Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Bürgerforum thematisiert Lebensmittel mit gesundheitlichem Mehrwert

Ausgabe Nummer 25 (2015)

Das 4. Bürger- und Expertenforum von Ende Juni in Kreuzlingen geht der Frage nach: «Was essen wir in zehn oder 20 Jahren?».

Am Ekkharthof in Lengwil fand Anfang Juni eine von Frank Burose, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks Ernährungswirtschaft (KNWE), organisierte Medienorientierung mit der Vorschau auf Themen, Hintergründe und Ziele des diesjährigen Bürgerforums statt. Gemeinsam mit BioLAGO e.V. – Life Science Network, Konstanz, wirkt das KNWE als Organisator des vierten Bürger- und Expertenforums «Lebensmittel von morgen» in Kreuzlingen mit. Stephan Lauinger, Leiter des Hauptbereichs Tagesstruktur am Ekkharthof, informierte über die Bedeutung des Gutsbetriebs am Ekkharthof für die Produktion von Biolebensmitteln und die Arbeitsintegration der behinderten Bewohnerinnen und Bewohner. Am 4. Bürgerforum werden Ruben Illi, Chefkoch am Ekkharthof, und Valentin del Rio, Leiter der Gastronomie am Ekkharthof, teilnehmen und die Besucher über Regionalität, Individualität und Ressourcenschonung informieren. Otto Knes, Geschäftsführer von SwissAnalysis AG und Vorstand von BioLAGO e.V., thematisierte Mikronährstoffe, die Nahrungsbestandteile sind, die zwar nur in kleinen Mengen in unserer Ernährung vorkommen, aber für die Funktion des Stoffwechsels von grösster Bedeutung sind.

Apps zu Gesundheit und Ernährung
Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sowie bestimmte Amino- und Fettsäuren. Bei der Analyse gehe es, neben der Bestimmung einzelner Vitamine, auch darum, einen Einblick in gesundheitserhaltende Prozesse zu erhalten, die von Mikronährstoffen beeinflusst werden und in jedem von uns unterschiedlich ablaufen. Das BioLAGO e.V. betrachtet es als einen der grossen Trends, dass das Interesse der Menschen an den eigenen Daten zu Körperfunktionen stetig wächst. Das Angebot an Smartphone-Apps zu Gesundheits- und Ernährungs- themen sowie Fitness-Armbänder, beispielsweise mit Bluetooth Aktivitäts- und Schlafaufzeichnungsmöglichkeiten, nimmt zu. Hartmut Welck, Netzwerkmanager des Mitveranstalters «Bioaktive Pflanzliche Lebensmittel» (Steinbeis-Europa-Zentrum) stellt fest, dass viel Wissen über Ernährung und die Zubereitung von Lebensmitteln verlorengegangen ist. Am Steinbeis-Europa-Zentrum haben sich Netzwerkpartner aus Industrie, Forschung und Marketing zusammengeschlossen, um das Thema «Bioaktivität und Gesundheit» voranzutreiben, die auf Inhaltsstoffe des Amarant basierenden bioaktiven Produkte weiter zu entwickeln und in den Markt einzuführen.

Funktion der Verpackung im Fokus
«Es ist die Aufgabe der Wissenschaft, Rezepte und gesunde Inhaltsstoffe neu zu kommunizieren und aufzuklären», meinte Hartmut Welck. Das Netzwerk setzt den Fokus nicht auf Regionalität, und es arbeitet in erster Linie in der Vermittlung von Wissenstransfer. Beim Forum «Lebensmittel von morgen» gehe es darum, Wirtschaft und Forschung zusammenzubringen. Peggy Schuhmann, dipl. Lebensmittelchemikerin und Direktorin des Unternehmens «Swiss Quality Testing Services», wird auch am Bürgerforum über die Herausforderungen an moderne Lebensmittelverpackungen informieren. Verpackungen müssen verschiedenste Anforderungen erfüllen: Sie sollen die Haltbarkeit erhöhen, umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich sein. Da Verpackung in direktem oder indirektem Kontakt mit dem Lebensmittel steht, könne es zu Wechselwirkungen oder Übergängen (Migration) kommen. Daher müsse die Verpackung ebenso gründlich getestet und beurteilt werden wie das Lebensmittel selbst. Verpackung stelle ein wichtiges Thema dar, aber ein noch gravierenderes sei die Hygiene und das Vermeiden von Kontamination. Eines der Ziele, so Peggy Schuhmann, müsse es sein, ein vernünftiges Verhältnis zur Verpackungsmenge zu finden.


Isabelle Schwander







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