Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Berufsausbildung für eine Zukunft mit konkretem Fahrplan

Ausgabe Nummer 39 (2016)

6. Berufsmesse Thurgau

Vom 22. bis 24. September fand in Weinfelden die sechste Berufsmesse Thurgau, an der sich Jugendliche und ihre Eltern über 200 Berufe und Ausbildungen informieren konnten, statt. Der VTL war ebenfalls mit einem Stand an der Messe präsent.

Am Donnerstagvormittag fand eine kleine Eröffnungsfeier statt, zu der Hansjörg Brunner, Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes, geladene Gäste aus Gewerbe und der Berufsbildung begrüsste. Er lobte in seiner Ansprache die Stärken unseres dualen Bildungssystems, bei dem Lernende sowohl in Theorie wie auch in Praxis geschult werden. Auf über 4000 m2 Ausstellfläche bot die Berufsmesse Thurgau beim Berufsbildungszentrum zahlreiche Möglichkeiten, Berufe hautnah kennenzulernen, mit Berufsleuten und Lernenden zu sprechen und sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Umrahmt wurde die Eröffnungsfeier von temperamentvollen Flamenco-Einlagen einer Tanzgruppe der Musikschule Weinfelden.

Berufswahl als Familien-Projekt
Der Samstag gilt jeweils als eigentlicher «Eltern-Tag», deshalb bietet ihnen die Berufsmesse an diesem Tag zusätzliche Informationsveranstaltungen an. Zu den speziellen Angeboten für die Jugendlichen gehören Probevorstellungsgespräche, ein Bewerbungscheck und der Interessensparcours.
Beatrice Gregus, Rektorin des Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales, thematisierte in ihrer Rede an der Eröffnungsfeier die Veränderungen in der Arbeitswelt. Durch neue Technologien und Digitalisierung würden traditionelle Berufe nicht immer nur verdrängt, sondern es entstehen auch neue Berufsfelder. Als Beispiele dafür erwähnte sie die Ausbildungen Printmedienverarbeiter, Fachfrau/-mann Kundendialog, Interactive Media Designer und Flexodrucker.
Eine neue Berufsausbildung stand ebenfalls im Zentrum des Gesprächs zwischen Diana Gutjahr, Vizepräsidentin des Thurgauer Gewerbeverbandes, und Marina Frei aus Raperswilen, die kürzlich ihre Ausbildung zur «Fachfrau Information und Dokumentation EFZ» an der Kantonsbibliothek abschloss. Marina Frei schilderte die vielfältigen Einsatzorte und -möglichkeiten wie Bibliotheken, Dokumentationsdienste oder Archive, die sich ihr nach dieser Berufsbildung eröffnen.
In seinem Schlusswort verdankte Marc Widler, Geschäftsführer des Thurgauer Gewerbeverbandes, insbesondere die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Schulen und der Messeorganisation.

Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege
Auch diesmal waren die Besucherströme immens und inmitten der Aussteller präsentierte der Verband Thurgauer Landwirtschaft VTL seinen Stand mit Informationen zum Berufsfeld Landwirtschaft und seinen Berufen. Lukas Maurer, Präsident der Berufsbildungskommission, betreute am Eröffnungstag den Stand. Er betonte, dass dank des Engagements der Lehrlinge, darunter Stefan Beerstecher (im 2. Lehrjahr zum Gemüsegärtner EFZ), der Kontakt zu vielen jungen Besuchern hergestellt werden konnte. Insbesondere die ausgestellten Küken sowie die Kuh-Attrappe, an der das Melken geübt werden konnte, wirkten als erste Anziehungspunkte. Wer sich zum Melken motivieren liess, wurde mit attraktiven kleinen Sachpreisen belohnt. Lukas Maurer bezeichnet den Messeauftritt des VTL als wertvolle Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege: «Einige Jugendliche haben mich am Stand kontaktiert und konkret nach den Voraussetzungen gefragt, die nötig sind, um eine landwirtschaftliche Ausbildung antreten zu können. Die besten Gespräche hatte ich mit Lehrkräften und Eltern. Bei den Lehrkräften fiel mir auf, dass eher jene für die Sekundarstufe Niveau G oder Kleinklassenlehrer Informationen suchten. Diese Lehrer schienen mir sehr engagiert bei der Thematik Berufswahl und Vermittlung an ihre Schützlinge. Nachhaltig ist aus meiner Sicht ein Besuch der Klassen auf einem Bauernhof, nach Möglichkeit ab Stufe Primarschule, und im Rahmen von SchuB (Schule auf dem Bauernhof) oder Zukunftstage.»


Isabelle Schwander













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