Ausgabe Nummer 50 (2008)
Büffelmilch, ein wachsender Markt
Um der grossen Nachfrage nach Büffelmozzarella nachzukommen, sucht die Molkerei
Züger Frischkäse AG noch ein bis zwei Büffelhalter in der Ostschweiz. Einer der Erfahrung
in der Büffelmilchproduktion hat, ist Philipp Eisenegger aus Gossau.
Am vergangenen Mittwoch lud der Landwirtschaftliche Verein Region Bischofszell zum traditionellen Veranstaltungsabend im Restaurant Eisenbahn ein. Unter dem Titel; «Büffel- statt Kuhmilch produzieren! Ist es eine Alternative?» referierten Christof Züger, Züger Frischkäse AG, und Philipp Eisenegger, als Produzent, vor zahlreichen Interessierten von ihren Erfahrungen in der Produktion und Verarbeitung von Büffelmilch.
Mozzarella als neues Standbein
Der Mozzarella stammt aus Süditalien und wurde ursprünglich ausschliesslich aus Wasserbüffelmilch hergestellt. Seit einiger Zeit wird Mozzarella auch aus Kuhmilch hergestellt. In der Schweiz ist heute Mozzarella der meist gegessene Käse. Aus diesem Grund startete die Firma Züger 1984 mit der Produktion von Mozzarella aus reiner Kuhmilch. Inzwischen geht der Trend bei diesem Käse zurück zum richtigen Büffelmozzarella. Gerade aus diesem Grund stieg die Familie Züger zwanzig Jahre nach der ersten Mozzarellaproduktion in die Produktion von Mozzarella aus Büffelmilch ein. Im ersten Jahr bezog die Firma sämtliche Büffelmilch vom Betrieb der Gebrüder Stähli aus dem Val de Travers. Im folgenden Jahr konnte Philipp Eisenegger aus Gossau als neuer Büffelmilchproduzent gewonnen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt bezieht die Firma Züger die Hälfte der Milch von der Familie Eisenegger und die andere Hälfte aus dem Val de Travers. Für die Zukunft planen Zügers, nur noch Büffelmilch aus der Ostschweiz zu verarbeiten.
Was 2004 ganz klein angefangen hatte und mit viel Lehrgeld bezahlt werden musste, ist heute auf 16,5 Tonnen Büffelmozzarella angewachsen. Die 134 000 Liter verarbeitete Büffelmilch machen heute zwar immer noch nicht einmal ein Promille der von der Firma Züger verarbeiteten 70 Millionen Liter Milch aus, aber ist trotzdem ein interessanter Betriebszweig, der erweitert wird. Wenn der Absatz auch weiterhin in diesem Umfang anwächst, können in ein paar Jahren schon relativ grosse Mengen verarbeitet werden. Für das Jahr 2010 hat die Firma Züger die Produktion von 35 Tonnen «Mozzarella di bufala» geplant. Aus diesem Grund sucht die Firma Landwirte, welche in die Büffelhaltung einsteigen möchten. Da die Büffelmilch sehr gesucht ist, kann ein sehr guter Milchpreis generiert werden, der auch in Zukunft bei zirka dem dreifachen Kuhmilchpreis liegen wird.
Von Holsteintieren zu Wasserbüffeln
Für viele Besucher des Infoabends waren die Wasserbüffel eine fast unbekannte Tierart. Phillipp Eisenegger hatte nach seiner Betriebsübernahme im Jahre 1998 einen Laufstall erstellt und darin seine Holsteinkühe gehalten. In den folgenden Jahren suchte er nach verschiedenen Möglichkeiten, seinen Betrieb zu spezialisieren und rentabler zu machen. Im Jahre 2003 war die Idee mit den Wasserbüffeln herangereift, und er klärte die Möglichkeit zur Haltung dieser Tiere ab. Anfang 2005 schaffte er sich einige hochträchtige Büffelrinder an, Ende April wurden die Holsteintiere verkauft und durch einige laktierende Wasserbüffel ersetzt. Für Philipp Eisenegger hat sich die Umstellung auf Wasserbüffel gelohnt, heute verdient er mit den Büffelkühen mehr als früher mit den Holsteintieren.
