Ausgabe Nummer 4 (2012)
Branchenorganisation Milch muss erhalten bleiben
Kreisversammlung VMMO/Agrarpolitische Entwicklung, AP 2014 bis 2017, Swissness, Raumplanung und die Milchmarktentwicklung standen im Zentrum des Diskussionen.
Eines war vor der ersten von 12 Kreisversammlungen der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) in Näfels sonnenklar: Die Milchbauern wollen weiterhin von der Milchwirtschaft leben und werden alles daran setzen, dass dies auch gelingt. Hanspeter Kern, Präsident der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost, erklärte unmissverständlich, dass sich die VMMO für eine kostendeckende Milchrechnung einsetze, von der der Milchproduzent auch leben könne. Seit den Jahren 2008 bis 2010 nahmen die Produzenten im Talgebiet um 429, im Bergebiet um 292 Betriebe ab. Dies entspreche einem Rückgang von 721 Milchbauernbetrieben in den letzten drei Jahren. Während sich die internationalen Märkte erholen, sind die Preise bei der Schweizer Milch weiterhin sinkend. Da stelle sich die Frage, ob unsere Jugend in der Landwirtschaft weiterhin noch eine Zukunft habe, sagte Kern. Nach seiner Ansicht ist die Politik für die Rahmenbedienungen wie Raumplanung, Bodenrecht/Pachtrecht, Umweltgesetzgebung, Tierschutz und Lebensmittelrecht zuständig. Zudem ist sie auch für das Landwirtschaftsgesetz verantwortlich.
Verdrängungsmarkt bei Käse und Milch
Bei der Milchmenge stelle man einen hohen Produktionsdruck fest, der Entscheid liege bei den Milchproduzenten. So drücke der hohe Produktionsdruck auf den Milchpreis. Im Inlandmarkt sei das Angebot vielfältig, der Markt gesättigt und der Verdrängungsmarkt beim Käse gross. Dazu komme noch der Importdruck. Beim Käseexport nehme der Druck ständig zu. Laut Kern nimmt der Export mit Massenprodukten auch zu, und dies bei ungenügender Wertschöpfung. Nach Meinung des Präsidenten wird die Agrarpolitik 2014 bis 2017 noch viel zu reden geben. Als weitere agrarpolitische Baustellen nannte Kern das Raumplanungsrecht, Swissness und den Agrarfreihandel mit der EU. In Europa werden der verantwortungsvolle Umgang mit dem Bodenrecht und der verantwortungslose Umgang mit den Lebensmitteln Hauptthemen bleiben. Wichtig sei, dass sich die BO Milch durchsetzten könne.
BOM-Beschlüsse müssen durchgesetzt werden
Christoph Grosjean-Sommer, Kommunikation, Wirtschaft und Politik beim SMP, begründete nochmals den Austritt der SMP aus der BO Milch. Eine Arbeitsgruppe SMP mit Einbezug des Schweizerischen Bauernverbands lege die Wiedereinstiegskriterien fest: ausreichende, unabhängige Vertretung der Milchproduzenten, eine Aufbauorganisation und Statuten. Wichtig sind nach Grosjean die Umsetzung der BOM-Beschlüsse und die Einhaltung der Milchpreise.
Vernehmlassung 2011 beantwortet.
Markus Berner, VMMO, erklärte, dass der Preis für silofreie Milch (abgeholt ab Rampe) bei 48 bis 61 Rp/kg und bei silofreier Milch (abgeholt ab Rampe) bei 61 bis 61/70 Rp/kg lag. Ähnlich tief sehen die Preise beim Käse aus. Andreas Ritter, Geschäftsführer VMMO, stellte fest, dass die VMMO zur Agrarpolitik im Rahmen der AP 2014 bis 2017 Stellung genommen habe. So plädiere sie für zusätzliche Mittel für den Teuerungsausgleich. Korrekturen zum vorgeschlagenen DZ-System seien nötig. Eine Aufhebung der tierbezogenen Beiträge sei nicht akzeptabel. Dazu kritisierte er die zu vielen ökologischen Direktzahlungsinstrumente.
Mario Tosato
