Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
22. November 2019


Betriebshelferdiest - Herausforderungen früher und heute

Ausgabe Nummer 43 (2019)

Fällt auf einen Bauernbetrieb notfallmässig eine Arbeitskraft aus, möchte die Familie in die wohlverdienten Ferien und braucht einen Melker, oder gibt es Arbeitsspitzen, welche nur mit einem zusätzlichen Mitarbeiter bewältigt werden können? Bereits seit 20 Jahren greifen die Betriebshelfer der Maschinenring Ostschweiz AG den Bauernfamilien unter die Arme.

Attraktiver Nebenverdienst vor 20 Jahren
Bei der Gründung der Maschinenring Ostschweiz AG, ehemals MBR Thurgau AG, waren die Bauernfamilien, aber auch die Verbände an einer breit abgestützten und guten Lösung für einen funktionierenden Betriebshelferdienst interessiert. Es konnte ein gut ausgebildeter Mitarbeiterstamm aufgebaut werden. Die jungen Landwirte konnten ihr Wissen durch die vielseitige Arbeit auf den Betrieben erweitern, Verantwortung übernehmen und ein Zusatzeinkommen erzielen. Egal ob die Aufträge nur für kurze Zeit oder aber längerfristig waren, hatten wir stets genügend Personal. Denn die Betriebshelfer waren motiviert und die Geschäftsstelle war gefordert, für alle Mitarbeiter immer ausreichend Arbeit zu beschaffen. Um der gewünschten Auslastung jedes Mitarbeiters gerecht zu werden, konnten auch diverse Aufträge im Gewerbe (Zimmermann, Bau etc.) abgedeckt werden.

Arbeitssituation als heutige Herausforderung
Mit der Entwicklung der Landwirtschaftsbetriebe hat sich auch die Technik gewandelt. Heute reichen die Einsätze von einem Zehn-Kuh-Betrieb mit Eimermelkanlage bis zu einem Roboterbetrieb mit 100 Milchkühen. Die voranschreitende Mechanisierung erleichtert zwar die tägliche Arbeit, fordert aber vom Betriebshelfer zusätzliches Wissen über das jeweilige Management. Die Herausforderung besteht deshalb darin, Mitarbeiter zu finden, welche mit den unterschiedlichsten Betriebsgrössen und der dazugehörigen Technik zurechtkommen. Neben der grossen Diversität der Betriebe stehen wir heute auch vor der Herausforderung, überhaupt genügend Betriebshelfer zu finden. Ausgebildete Landwirte finden auf dem heutigen Arbeitsmarkt schnell eine gut bezahlte Stelle mit geregelten Arbeitszeiten und freien Wochenenden – bedauerlicherweise meistens im Gewerbe, obwohl auch wir uns mit zeitgemässen Löhnen zeigen dürfen. Im Gegenzug häufen sich die Stelleninserate für landwirtschaftliche Mitarbeiter und die Anfragen beim Betriebshelferdienst. Die Konkurrenz um gute Mitarbeiter ist gross. Die Maschinenring Ostschweiz AG und auch die Branchenverbände haben die Problematik erkannt und versuchen, den fehlenden Arbeitskräften auf verschiedenen Ebenen entgegenzuwirken. So sollen beispielsweise alle Betriebshelfer von modernen Anstellungsbedingungen profitieren können.
Eines ist klar: Der Betriebshelferdienst – eine gute Sache für alle Bauernfamilien – ist nicht mehr wegzudenken. Wir sind motiviert und gut gesinnt, auch für die Zukunft eine gute Stütze für alle Landwirte zu sein.


Text und Bild: www.maschinenring.ch




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