Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Bevölkerung zeigte grosses Interesse

Ausgabe Nummer 4 (2016)

Zweiter öffentlicher Workshop im Kloster Fischingen betreffend regionaler Naturpark

Was ist ein Naturpark und wie könnte er sich positionieren? 80 Interessierte nahmen das Angebot an, sich zu den Fragen im Kloster Fischingen zu informieren und mitzureden.

Die bereitgestellten Stühle im grossen Seminarraum im Kloster Fischingen waren bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Veranstaltung besetzt. Werner Ibig und seine Crew holten von überall her Stühle, um den Besuchern aus der Region, aber auch aus den zürcherischen Gemeinden des Verbundes Pro Zürcher Berggebiet (PZB), genügend Sitzmöglichkeiten zu bieten. Nachdem der erste Workshop, der vor ein paar Monaten im zürcherischen Wald angeboten wurde eher schlecht besucht war, sprengte der am 20. Januar durchgeführte Anlass im Hinterthurgau fast den Rahmen. «Nähe schafft Zusammengehörigkeit », sagte Ernst Kocher, Präsident von PTB bei seiner Begrüssung und riet den Anwesenden, nicht nur nett zuzuhören, sondern auch kritische Voten einzubringen. Man stehe heute noch vor der Startlinie eines möglichen Naturparks, noch sei es zu früh für rote Köpfe und das «Wändehochgehen». Heute wolle man die Bevölkerung informieren, Fragen beantworten und spüren, wie sich ein möglicher Naturpark positionieren könnte.

Keine neuen Gesetze
«Was ist uns besonders wichtig, was haben wir und was wollen wir unbedingt erhalten?» Diese Fragen seien wichtig und helfen, dem eigenen Naturpark ein Gesicht zu geben, erklärte Stefan Forster, ZHAW, der an seinem Institut Umwelt und natürliche Ressourcen die Machbarkeitsabklärung durchführt. Denn ob ein Naturpark erfolgreich umgesetzt und betrieben werde, ergebe sich nicht nur aus möglichen Markttrends und natur- und kulturräumlichen Voraussetzungen, ganz wichtig sei auch die Akzeptanz der Bevölkerung. «Wir brauchen ihre Ideen», deshalb werde auch der umfassende Fragebogen zu den Einschätzungen der Bevölkerung in die Machbarkeitsabklärung einfliessen, erklärte Forster weiter. Fragesteller, die sich vor neuen Gesetzen, Auflagen und Einschränkungen fürchten, konnte er beruhigen. «Ich versichere Ihnen, dass bei einem Naturpark keine neuen Vorschriften und Auflagen dazukommen. » Selbstverständlich müsse man sich an die heutige Gesetzgebung halten, neue Auflagen kämen hingegen keine dazu. Damit sich die Anwesenden ein Bild von einer möglichen Umsetzung einer Idee im Regionalen Naturpark Schaffhausen machen konnten, war Walter Schnell, Präsident Baumeisterverband Schaffhausen-Weinland, eingeladen, das «Schaffhauser Haus», ein Projekt, das innerhalb des Naturparks Schaffhausen die regionale Wirtschaft stärken soll, vorzustellen.

«Schaffhauser Haus»
Weil heute Bauinteressierte meist im Internet die günstigsten Baumeister, Handwerker und Lieferanten suchen, habe man sich in Schaffhausen überlegt, wie man die regionale Wertschöpfung möglichst im eigenen Kanton behalten könne und sie nicht vermehrt über die Grenze verliere. Mit dem vorliegenden Projekt «Schaffhauser Haus» wolle man der schwindenden regionalen Wertschöpfung mit Baustoffen aus der Region, von eigenen Handwerkern in traditioneller Handwerkskunst verarbeitet, entgegenwirken. Stoffkreisläufe sollen nachhaltig geschlossen werden, um auch das lokale Ausbildungsangebot aufrecht zu erhalten. Das Projekt werde vom Naturpark finanziell, personell und im Marketing unterstützt. Während des feurigen Referates konnte bei vielen Anwesenden zustimmendes Nicken beobachtet werden.

Zum Schluss eine Gerstensuppe
In acht Zehnergruppen wurden schliesslich mögliche Positionierungen diskutiert und auf grossen Flipcharts vermerkt. Könnte sich der Naturpark mit den Attributen: bodenständig, gesund und glücklich, dem Pilgerweg, Waldreichtum, dem vielen Holz, Textilhandwerk oder dem Wasser als Lebensquelle positionieren? Oder doch eher als Tössbergland oder Region der natürlichen Produktionen? Die Verantwortlichen wollen die zusammengetragenen Ideen auf ihrer Homepage www.prozb.ch veröffentlichen.

Als Schlusspunkt wurde den Anwesenden im Klosterrestaurant eine währschafte Gerstensuppe serviert.

Am 16. März findet der nächste Workshop in Eschenbach SG statt, später werden in allen Regionen weitere Veranstaltungen durchgeführt.


Ruth Bossert







« zurück zur Übersicht