Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Bio will kritisch bleiben und hinterfragen

Ausgabe Nummer 9 (2017)

Hauptversammlung 2017 von Bio Ostschweiz am Landwirtschaftlichen Zentrum SG in Flawil

Zentrale Themen waren die Bio-Umstellwelle und die Weiterentwicklung der Knospe.

Sepp Sennhauser, Co-Präsident SG, sieht die zahlreichen Neu-Umstellerbetriebe auf Bio grundsätzlich positiv, damit rücke die Vision eines Biolandes Schweiz näher. Herbert Schär, Co-Präsident TG, thematisierte den Versuchsbetrieb in Tänikon (TG), der seit Anfang Jahr durch das BBZ Arenenberg geführt wird. Nachdem dies im Spätsommer 2016 bekanntgegeben wurde, gelangte Bio Ostschweiz im September mit der Forderung an die Entscheidungsträger, diesen Betrieb auf Bio umzustellen. Dazu wurde eine Gruppe Bio-Tänikon gebildet, vertreten durch Herbert Schär, Roland Heuberger und Peter Schweizer. Herbert Schär sagte, das BBZ Arenenberg werde dazu eine Machbarkeitsstudie erstellen. Mit den Kontakten zum BBZ Arenenberg soll darauf eingewirkt werden, dass die Bio-Anliegen von den Entscheidungsträgern mitberücksichtigt werden. Die Ostschweizer Bio-Landwirte möchten die Produktion einheimischer eiweisshaltiger Futtermittel fördern. Andy Vogel, Geschäftsführer der «IG Eiweissfutter aus einheimischen Leguminosen», berichtete vom Projekt «Swiss green protein». 2016 erfolgten weitere Entwicklungsschritte bei den Saatgutmischungen. Aktuell sind nun drei Mischungsrezepturen, geeignet für unterschiedliche Standortregionen, erhältlich. Im Herbst 2016 sind einige neue Produzenten bei Swiss green protein hinzugekommen. Dies erlaubt für 2017 eine grössere Produktions- und Absatzmenge. Andy Vogel sagte, dass die Initianten motiviert sind, das Projekt in diesem Jahr voranzubringen.

Markt wächst weiter
Daniel Fröhlich, Bioberater am BBZ Arenenberg, hat seinen Rücktritt aus dem Vorstand eingereicht. Er nimmt jedoch in seiner Funktion als Bioberater TG weiterhin an Sitzungen teil. Als seine Nachfolge wurde Barbara Oppliger, Bioberaterin am LZSG Salez, gewählt.
Im Anschluss an den statutarischen Teil thematisierten Nicole Kleinschmidt von Bio Suisse und Urs Brändli, Präsident Bio Suisse, die Markttendenzen. Der Biomarkt wächst weiter, dazu braucht es das nötige Angebot und einen Flächenausbau. Nicole Kleinschmidt stellte die verschiedenen Absatzförderungsmassnahmen durch Bio Suisse, zum Beispiel die Melk-Tournee oder Degustationen vor. Urs Brändli sagte, es sei eines der Ziele, die Knospe weiter zu entwickeln, beispielsweise im Bereich Tierwohl und Nährstoffkreisläufe. In Anbetracht dessen, dass zum Beispiel Coop den Biomarkt bis 2015 verdoppeln möchte, gebe es ausreichend Marktchancen, und somit seien die zahlreichen Bio-Umstellbetriebe eine Bereicherung. Er warf die Frage auf «Wo geht die Reise hin?» bei der Entwicklung der Technologien. Urban Farming und Precision Farming werden vermehrt Einzug halten, und man müsse sich überlegen, wieviel Technologie zum Biolandbau passt. Urs Brändli ist überzeugt, dass Hors-sol noch vermehrt Druck auf den Gemüsebau ausüben wird. Erklärtes Ziel wäre es, für eine nächste Generation fruchtbare Böden beizubehalten, möglichst mit dem dafür nötigen Humusaufbau.


Isabelle Schwander




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