Ausgabe Nummer 28 (2010)
Berufsbildung muss handlungs- und erfahrungsorientiert sein
60 junge Berufsleute durften am Berufs- und Bildungszentrum (BBZ) Arenenberg ihre Fähigkeitszeugnisse entgegennehmen.
Rund 250 Personen fanden sich bei schönstem Sommerwetter auf dem frisch renovierten Arenenberg ein. Bei seiner letzten Begrüssung als BBZ-Direktor stellte Otto Balsiger fest, dass der beru?iche Abschluss das Fundament für eine erfolgreiche Tätigkeit darstelle. Eine permanente Weiterbildung sei nun gefragt: «Es ist wie bei den P?anzen, die nur noch wachsen können, wenn sie immer wieder Nährstoff und Wasser bekommen.» Der Direktor strich die wichtige Rolle der Erfahrung im Bildungsprozess heraus und zitierte dabei Albert Einstein «Alles Lernen ist Erfahrung und der Rest ist Information». Zur landwirtschaftlichen Berufsbildung meint Balsiger: «Die Berufsbildung muss aus meiner Sicht noch mehr handlungs- und erfahrungsorientiert statt informationsorientiert werden. Es wundert mich, dass sich die Landwirtschaft in diesem Punkt so schwer tut. Den Thurgau kann ich dies- bezüglich vollumfänglich ausklammern. Hier hat man die Bedeutung der Handlungs- und Erfahrungsorientierung längst erkannt. Ich bin der Praxis und besonders den Lehrmeistern deshalb sehr dankbar für ihre Unterstützung.»
Einführung überbetriebliche Kurse
Das Grusswort des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL) wurde durch dessen Präsidenten Markus Hausammann über- bracht. Er besann sich auf die Lancierung des linearen Bildungsmodells, welches vor bald zehn Jahren auch mit Hilfe des VTL in Angriff genommen wurde. Mittlerweile sei man erfolgreich in der Festigungsphase mit der Einführung neuer Ausbildungskomponenten wie beispielsweise den überbetrieblichen Kursen. «Ihr seid Teil eures Betriebes und Teil eurer Familie. Ihr seid aber auch Teil unserer Gesellschaft. Und diese Gesellschaft braucht euch auch. Da ist euer Berufsverband, unser Verband Thurgauer Landwirtschaft mit all seinen Fachgruppen und Kommissionen, der euch und eure frischen Ideen braucht», sagte Hausammann. Je mehr von den jungen Berufsleuten mitmachen, um so stärker sei der VTL und umso besser verteile sich die Arbeit auf mehrere Schultern. Aber auch kommunale und kantonale Gremien brauchen die jungen Leute. «Sie brauchen euch, weil kaum ein anderer Beruf die Grundsätze der Nachhaltigkeit, nämlich Ökonomie, Ökologie und soziales Verständnis so stark in sich vereint wie der unsrige», sagte Hausammann.
Bester Abschluss durch eine Landwirtin
Von den total 46 Absolventinnen und Absolventen haben 42 die anspruchsvolle Prüfung bestanden. Chefexperte Rue di Huber freute sich über diesen hohen Prozentsatz sowie über den guten Notendurchschnitt von 4,79. Insgesamt kamen elf Lernende mit einer Durchschnittsnote von 5,3 und höher in die Ränge. Erneut schloss eine weibliche Absolventin, Manuela Merk aus Birwinken, mit der Durchschnittsnote 5,8 am besten ab. «Eine Lehre ist nicht nur eine fundierte fachliche Ausbildung – eine Lehre ist auch eine ausgezeichnete Lebensschule», bekräftigte Huber
Lebenslanges Lernen im Trend
Die Weiterbildung am BBZ wird geschätzt. Dieses Jahr absolvierten gleich 13 Landwirte die Höhere Fachprüfung mit eidgenössischem Diplom – sie werden im Herbst ihr Meisterdiplom in Empfang nehmen können. Die modulare Weiterbildung zur Berufsprüfung konnten 18 Absolventen erfolgreich mit dem eidgenössischen Fachausweis abschliessen.
Mario Tosato

Alle Absolventen landwirtschaftliche Grundbildung mit Note 5,3 und höher (von links nach rechts): Beat Forster, Simon Germann, Willi Näf, Manuela Merk, Lukas Huber, Kevin Büchi, Micha Krähenbühl (Mitte), Marco Sturzenegger, Philip Rothgang, Martin Lüt

Meisterprüfung: 11 der total 13 erfolgreichen Absolventen. (zVg)

Alle Absolventen der landwirtschaftlichen Grundbildung. (zVg)