Eine unbekannte Tierart
Die erste Zeit sei streng gewesen, meinte Philipp Eisenegger, da er noch keine Erfahrung mit den Wasserbüffeln hatte. Die Wasserbüffel sind Gewohnheitstiere und lassen sich nicht gerne von fremden Personen melken. Ansonsten sind Büffel äussert robuste Tiere, die ausser der Anfälligkeit auf Parasiten keinerlei Probleme verursachen. Die Büffel haben sehr harte Klauen, welche mit einer extra harten Schleifscheibe gepflegt werden müssen. Die Tiere sind zwischen 10 und 10,5 Monaten trächtig und kalben ohne Probleme ab. Schon nach etwa einem Monat ist die Büffelkuh während einer Woche rinderig, wobei die Brunst nicht sichtbar ist. Aus diesem Grund läuft immer ein Herdenbulle mit, der die meisten Tiere deckt. Durch den Bullen fällt dann die Brunst auf, und in einem geeigneten Moment kann die Kuh von der Herde getrennt werden, damit das Tier künstlich besamt werden kann.
Beste Gehaltswerte
Von einer Büffelkuh kann etwa 2500 Liter Milch mit einem Fettgehalt von rund 8 Prozent und einem Eiweissgehalt von 4 Prozent und mehr erwartet werden. Gegen Ende der Laktation steigt der Fettgehalt auf bis zu 11 Prozent an. Bei Wasserbüffeln kann von einer Lebenserwartung von rund 15 Jahren ausgegangen werden, wobei eine Büffelkuh bis dahin 12 Laktationen geleistet hat. Durch diese lange Lebensdauer kann auch viel besser selektioniert werden als bei den gängigen Milchviehrassen.
Thomas Koch, Absolvent der Technikerschule Strickhof
Betriebsspiegel von Philipp Eisenegger
Familie: Philipp und Céline Eisenegger und zwei Kleinkinder
Arbeitskräfte: Betriebsleiter mit Ehefrau
Landwirtschaftliche Nutzfläche: 20 Hektaren, nur Wiesland
Tierhaltung: 33 Büffelkühe mit Nachzucht, 4 Pferde
Milchproduktion: 70 000 Liter verkaufte Büffelmilch
Am vergangenen Mittwoch lud der Landwirtschaftliche Verein Region Bischofszell zum traditionellen Veranstaltungsabend im Restaurant Eisenbahn ein. Unter dem Titel; «Büffel- statt Kuhmilch produzieren! Ist es eine Alternative?» referierten Christof Züger, Züger Frischkäse AG, und Philipp Eisenegger, als Produzent, vor zahlreichen Interessierten von ihren Erfahrungen in der Produktion und Verarbeitung von Büffelmilch.
Mozzarella als neues Standbein
Der Mozzarella stammt aus Süditalien und wurde ursprünglich ausschliesslich aus Wasserbüffelmilch hergestellt. Seit einiger Zeit wird Mozzarella auch aus Kuhmilch hergestellt. In der Schweiz ist heute Mozzarella der meist gegessene Käse. Aus diesem Grund startete die Firma Züger 1984 mit der Produktion von Mozzarella aus reiner Kuhmilch. Inzwischen geht der Trend bei diesem Käse zurück zum richtigen Büffelmozzarella. Gerade aus diesem Grund stieg die Familie Züger zwanzig Jahre nach der ersten Mozzarellaproduktion in die Produktion von Mozzarella aus Büffelmilch ein. Im ersten Jahr bezog die Firma sämtliche Büffelmilch vom Betrieb der Gebrüder Stähli aus dem Val de Travers. Im folgenden Jahr konnte Philipp Eisenegger aus Gossau als neuer Büffelmilchproduzent gewonnen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt bezieht die Firma Züger die Hälfte der Milch von der Familie Eisenegger und die andere Hälfte aus dem Val de Travers. Für die Zukunft planen Zügers, nur noch Büffelmilch aus der Ostschweiz zu verarbeiten.
