Ausgabe Nummer 43 (2006)

zurück zur Übersicht

Betriebsleiterausbildung – Vom Landwirt zum Unternehmer

Zweistufige Weiterbildung in modularer Form


Produzieren allein genügt heute nicht mehr. Wer einen Betrieb erfolgreich in die Zukunft führen will, muss Schwerpunkte setzen, unternehmerisch denken und über ein gutes Netzwerk verfügen. Die modular aufgebaute und vom Schweizerischen Bauernverband koordinierte Betriebsleiterausbildung liefert das notwendige Rüstzeug.

Während in der Grundausbildung vor allem praktische Fähigkeiten und theoretisches Grundwissen geschult werden geht es in der Betriebsleiterausbildung um die Vertiefung der Kenntnisse im Bereich Produktion, die Verknüpfung von Produktion und Betriebswirtschaft sowie die vertiefte Ausbildung im Bereich der Betriebsführung. Von grosser Bedeutung ist die Förderung des unternehmerischen Denkens und des Kontaktes mit wichtigen Akteuren im Bereich der Thurgauer Landwirtschaft.
Die Ausbildung erfolgt zweistufig in modularer Form. Die erste Stufe mit Schwerpunkt Produktion schliesst mit der Eidgenössische Berufsprüfung ab, die zweite Stufe mit Schwerpunkt Betriebsführung mit der Eidgenössische. Meisterprüfung. Das Schwergewicht der Ausbildung liegt in den Wintermonaten. Während dieser Zeit muss pro Woche mit ein bis zwei Ausbildungstagen gerechnet werden. In den Schuljahren, welche in einem ungeraden Jahr beginnen, werden die Module für die Berufsprüfung ausgebildet. In den in einem geraden Jahr beginnenden Schuljahren werden die Module der Meisterprüfung ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt berufsbegleitend und kann innerhalb von zwei bis maximal fünf Jahren absolviert werden. Ein Ausbildungsbeginn ist in jedem Herbst möglich.

Stufe Berufsprüfung
Die Absolventen der Berufsprüfung erlangen mit dem erfolgreichen Bestehen der Modullernzielkontrollen die Kompetenzen, um einzelne Betriebszweige eines Landwirtschaftsbetriebes er-folgreich zu führen. Eine Spezialisierung auf gewisse Produktionssegmente ist möglich. Neben den beiden Pflichtmodulen „Persönliche und methodische Kompetenzen“ und „Wirtschaftlichkeit und Organisation der Betriebszweige“ kann ein persönliches Ausbildungsprogramm aus rund 40 Modulen zusammengestellt werden. Bei genügender Beteiligung werden die Kurse am LBBZ Arenenberg angeboten. Speziellere Module mit wenigen Teilnehmern pro Kanton werden in Zusammenarbeit mit anderen Landwirtschaftsschulen angeboten. Eine Übersicht über das Modulangebot finden Sie im Internet unter www.arenenberg.ch , Register Höhere Fachschule Landwirtschaft/Betriebsleiterschule oder unter www.bauernverband.ch, Register Vielfalt Landwirtschaft.

Stufe Meisterprüfung
Bei der Vorbereitung der Meisterprüfung lernt man, einen Landwirtschaftsbetrieb wirtschaftlich, markt- und umweltgerecht zu planen, zu organisieren und zu leiten. Gleichzeitig werden die Grundlagen der Produktvermarktung vermittelt und die Kenntnisse betreffend den allgemeinen Aufgaben der Landwirtschaft erweitert.
Wer die Meisterprüfung absolvieren will muss die Berufsprüfung bestanden und folgende fünf Meisterprüfungsmodule erfolgreich absolviert haben:
– Volkswirtschaft und Agrarpolitik
– Marketing
– Agrarrecht und Unternehmensformen
– Versicherungen, Steuern, Personalrecht
– Betriebskalkulation und Finanzierung
Die Schlussprüfung der Meisterprüfung umfasst folgende drei modulübergreifenden Prüfungsteile:
– Ausarbeitung einer Betriebsstudie
– Präsentation der Betriebsstudie und Betriebsrundgang
– Angewandte Unternehmensführung
Erfolgreiche Absolventen der Meisterprüfung können sich später als Lehrmeister anerkennen lassen und anschliessend selber Lehrlinge ausbilden.

Meisterprüfung 2007 mit 16 Kandidaten
Derzeit besuchen am Arenenberg rund 25 Landwirte die modulare Weiterbildung, welche in diesem Winter der Stufe Meisterprüfung gewidmet ist. Von diesen haben sich 16 für die Meisterprüfung, welche im Frühling 2007 stattfinden wird, angemeldet.
In der Regel wird die ganze Ausbildung innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen. Immer öfter wird sie jedoch auch auf drei oder vier Jahre verteilt, da dann die nebenberufliche Arbeitsbelastung in einem vernünftigen Rahmen gehalten werden kann.

In jedem Fall ein persönlicher Gewinn
Selbstverständlich kann die modulare Weiterbildung jederzeit auch ohne Prüfungsabsicht besucht werden. Neben der Erweiterung des Fachwissens eröffnen der Kontakt mit unternehmerischen Berufskollegen sowie die Erweiterung des persönlichen Netzwerkes Richtung Vermarktung, Vollzug, Beratung und Politik auch ohne Prüfung viele neue Perspektiven für den eigenen Betrieb. Nutzen Sie das Angebot , Sie werden es sicher nicht bereuen.

LBBZ Arenenberg, Fachstelle Berufsbildung Landwirt, Ruedi Huber

Für Auskünfte zur der Weiterbildung, der Berufs- und Meisterprüfung steht Ihnen die Fachstelle Berufsbildung des LBBZ Arenenberg zur Verfügung. Erreichbar unter Telefon 071 663 31 45 oder per E-Mail ruedi.huber@tg.ch. Weitere Informationen sind auch im Internet unter www.arenenberg.ch abrufbar.





Meisterprüfungskanditat bei der Präsentation der Betriebsstudie. (LBBZ)
Meisterprüfungskanditat bei der Präsentation der Betriebsstudie. (LBBZ)