schutzmassnahmen aller Beerenproduzenten. Damit konnte ein grösserer Schaden verhindert werden. Gesamthaft werde im Thurgau für das laufende Jahr eine Ernte von 1620 Tonnen Erdbeeren geschätzt. Bei den Strauchbeeren sei das Schadensausmass noch nicht abschätzbar.

Vorjahresernte kann erreicht werden
Matthias Müller erläuterte stellvertretend für Peter Knup die Inhalte der vergangenen Beerenbörse vom 3. Mai. Auch hier zeige sich ein heterogenes Bild des Schadenausmasses. Da im vergangenen Jahr regenreiche Tage die Haupternte vermiest hatten, könne die Vorjahresernte dennoch erreicht werden. Müller prognostiziert die Haupternte der Erdbeeren auf die Wochen 22 bis 24. Auch bei den Strauchbeeren zeige sich ein ähnliches Bild. Eine Bezifferung des Schadens sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich. Allerdings stehe fest, dass sich die Haupternte aufgrund möglicher Ausfälle in den Normalkulturen auf den Monat August konzentriere.

Werbung für Thurgauer Beeren
Wie Matthias Müller weiter informierte, sind Erdbeeren- Promotionen in der Migros Zürich vorgesehen. Martina Kägi-Stucki informierte über die kommenden Promotionen. Dabei werden an Wochenenden jeweils in vier Zürcher Filialen Werbung für Thurgauer Erdbeeren gemacht. In der Markthalle Zürich ist ein Plakataushang der Thurgauer Beeren geplant. Die Redaktionsbesuche von Urs Wehrle und Erwin Sommer stehen im laufenden Jahr wieder auf dem Programm. Bei Tele-Top soll zudem über die Thurgauer Beeren regelmässig berichtet werden. Geplant ist auch die Teilnahme im Spezialkulturenwagen am diesjährigen Olma Umzug in St. Gallen.

Sitzung mit dem Landwirtschaftsamt
Philipp Engel informierte über eine Sitzung mit dem Landwirtschaftsamt Thurgau und den Vertretern der Spezialkulturen. Dabei wurden die Schäden der vergangenen Frostnächte analysiert und über allfällige Unterstützungen beraten. Grundsätzlich sollen keine Gelder gesprochen werden. Bei Härtefällen, welche durch den Frost einen Ernteausfall von beinahe 100 Prozent erlitten haben und deren Existenz dadurch bedroht ist, wird eine allfällige finanzielle Unterstützung abgeklärt. In welcher Art und Weise sei noch nicht definiert. Der Präsident riet den stark Betroffenen zur Dokumentation der Schäden, bevor der Pflug das unschöne Bild unter den Boden verschwinden lässt.

Betrieb von den Eltern übernommen
Thomas Wieland stellte seinen Betrieb Pilgerhof in Märstetten vor, den er zusammen mit seiner Frau Bettina vor drei Jahren von seinem Vater Anton Wieland übernahm. Sein Vater (langjähriger Präsident des Vereins Thurgauer Beerenproduzenten) pflanzte 1964 erstmals Beeren an. So stecken 53 Jahre Erfahrungen von zwei Generationen im Betrieb. Zur Hauptsache wird der Anbau von Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren betrieben. Zwei Hektaren des Betriebes stehen unter Tunnel. Es werden vier Festangestellte und bis zu 30 Pflückerinnen aus acht Nationen beschäftigt. Zentral sind laut Aussage von Thomas Wieland Top-Produkte, absolute Frische sowie Genuss und Vertrauen bei der Kundschaft. So geniesse der Pilgerhof einen starken Rückhalt in der Bevölkerung, in der Gemeinde und im Kanton. Ernst Schellenberg, Qualitätsservice Bern, machte die Beerenpflanzer auf die verschiedenen Grössen, Frische und Schäden aufmerksam. Um den Genuss nicht zu beeinträchtigen, dürfen nur Beeren mit höchster Qualität auf den Markt gelangen.


Mario Tosato



















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