Was 2004 ganz klein angefangen hatte und mit viel Lehrgeld bezahlt werden musste, ist heute auf 16,5 Tonnen Büffelmozzarella angewachsen. Die 134 000 Liter verarbeitete Büffelmilch machen heute zwar immer noch nicht einmal ein Promille der von der Firma Züger verarbeiteten 70 Millionen Liter Milch aus, aber ist trotzdem ein interessanter Betriebszweig, der erweitert wird. Wenn der Absatz auch weiterhin in diesem Umfang anwächst, können in ein paar Jahren schon relativ grosse Mengen verarbeitet werden. Für das Jahr 2010 hat die Firma Züger die Produktion von 35 Tonnen «Mozzarella di bufala» geplant. Aus diesem Grund sucht die Firma Landwirte, welche in die Büffelhaltung einsteigen möchten. Da die Büffelmilch sehr gesucht ist, kann ein sehr guter Milchpreis generiert werden, der auch in Zukunft bei zirka dem dreifachen Kuhmilchpreis liegen wird.
Von Holsteintieren zu Wasserbüffeln
Für viele Besucher des Infoabends waren die Wasserbüffel eine fast unbekannte Tierart. Phillipp Eisenegger hatte nach seiner Betriebsübernahme im Jahre 1998 einen Laufstall erstellt und darin seine Holsteinkühe gehalten. In den folgenden Jahren suchte er nach verschiedenen Möglichkeiten, seinen Betrieb zu spezialisieren und rentabler zu machen. Im Jahre 2003 war die Idee mit den Wasserbüffeln herangereift, und er klärte die Möglichkeit zur Haltung dieser Tiere ab. Anfang 2005 schaffte er sich einige hochträchtige Büffelrinder an, Ende April wurden die Holsteintiere verkauft und durch einige laktierende Wasserbüffel ersetzt. Für Philipp Eisenegger hat sich die Umstellung auf Wasserbüffel gelohnt, heute verdient er mit den Büffelkühen mehr als früher mit den Holsteintieren.
Eine unbekannte Tierart
Die erste Zeit sei streng gewesen, meinte Philipp Eisenegger, da er noch keine Erfahrung mit den Wasserbüffeln hatte. Die Wasserbüffel sind Gewohnheitstiere und lassen sich nicht gerne von fremden Personen melken. Ansonsten sind Büffel äussert robuste Tiere, die ausser der Anfälligkeit auf Parasiten keinerlei Probleme verursachen. Die Büffel haben sehr harte Klauen, welche mit einer extra harten Schleifscheibe gepflegt werden müssen. Die Tiere sind zwischen 10 und 10,5 Monaten trächtig und kalben ohne Probleme ab. Schon nach etwa einem Monat ist die Büffelkuh während einer Woche rinderig, wobei die Brunst nicht sichtbar ist. Aus diesem Grund läuft immer ein Herdenbulle mit, der die meisten Tiere deckt. Durch den Bullen fällt dann die Brunst auf, und in einem geeigneten Moment kann die Kuh von der Herde getrennt werden, damit das Tier künstlich besamt werden kann.
Beste Gehaltswerte
Von einer Büffelkuh kann etwa 2500 Liter Milch mit einem Fettgehalt von rund 8 Prozent und einem Eiweissgehalt von 4 Prozent und mehr erwartet werden. Gegen Ende der Laktation steigt der Fettgehalt auf bis zu 11 Prozent an. Bei Wasserbüffeln kann von einer Lebenserwartung von rund 15 Jahren ausgegangen werden, wobei eine Büffelkuh bis dahin 12 Laktationen geleistet hat. Durch diese lange Lebensdauer kann auch viel besser selektioniert werden als bei den gängigen Milchviehrassen.
Thomas Koch, Absolvent der Technikerschule Strickhof
Betriebsspiegel von Philipp Eisenegger
Familie: Philipp und Céline Eisenegger und zwei Kleinkinder
Arbeitskräfte: Betriebsleiter mit Ehefrau
Landwirtschaftliche Nutzfläche: 20 Hektaren, nur Wiesland
Tierhaltung: 33 Büffelkühe mit Nachzucht, 4 Pferde
Milchproduktion: 70 000 Liter verkaufte Büffelmilch

Büffelmilchproduzenten Philipp und Céline Eisenegger, der Veredler Christoph Züger und Organisator Franz Studerus. (tk)
