Ausgabe Nummer 8 (2007)
Bio muss agil und aktiv bleiben
Hauptversammlung des Vereins Ostschweizer Biobäuerinnen und -bauern (VOB) in Gossau SG vom 14. Februar 2007 auf dem «Hofstadl Albertschwil»
Die Knospe ist zwar gut positioniert, verlangt aber nach steter Bearbeitung in einem Markt, auf dem sich Werte und Haltungen rasch ändern.Der VOB sieht Anzeichen, dass für den Absatz von Bio die Talsohle erreicht ist und nun zu neuen Höhen aufgebrochen wird.
Hannes Weilenmann, Kopräsident des VOB, informierte, dass aufgrund der positiven Resonanz auch im Herbst 2007 der Bio-Markt in Weinfelden durchgeführt wird, und zwar am 1. September. Kurt Müller, Kopräsident des VOB, betonte, dass Bio auf Glaubwürdigkeit beruhe. Diese stehe bei einer Lockerung auf dem Spiel: «Wenn im Weinbau noch Teilumstellungen ermöglicht werden, dann zeitlich beschränkt und nur für den Weinbau. Von Seiten des Vorstandes bemühen wir uns, auf die National- und Ständeräte Einfluss auf den Beibehalt der Gesamtbetrieblichkeit zu nehmen.» Der VOB kämpft aktiv gegen den Mitgliederschwund und bietet Chancen zur gegenseitigen Unterstützung und des Näher- Zusammenrückens innerhalb der Bewegung. Geplant ist, Besuchstage zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch durchzuführen und spezifische Themen durch geeignete Referenten zu vertiefen.
Klimagruppe gegründet
Hannes Weilenmann gab seiner Sorge um Klimaveränderungen Ausdruck und betonte, dass der Umstand, wonach Biolandbau mehr CO2 binde, als Trumpf kommuniziert werden muss. Die Kohlendioxid- Rückbindung ist bei weiten Fruchtfolgen mit mehrjährigem Kleegras und bei Düngung mit Mist aufgrund der höheren Humusgehalte im Boden, der längeren Begrünungszeiten durch Zwischenfrüchte und der grösseren Wurzelmassen der Hauptfrüchte wesentlich grösser. Das Bioforum Schweiz habe sich auf dem Möschberg mit Energiefragen auseinandergesetzt und eine Klimagruppe gegründet, die Lösungen erarbeiten will und vernetzt auf den Ebenen Beratung, Forschung und Praxis arbeitet. Interessierte für die Mitarbeit in der Klimagruppe können sich bei Hannes Weilenmann, Basadingen, der Agroscope Reckenholz oder bei Fredi Strasser, Unterstammheim, melden.
Aufwertung der Knospe
Die Kopräsidenten des VOB stellten fest, dass sie erste positive Signale durch den Wechsel der Geschäftsführung bei Bio Suisse wahrnahmen. Deshalb hatten sie Markus Arbenz an die HV eingeladen,um zu erfahren, wo Bio Suisse aktuell steht. Arbenz berichtete von der Idee einer Aufwertungsstrategie, welche erst «andiskutiert » ist und über die an der DV der Bio Suisse befunden wird. Zu dieser Strategie würden Markenzusätze wie eine Regiooder Gourmet-Knospe gehören. Für den Absatz von Bio werde noch wichtiger zu zeigen, dass es nicht nur eine Prozessqualität ist, sondern Genuss bedeutet. Bio Suisse möchte, dass die Direktvermarkter noch mehr Stimme entwickeln, sie stellen ein grosses Potenzial dar. Deshalb hofft sie, in der neuen Bio-Knospe-Kommunikation die Direktvermarkter noch vermehrt miteinbeziehen zu können.
Isabelle Schwander

(v. l.) Kurt Müller, Kopräsident des Vereins Ostschweizer Biobäuerinnen und -bauern (VOB); Hannes Weilenmann,Kopräsident des VOB, und Markus Arbenz, Geschäftsführer Bio Suisse (Isabelle Schwander)
