Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Biodiversität: Gesundes Wachstum

Ausgabe Nummer 35 (2016)

Ostschweizer Biomarkt

Am vergangenen Samstag wurde bereits zum 12. Mal in Folge das Zentrum von Weinfelden zum Treffpunkt von Anbietern und Konsumenten der Ostschweizer Bioproduktion.

Im Mittelpunkt standen Lebensmittel sowie Produkte und Informationen zum Thema «Biodiversität». Das jährliche Sonderthema wird jeweils von Bio Suisse für alle Biomärkte in der Schweiz vorgegeben. Organisiert wird der Biomarkt von Bio Ostschweiz, dem Kornhaus Vogelsang (Produktions- und Dienstleistungsbetrieb für Menschen mit einer Beeinträchtigung) und dem Fachgeschäft Biosfair in Weinfelden. Gastrobetriebe luden zum Geniessen ein, und das abwechslungsreiche Kulturangebot sorgte für Unterhaltung. Danach befragt, sagte Jakob Rohrer von der Fachstelle für den Biolandbau am BBZ Arenenberg, dass die Bioproduktion den Begriff «Biodiversität» sehr breit gefasst versteht. Bei den Obstsorten beinhalte Biodiversität immer auch die Chance der Risikoverteilung. Es sei nicht immer einfach, bei Bio schorfresistente Sorten zu erhalten. «Diese beruhen alle auf dem gleichen Gen. Jetzt ist dieses durchbrochen, und es besteht eine zu schmale Resistenz bei den Obstsorten, deshalb geht die Suche nach breiter abgestützten, resistenten Sorten weiter», so Jakob Rohrer. Beim Weizen ist die Biodiversität klein: Von der Sortenzüchtung Kunz gibt es eine sehr robuste Sorte (Wiwa), die nicht auswuchsgefährdet und qualitativ ausgezeichnet ist und deshalb sehr verbreitet angebaut wird.

Informieren und sensibilisieren
Die Biolandwirtschaft hat eine Liste von Massnahmen zur Förderung der Wildpflanzen und ist bemüht, durch möglichst vielfältige Kulturen für artenreiche Lebensräume zu sorgen. Von grosser Bedeutung sind die Blühstreifen im Kulturland. Mit diesen habe die Bioproduktion gute Erfahrungen gemacht. Insbesondere in Gemüsefeldern, wo die Schlupfwespe die Schädlinge bekämpft. «Es ist eine Wunschvorstellung, symbolisch gesehen ‹alle Fliegen mit einer Klappe zu schlagen› in der Schädlingsbekämpfung, aber die Tendenz geht in die entsprechende Richtung», so Jakob Rohrer. Er denke, dass im Bereich der Technologien zur Unkrautbekämpfung noch weiter gearbeitet werden muss. Der Einsatz von Jätrobotern beispielsweise sei in greifbare Nähe gerückt. Am Biomarkt wurden die Konsumenten mit Infoplakaten dafür sensibilisiert, dass (Bio) Landwirtschaft immer ein Eingriff ins Ökosystem bedeutet. Die Produzenten möchten nicht mit der Illusion «einer heilen Welt» in den Vordergrund treten, sondern aufzeigen, dass Biodiversität den Weg von der Aussaat bis auf den Teller beinhaltet. Damit sind auch die Konsumenten in der Pflicht, die mit dem Anpflanzen von Wildpflanzen und Blumen im Kleinen einen Beitrag zur Biodiversität leisten können. Auch hierfür gab es zahlreiche Anbieter an den Marktständen des Biomarkts.


Isabelle Schwander










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