Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Biodiversitätsförderung im Schweizer Getreidebau

Ausgabe Nummer 25 (2017)

In diesen Tagen beginnt es in den kleinen Biodiversitätsflächen in den Brotgetreidefeldern zu blühen. Einerseits profitieren die Wildblumen, andererseits sollen auch Brutgelegenheiten für die Feldlerche geschaffen werden.

Immer wieder steht die Schweizer Landwirtschaft am Pranger, dass sie mit ihren Produktionsformen zum Schwund der Artenvielfalt und Biodiversität beiträgt. Doch es ist die produzierende Landwirtschaft, welche bewusst aber leider vielfach kaum beachtet, mit verschiedensten Massnahmen zur Vielfalt und deren Erhaltung beiträgt. Gerade die Rückkehr von Fuchs und Dachs bis in die urbanen Gebiete sowie die vielen Raubvogelarten zeigen, dass es Lebensraum für bestimmte Wildtiere gibt. Doch dieser teilweise übermässige Wildtieranteil sorgt auch dafür, dass es andere aufgrund der überzähligen natürlichen Feinde es schwer haben, zu überleben. Der enorme Fuchsbestand und auch verschiedene Raubvögel sorgen dafür, dass die Wildhasen oder Rebhühner Mühe haben, sich gegen sie durchzusetzen. Bei der Pflanzenvielfalt wäre in vielen Grünflächen in Wohnquartieren noch einiges möglich. Doch statt Wildblumenwiesen, einheimische Sträucher und Bäume, regieren dort grüne Rasen, exotische Stauden und oftmals standortfremde Bäume. Damit lassen sie vielen kleinen Säugetieren, Insekten und auch seltenen Pflanzen keinen oder kaum Spielraum.

Oasen für die Biodiversität
In der Landwirtschaft wird aber viel unternommen, und für den Artenschutz Einsatz geleistet. In Winterweizenfeldern werden bewusst, jeweils in Sämaschinenbreite und auf einer Länge von 5 bis 10 m, kleine Nischen ohne Getreidesaat angelegt, welche dann mit speziellem Saatgut begrünt werden. «Die IP-Suisse fördert die Biodiversität mit diesen kleinen Wildblumenoasen. Sie dienen zudem der Feldlerche, welche hier einen idealen Lebensraum vorfindet» heisst es in einer Broschüre von IP-Suisse. Zugleich finden auch Wildbienen und andere Kleinlebewesen darin wertvolle Nahrung und Unterschlupf. Auch die typischen Getreidebegleitpflanzen wie der Mohn oder die Kornblume sind in diesen Nischen anzutreffen. Bis zur Getreideernte können die Feldlerchen und andere Bodenbrüter ihren Nachwuchs aufziehen. Zugleich versamen die Wildblumen, sodass sich auch diese fortpflanzen können.


Roland Müller




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