Ausgabe Nummer 18 (2007)

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Brennende Heuballen verhindern

Besitzer von Futterlagern haben die Brandschutzvorschriften zu beachten

In den letzten Tagen konnte dank dem sonnigen und trockenen Frühlingswetter bereits ein grosser Teil des Heus eingebracht werden. Besonders wichtig ist es, in den Wochen danach die Lager regelmässig zu überprüfen, um eine Überhitzung oder gar Selbstentzündung zu vermeiden. Jeder Landwirt ist selber für die Kontrolle verantwortlich.

Brandverhütung obligatorisch
Jedes Jahr im Sommer gibt es in der Schweiz mehrere Brände aufgrund von sich selbst entzündenden Heulagern. Das müsste nicht sein. Durch ein paar einfache Massnahmen und vor allem durch regelmässige Temperaturkontrollen können solche Brände verhindert werden. Die Kontrolle durch die Landwirte ist sogar Pflicht. Wer dieser Kontrollpflicht nicht nachkommt und sich deshalb ein Brandfall entwickelt, handelt fahrlässig. Neben einer Busse riskiert der fehlbare Landwirt, dass im Schadenfall die Versicherung Rückgriff nimmt und eine finanzielle Beteiligung am Schaden verlangt.
Das Merkblatt der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfB) gibt klare Anweisungen, wie eingelagertes Heu kontrolliert werden muss (siehe Kasten). Diese Vorschriften sind auch in der Verordnung über Brandschutz der kantonalen Feuerwehren festgehalten.

Auch Heuballen überwachen
Neben dem losen Heulager besteht für Heu und Emd in Klein-, Gross- oder Rundballen dieselbe Gefahr der Selbstentzündung. Auch diese Lager, egal ob gross oder klein, müssen deshalb regelmässig überwacht werden. Als erste Kontrollmassnahme geht es darum, mit Augen, Nase und Händen das Futter zu überwachen. Bei Verdacht auf zu hohe Temperaturen oder bei grossen Futterlagern müssen mit einer Messsonde auch tiefere Schichten kontrolliert werden. Wer keine eigene Messsonde hat, kann eine solche bei der örtlichen Feuerwehr ausleihen. Dort sind auch Spezialgeräte zum Absaugen von Gärgasen und Belüften vorhanden. Weitere Informationen zu den Brandschutzmassnahmen gibt die Broschüre «Brandgefahren auf dem Bauernhof » der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft.

Besonderheiten von Grossballen
Wegen der hohen Dichte in Grossballen kann die Restfeuchtigkeit nur langsam entweichen, die Gefahr der Selbsterhitzung ist deshalb besonders gross. Sind die Ballen nicht optimal trocken, wird empfohlen, die Grossballen auf Paletten zu lagern und zwischen den Ballen Abstände zu machen, damit die Luftzirkulation besser ist und auftretendes Kondenswasser besser entweichen kann. Wer Dürrfutter direkt in Ballen presst, muss dafür sorgen, dass das Futter genügend trocken ist. Mindestens 85 Prozent Trockensubstanzgehalt sind nötig, um Fehlgärungen und damit Überhitzungen zu vermeiden. Auch die Qualität des Futters wird bei Temperaturen über 50 Grad stark reduziert.

Adrian von Grünigen, Thurgauer Bauernverband



Dürrfutterlager regelmässig überwachen

1. Das Heu möglichst trocken einbringen. Der Wassergehalt soll nicht über 20 Prozent liegen, wenn eine Belüftung möglich ist, nicht über 40 Prozent. Nachträgliche Befeuchtung des Futters durch schadhafte Dächer muss verhindert werden. Die natürliche Luftzirkulation soll gut möglich sein.

2. Heu- und Emdstöcke sind während sechs Wochen nach der Einbringung durch regelmässige Temperaturmessungen zu überwachen.

3. Die normale Erwärmung eines Heustockes darf nicht mehr als 40 °C betragen.

4. Ab 50°C sind tägliche Messungen vorzunehmen.

5. Bei 55°C Temperatur sind Massnahmen zu treffen. Als Erstes sollen Löcher in den Stock gebohrt und Gänge geschrotet werden. Gärgase werden abgesaugt und der Stock belüftet. Die Feuerwehr bietet hier Unterstützung mit speziellen Geräten. Diese können über die Ortsfeuerwehr organisiert werden.

6. Übersteigt die Temperatur 70°C, besteht Selbstentzündungsgefahr. Die Feuerwehr ist unverzüglich zu benachrichtigen. Der Heustock ist in diesem Fall unter Aufsicht der Feuerwehr abzutragen.


Für Grossballen muss das Dürrfutter einen
TS-Gehalt von über 85 Prozent aufweisen,
damit Fehlgärungen vermieden werden.
(Bild: Josef Gemperle)
Für Grossballen muss das Dürrfutter einen TS-Gehalt von über 85 Prozent aufweisen, damit Fehlgärungen vermieden werden. (Bild: Josef Gemperle)