Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Botschafter des Thurgauer Weinbaus über die Kantonsgrenzen

Ausgabe Nummer 47 (2016)

Der Thurgauer Weinbau hatte in den letzten Jahren immer wieder Grund zu feiern, denn verschiedene Winzer wurden von nationalen Jurys mit Auszeichnungen geehrt. Kürzlich erhielt Max Zahnd von der Vereinigung Vinea und der Zeitschrift Vinum eine Goldauszeichnung für seinen Amliker Müller-Thurgau.

Am 26. Oktober 2016 führten die Vereinigung Vinea und die Zeitschrift Vinum zum zehnten Mal den Grand Prix du Vin Suisse in Siders durch. 170 Degustanten hatten nach sechs Tagen insgesamt 2864 Weine von 560 Erzeugern verkostet. 73 Weine auf Exzellenzniveau wurden für die «Gala der Schweizer Weine» in Bern nominiert. Paolo Basso, ein international renommierter Sommelier und Mitglied der Neuverkostungsjury, hob die qualitative Verbesserung bei den Chasselas und Rosés sowie die gelungenen Rot- und Weisswein-Assemblagen, Merlotweine und Süssweine hervor. Max Zahnd, Winzer aus Amlikon-Bissegg ist stolz, dass er in der Kategorie Müller–Thurgau mit seinem «Amliker Müller-Thurgau 2015» den Siegerplatz erreichte.

Ehrliche Weine produzieren
Seit 1929 betreibt die Familie Zahnd im oberen Thurtal Weinbau, und Max Zahnd führt diese Familientradition weiter. Ab dem Jahr 2000, als er den Landwirtschaftsbetrieb und Rebbau übernahm, setzte er verstärkt auf die Direktvermarktung des Weins. Auf 2,3 ha Rebfläche entstehen Weiss- und Rotweine sowie Brände, die sich in erster Linie an Liebhaber regionaler Spezialitäten richten. Die Betriebsphilosophie der Familie Zahnd lautet: «Wer ehrliche Weine produziert, kann sich dabei auch über die Schulter blicken lassen.» Deshalb motiviert Max Zahnd Kunden zur Betriebsbesichtigung. «Konsumenten sollen dabei zusehen können, wie der Wein, auf dem später ein Etikett oder, wie aktuell der Fall, eine Goldauszeichnung für den Amliker Müller-Thurgau klebt, entsteht.» Nach Vereinbarung können Besuchergruppen (ab 10 Personen) die Arbeit im Rebberg begutachten und erfahren, welche Faktoren das Ergebnis in der Flasche beeinflussen. Im Jahr 2000 baute Familie Zahnd ihren Keller zu einem attraktiven «Rebchäller» aus, in dem die Gäste alle Weine und Brände in gemütlichem Ambiente degustieren können.

Offensiv in der Direktvermarktung
Die Vermietung des Rebchällers als Event- und Partyraum hat sich bewährt. Die Familie bietet bei Bedarf die nötige Unterstützung bei Einrichtung, Dekoration und Catering als zusätzliche Dienstleistungen an. Zum Familienbetrieb gehörte seit 1929 auch das Restaurant Friedberg, welches Max Zahnd verpachtet, und es ist auch weiterhin unter neuer Führung ein beliebter Treffpunkt für die lokale Bevölkerung. Ein weiterer entscheidender Schritt war es, als sich Max Zahnd vor vier Jahren zur Aufgabe der Milchwirtschaft entschloss. Seither konzentriert sich der Familienbetrieb ausschliesslich auf den Rebbau und die Produktion von Gemüse und Steinobst. Bislang verkauften sie ihr Steinobst an der Strasse vor dem Haus. Ab nächster Saison, im 2017, wird dieser Verkauf im Automaten erfolgen. Max Zahnd bezeichnet dies als eine wesentliche Verbesserung. «Wenn wir Obst nicht mehr offen anbieten, haben wir die Gewähr, dass unsere Kundschaft einwandfreie Früchte erhält, die nicht zuvor betastet oder gedrückt wurden. Für unsere Direktvermarktung an einer gut frequentierten Passantenlage wird sich die Anschaffung eines Automaten lohnen.» Die grosse Leidenschaft von Max Zahnd ist der Rebbau, bei welchem er auf Spezialitäten setzt. Die Kelterung wird durch die Rutishauser AG, Scherzingen, ausgeführt. Sein Amliker Müller-Thurgau, für den er nun eine Goldauszeichnung erhielt, wurde von den Degustanten am Grand Prix du Vin Suisse unter anderem als ein «Müller» der neuen Schule bezeichnet. Diese Auszeichnung empfindet er als zusätzliche Motivation und Bestätigung, in seiner Arbeit «auf dem richtigen Wege zu sein».


Isabelle Schwander




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