Ausgabe Nummer 24 (2004)

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Brennnessel – ein piekfeines Kraut

Ernährung und Rezepte:
 
Brennnessel – ein piekfeines Kraut
 
Die stechenden und brennenden Eigenschaften der Brennnessel sind allen bekannt, doch hat dieselbe Pflanze auch andere Seiten. Die Brennnessel eignet sich bestens als aromatisches Küchenkraut und wird in der Heilkunde mit Erfolg eingesetzt.
 
 
Wo findet man die Brennnesseln?
Einwandfreie, gesunde Pflanzen an sauberen, möglichst staubfreien Stellen wählen, Bachränder, Waldlichtungen, Teichufer, aber auch der eigene Garten sind ideal. Keine Pflanzen von frisch gedüngten Wiesen oder entlang stark befahrenen Strassen sammeln.
Tipp: Brennnesseln am besten an regenfreien Tagen vormittags (in trockenem Zustand) ernten, dabei locker in Plastikbeutel legen. Vor dem Verbrauch schnell und gründlich waschen, gut abtropfen und möglichst frisch, roh oder gekocht, geniessen.
Haltbarkeit: 2 bis 3 Tage im Kühlschrank, leicht feucht in Haushaltpapier gewickelt oder lose in Plastikbeutel verpackt; gehackt oder püriert, in kleinen Portionen (zum Beispiel im Eiswürfelbehälter) für Suppen oder Saucen, zirka 6 Monate im Tiefkühler.

Wann pflücken:
Ideal ist die Zeit von März bis Ende Juni, vor der Blüte. Beim Pflücken Handschuhe tragen, weil die Brennhaare der Pflanze beim Berühren abbrechen und sich wie kleine Nadeln in der Haut festsetzen, was zu sehr unangenehmes Brennen führen kann.

Brennnesseln als Heilpflanze:
Brennnesselblätter enthalten Vitamin C, Vitamine der B-Gruppe, Mineralstoffe und Kieselsäure. Brennnesseln steigern die Urinproduktion und werden als Schwemmtherapie bei Harnweginfektionen und zu hohen Harnsäurewerten im Blut angewendet. Gerade im Frühling kann der winterschlaffe Körper durch eine blutreinigende Therapie wieder gestärkt werden.
Besonderes: Für die Verwendung geeignet sind junge Blätter und Triebe. Brennnesseln erinnern geschmacklich an Spinat, sind jedoch kräftiger und würziger.

Wie und wozu lassen sich Brennnesseln in der Küche verwenden?
Sie können fein gehackt als Salatbeigabe oder in Suppen, Saucen, als Gemüse (wie Spinat zubereitet) oder gehackt und mit Quark vermischt als Brotaufstrich verwendet werden. Ganze, in Bierteig frittierte Blätter sind ein besonderer Genuss. Weiter eignen sich Brennnesseln für die Zubereitung von Tee, welcher blutreinigend und entschlackend wirkt.

Teigwaren an Brennnessel-Pesto
(für 4 Personen)

Zutaten:
500 g Nudeln
Salzwasser
1 Esslöffel Olivenöl
2 bis 3 Schalotten
4 Knoblauchzehen
150 g junge Brennnesselblätter
2 1&Mac218;2 dl Halbrahm
50 g geriebener Emmentaler oder Sbrinz
1&Mac218;4 Teelöffel Salz
wenig Pfeffer, Muskat

Zubereitung:
  1. Nudeln im siedenden Salzwasser al dente kochen, abtropfen, warm halten.
  2. Schalotten fein hacken, Knoblauchzehen in Scheibchen schneiden. Olivenöl in einer Pfanne warm werden lassen, Schalotten und Knoblauch beigeben, andämpfen.
  3. Brennnesseln waschen, tropfnass zugeben, bei mittlerer Hitze zugedeckt zirka 3 Minuten zusammenfallen lassen.
  4. Mit dem Halbrahm im Mixer pürieren, in die Pfanne zurückgeben.
  5. Sbrinz und Gewürze beigeben, unter Rühren zirka 5 Minuten köcheln, mit den heissen Nudeln anrichten.


Brennnessel-Knöpfli
(für 4 Personen)

Zutaten:
50 g junge Brennnesselblättchen
300 g Knöpflimehl
1 Teelöffel Salz
wenig Muskat
2 Eier
2 dl Wasser
Salzwasser

Zubereitung:

  1. Für Teig Brennnesselblättchen mit dem Mehl, Salz und Muskat im Cutter oder Mixglas fein hacken, in eine Schüssel geben.
  2. Eier mit dem Wasser verklopfen und auf einmal dazugiessen. Teig kräftig klopfen, bis er glatt ist und Blasen wirft. Zugedeckt im Kühlschrank zirka 30 Minuten quellen lassen.
  3. Teig portionenweise durchs Knöpflisieb ins siedende Salzwasser geben. Knöpfli so lange ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen, herausnehmen, abtropfen, warm stellen

LBBZ Arenenberg, Hauswirtschaftliche Bildung, Marianne Barth

 
 
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