Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Berufsinformation Landwirt/Landwirtin

Ausgabe Nummer 46 (2016)

In enger Zusammenarbeit mit dem Verband Thurgauer Landwirtschaft bietet das BBZ Arenenberg Oberstufenschülern und deren Eltern jedes Jahr die Möglichkeit, den Beruf Landwirt / Landwirtin näher kennen zu lernen.

Am 12. November 2016 war es wieder soweit: Rund 70 Jugendliche und Eltern fanden sich im Speisesaal des BBZ Arenenberg zusammen, um sich über den sehr vielseitigen und anspruchsvollen Beruf des Landwirts orientieren zu lassen.

Vielseitiger Beruf mit Zukunftschancen
In einem ersten Referat zeigte Lukas Maurer, Präsident der Berufsbildungskommission des Verbands Thurgauer Landwirtschaft, den Aufbau und Inhalt der landwirtschaftlichen Berufslehre auf. Weiter ging er auf die Berufsaussichten und Weiterbildungsmöglichkeiten ein, welche so vielfältig wie der Beruf selber sind: Es bestehe die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu führen oder sich zum Spezialisten in einem Betriebszweig weiterzubilden und anschliessend von einem Grossbetrieb anstellen zu lassen. Mit entsprechendem Willen und Einsatz würden auch die Türen zu anderen Berufsfeldern offen stehen. So würde man bei der LANDI, der Polizei, beim Zoll, bei Transportunternehmen, aber auch auf dem Bau und in der Politik immer wieder gelernte Landwirte antreffen.

Breite und anforderungsreiche Ausbildung
Ruedi Huber, Leiter Bildung des BBZ Arenenberg, gab in seinen Ausführungen einen Überblick über den Aufbau der dreijährigen Lehre. Die drei Lehrjahre werden auf verschiedenen Lehrbetrieben absolviert, damit trotz der zunehmenden Spezialisierung die Möglichkeit besteht, den Beruf in seiner ganzen Breite fundiert kennen zu lernen. Begleitend zur praktischen Ausbildung auf den Lehrbetrieben wird an einem Tag pro Woche und im Winter zusätzlich während vier Blockwochen am BBZ Arenenberg der Berufsschulunterricht besucht. Acht überbetriebliche Kurse runden das Ausbildungsangebot ab.
Junge Menschen, welche den Beruf des Landwirts ergreifen wollen, müssen sich bewusst sein, dass die Arbeitszeiten mit 55 Stunden pro Woche deutlich länger sind als in anderen Berufen. Neben einer hohen Einsatzbereitschaft und Motivation werden folgende Anforderungen gestellt: Freude an Pflanzen, Tieren und Technik, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit sowie gute Schulleistungen.

Breites Wahlfachangebot
Im Vordergrund der landwirtschaftlichen Ausbildung stehen die Handlungsbereiche Pflanzenbau, Tierhaltung, Mechanisierung und Arbeitsumfeld. Daneben wird im Rahmen von Wahlfächern die Möglichkeit geboten, sich in einem der folgenden Spezialbereiche zu vertiefen: Ackerbau, Beerenbau, biologischer Landbau, Bienenhaltung, Gemüsebau, Geflügelhaltung, Holzkonstruktionen auf dem Bauernhof, Rindfleischproduktion, Schweinehaltung, Schaf- und Ziegenhaltung, Waldwirtschaft.

Ausbildung aus Sicht eines Lernenden
Elia Stettler, welcher derzeit sein drittes Lehrjahr in einem Betrieb mit Obstbau absolviert, berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen. Er findet es wichtig, bei der Lehrstellenwahl auf einen guten Familienanschluss und (über die drei Lehrjahre hinweg) auch auf eine gewisse Vielfalt betreffend den vorhandenen Betriebszweigen zu achten. Ein Lehrjahr in der Westschweiz, wie er es absolviert hat, könne die Ausbildung zusätzlich bereichern.

Empfehlungen eines erfahrenen Lehrmeisters
Lehrmeister Martin Müller, welcher zusammen mit seiner Familie in Kümmertshausen einen Milchwirtschaftsbetrieb führt betonte, dass es sehr wichtig sei, dass die Lernenden mit Motivation und Freude ihre tägliche Arbeit verrichten können. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und ein gutes Zusammenleben mit der Lehrmeisterfamilie seien Offenheit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit von grosser Bedeutung.

Lehrstellenwechsel auch über die Kantonsgrenzen möglich
Bei der Umfrage wurde die Frage gestellt, ob es trotz der unterschiedlichen Unterrichtsverteilung (CH: Unterrichtsschwerpunkt im dritten Lehrjahr, TG: Gleichmässige Unterrichtsverteilung über alle drei Lehrjahre) möglich sei, ein Lehrjahr in einem anderen Kanton zu absolvieren. Folgende Möglichkeiten bestehen: Ein Übertritt in den Kanton Thurgau ist nach einem ersten ausserkantonalen Lehrjahr noch möglich. Ein Wechsel aus dem Thurgau in einen anderen Kanton ist nach jedem Lehrjahr möglich.


BBZ Arenenberg
Ruedi Huber
Leiter Bildung










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