Ausgabe Nummer 34 (2008)
Beste Werbung für Mutterkuhhaltung
Für zwei Tage war Wil die Hauptstadt der Mutterkuhhaltung
Rund 30000 Besucherinnen und Besucher fanden Gefallen an der Mutterkuhhaltung mit 15 bekannten Rassen. Positiv wurde auch die hohe Fleischqualität zur Kenntnis genommen. Während zwei Tagen entwickelte sich ein eigentliches Volksfest.Am letzten Samstag und Sonntag waren die Altstadt und die Einkaufsstrasse von Wil SG zweitweise richtiggehend «verstopft ». Für einmal stand dieser Stadtteil ganz im Zeichen der schönsten Mutterkühe der Ostschweiz. Unter dem Motto «Meat in Town» lud der Verband Mutterkuh Schweiz (vormals SVAMH) zur beef 08 in die Stadt ein. 30 000 Besucherinnen und Besucher freuten sich an Kühen, Rindern und Kälbern von 15 verschiedenen Rassen. Carl Brandenburger, Gesamtleiter Gutsbetrieb Plantahof, verstand es via Lautsprecheranlage, welche auf der Oberen Bahnhofstrasse installiert war, viel Wissenswertes zu vermitteln. Er unterhielt sich unter anderem mit Vertretern der Rassen «Galloway», «Angus» und «Highland Cattle», die aus Schottland stammen, die französischen «Aubrac», «Blonde d"Aquitaine» und «Charolais», die italienische Rasse «Piemontese» oder die Schweizer Tiere «Simmental» und «Grauvieh». Die Besucher erfuhren viel Interessantes über Zucht, Haltung, Fleischqualität und Einkaufmöglichkeiten. Zu sehen waren aber nicht nur Mutterkühe, sondern auch Schafe und Ziegen. Die Kinder hatten Gelegenheit, im Streichelzoo viele Bauernhoftiere besser kennenzulernen.
Gelungene Imagewerbung für Mutterkuhhaltung
Begeistert über die beef 08 zeigte sich Freddy Köpfli, ehemaliger Geschäftsführer der Fleisch- und Wurstwaren AG St. Gallen, der den verdienten Ruhestand geniesst. Frage man die Konsumentinnen und Konsumenten, für was Kühe und Rinder stehen, erhalte man schnell zur Antwort: «Für Milch, Käse und Butter.» Fleisch höre man nur sehr selten. Dabei sei es in den letzten Jahren der Mutterkuhhaltung gelungen, die Fleischqualität nachhaltig zu steigern. So stehe heute die Fleischqualität auf einem hohen Niveau wie in Frankreich oder Schottland. Köpfli spricht von einer gelungenen Imagewerbung für die Schweizer Mutterkuhhaltung und Schweizer Qualitätsfleisch. Lobende Worte für die beef 08 fand auch Andreas Binswanger, Präsident des Thurgauer Bauernverbandes. Er sprach von einer hohen Professionalität der gesamten Veranstaltung, wobei die Präsentation der Mutterkuhhaltung mit dem Bauernmarkt in der Altstadt und der Barbecue-Schweizer- Meisterschaft mit 12 Teams sehr gut ergänzt wurden. Komplimente an die Organisatoren verteilte auch Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, den vor allem der grosse Publikumsaufmarsch beeindruckte. «Das ist Beweis, dass sich die Bevölkerung für die Tierhaltung und den Tierschutz interessiert.» Nach Walters Meinung findet die Haltung von Mutterkuh, Rind und Kalb grosse Zustimmung. Die verschiedenen Fleischdegustationen hätten auch gezeigt, dass die Besucher die hohe Fleischqualität und die Lebensmittelsicherheit schätzen.
Vielfältiges Angebot am Bauernmarkt
Ausgezeichnet zu gefallen wusste auch der Bauernmarkt in der schmucken Wiler Altstadt. Das Angebot der Bauernfamilien an rund 60 Ständen reichte vom Bauernbrot, Käse, frischem Gemüse, Rauchwürsten, selbstgemachter Konfitüre bis hin zu Ostschweizer Weinen und liess kaum Wünsche offen. Angeboten wurde auch bäuerliches Kunsthandwerk. OK-Vizepräsident Urban Dörig, Mettlen TG, Verantwortlicher für den Bauernmarkt, beobachtete, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten das Gespräch mit den Bäuerinnen und Bauern suchten und sich dabei über die Produkte informierten. Laut Dörig waren die Bauernfamilien mit dem Verkauf an den Ständen sehr gut zufrieden. Einzelne hätten gar von Rekordumsätzen geschwärmt.
Mario Tosato

