Ausgabe Nummer 19 (2008)

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Biologische Abluftwäscher im Schweinestall

Eine praktikable Lösung für eine Minderung des Ammoniakausstosses?

Heute werden biologische Abluftwäscher in der Schweinehaltung fast ausschliesslich zur Geruchsminderung auf Druck der Bevölkerung eingesetzt. Dies bestätigt Paul Hungerbühler von der Hungerbühler Klima AG. Da sich Stallgerüche vor allem aus Ammoniak und Schwefelwasserstoff zusammensetzen, reduzieren Biowäscher natürlich auch den Ammoniakgehalt der Abluft aus dem Schweinestall. Gemäss Paul Hungerbühler kann der Ammoniakgehalt der Abluft durch einen guten Biowäscher, der einwandfrei funktioniert, um rund 99 Prozent reduziert werden. Durch das Waschen der ammoniakbelasteten Stallluft im Biowäscher entsteht nitrithaltiges Wasser und schliesslich Nitrat, also gebundener Ammoniak. Dieser gebundene Ammoniak wird grösstenteils biologisch umgewandelt und periodisch als abgebauter Restschlamm über das Wasserauffang- und Absetzbecken in die Güllengrube weitergeleitet. Die eintretende Stallluft wird im Gegenstromprinzip nach oben gesaugt und dort mit einer mikroorganismenhaltigen Waschflüssigkeit gewaschen wird. So werden die unerwünschten Stallluftinhaltsstoffe von der Gasphase in die flüssige Phase überführt und gleichzeitig abgebaut. Die Mikroorganismen sind auf den sogenannten Füllkörpern im Wäscher fest angesiedelt. Man spricht von einem biologischen Rasen. Das über diesen Rasen fliessende Waschwasser versorgt die Mikroorganismen mit Sauerstoff und Substrat. Das Waschwasser wird durch die Mikroorganismen regeneriert und die gereinigte Abluft kann über einen Kamin ins Freie entweichen.

Auch für Betriebe mit Auslauf geeignet
Auch Betriebe mit einem Aussenklimabereich können einen Biowäscher durchaus einsetzen. Die Luft im Auslauf muss allerdings zwangsgeführt werden, damit sie punktuell abgesaugt und dem Wäscher zugeführt werden kann. Dazu ist allerdings eine Überdachung des Aussenklimabereiches zum Beispiel mit einem Windschutznetz nötig. Gemäss Paul Hungerbühler kann so 80 Prozent der Aussenluft mit einem Wirkungsgrad von rund 80 Prozent gereinigt werden. Der Unterhalt eines Biowäschers beschränkt sich im Wesentlichen auf das Reinigen des Füllkörpers. Das sollte zweimal pro Jahr durch das Zugeben von viel Wasser mit wenig Druck geschehen. Da ein Biowäscher nur aus Kunststoff und Chromstahl besteht, beträgt die Lebensdauer mindestens 25 Jahre. Die Kosten für einen Biowäscher liegen bei zirka Fr. 1000.? pro 1000 m3 gereinigte Luft pro Stunde. Bei einem Schweinemaststall mit 500 Mastplätzen müssen pro Stunde etwa 50000 m3 Luft gereinigt werden.

Einsatz in der Schweinehaltung?
Die relativ hohen Anschaffungskosten des Biowäschers zeigen, warum der Abluftreiniger trotz des hohen Potenzials zur Ammoniakreduktion in der Praxis nur zur Geruchsreduktion auf Druck von aussen zur Anwendung kommt. Die Wirksamkeit der Biowäscher in Bezug auf die Ammoniakemissionen wird nun von der Forschung nochmals eingehend geprüft. Bei positiven Ergebnissen seitens der Forschung ist eine Förderung von Abluftreinigern von Bund und Kantonen durchaus möglich. Dann ist der Einsatz auf den Schweinehaltungsbetrieben zur Reduktion von Ammoniak realistisch. Allerdings ist in jedem Fall eine einzelbetriebliche Beurteilung nötig.

BBZ Arenenberg, Fabienne Schälchli


Stall mit Biowäscher. (zVg)
Stall mit Biowäscher. (zVg)