Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Blumenwiesentag 2016: Trotz idealem Heuwetter viele Besucher

Ausgabe Nummer 21 (2016)

Zum ersten Mal fand der kantonale Blumenwiesentag im Rahmen des Festivals der Natur statt. Im Thurvorland konnten insgesamt vier neu angesäte Blumenwiesen begutachtet werden, welche die Blumenpracht am Thurdamm wundervoll ergänzen. Teilnehmer des kantonalen Blumenwiesenprojekts und weitere Interessierte diskutierten die richtigen Schritte bei der Neuansaat und Pflege von artenreichen Heuwiesen. Zum Abschluss erläuterte ein Fachmann die Bedeutung von Blumenwiesen für verschiedene Insektengruppen.

Trotz idealem Wetter zum Heuen und für andere Feldarbeiten fanden sich am Samstagvormittag, 21. Mai, über 30 Landwirte und 10 weitere Personen ohne landwirtschaftlichen Hintergrund – die Veranstaltung wurde dieses Jahr im Rahmen des Festival der Natur angeboten – auf dem Betrieb der Familie Kuhn in Mettendorf für den diesjährigen Blumenwiesentag ein. Nach der Begrüssung und Einführung durch Raimund Hipp von der kantonalen Fachstelle Natur und Landschaft wurde nach einem kurzen Marsch zum Thurvorland als erstes eine letztjährige Ansaat begutachtet. Es handelte sich um eine Ansaat mit der Mischung «Humida», und wurde durch einen der renommiertesten Fachmann in diesem Bereich, Johannes Burri, als sehr gelungen eingestuft. Nebst dem guten Gräserbestand – schliesslich handelt es sich bei diesen Ansaaten ja eigentlich um «Heuwiesen» – waren verschiedenste Zeigerpflanzen der Qualitätsstufe II zu finden. Anschliessend folgten nach kurzem Fussmarsch zwei in diesem Frühling angesäte Bestände, bei denen das Vorgehen und das momentane Erscheinungsbild diskutiert werden konnten. Beispielsweise wurde die Problematik von vorgängigen Totalherbizid-Einsätzen für Blumenwiesenansaaten diskutiert: Unter anderem wegen gelegentlich schädlicher Herbizid-Nachwirkung ist dies im Rahmen des kantonalen Blumenwiesenprojekts schon länger nicht mehr erlaubt. Nach einem weiteren kurzen Marsch konnte die letztjährige Ansaat von Rolf Kuhn begutachtet werden. Auch dieser Bestand – es handelte sich hier um die Mischung «Salvia» – wurde als sehr gelungen eingestuft. Der blumenreiche Bestand eignete sich hervorragend für die Ausführungen von Manfred Hertzog, einem Insektenkenner aus der Region. Er konnte eindrücklich aufzeigen, dass Blumenwiesen nicht nur gutes Heu liefern und das Auge erfreuen, sondern einer ganze Reihe von Tag- und Nachtfaltern, Wildbienen usw. Lebensraum und ein gutes Nahrungsangebot bieten.
Bei Kaffee und Kuchen auf dem Betrieb der Familie Kuhn fanden noch bis zum Mittag angeregte Diskussionen statt.


Nina Moser (Fachstelle Natur und Landschaft) und
Daniel Nyfeler (BBZ Arenenberg)




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