Ausgabe Nummer 51 (2008)

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BVD-Ausrottungsprogramm

Die Beprobung der Tiere, die vor dem 1. Oktober 2008 geboren sind, ist bald abgeschlossen. Aktuell bereitet die Beprobung der Kälber in der Sekundärphase noch Schwierigkeiten. Knackpunkte sind Leerproben, Fehler beim Probenversand und ausstehende Geburtsmeldungen. Dadurch können Resultate nur verzögert oder gar nicht bekannt gegeben werden. Öfters wird die Frage gestellt, wie man die Resultate der beprobten Kälber erfährt.

Aktuelle Zahlen
Die Hauptphase der BVD-Ausrottungskampagne geht dem Ende entgegen. Im Kanton Thurgau sind bis am 15. Dezember 90 Prozent der Tiere getestet worden. Der Anteil der PI-Tiere («Streuer») beträgt gut 400 Tiere, beziehungsweise 0,65 Prozent. Somit entspricht der Verlauf der Ausrottungskampagne den Erwartungen. Wie vorherzusehen war, sind viele Tiere mit mangelhaften oder falschen Angaben in der Tierverkehrsdatenbank (TVD) zum Vorschein gekommen. Die Bereinigung dieser zum Teil seit Jahren nicht erledigten Altlasten und deren Folgen für die Ausrottungskampagne bedeutet für das Veterinäramt und den Helpdesk der TVD noch immer einen sehr grossen Aufwand.

Abschluss der Beprobung bis zum Jahresende
Die Bestandesbeprobungen müssen bis spätestens Ende Dezember 2008 abgeschlossen sein. Halterinnen und Halter von noch nicht beprobten Tieren sollen noch vor den Festtagen mit dem Veterinäramt Kontakt aufnehmen, damit die Probenahme sofort organisiert werden kann. Nicht melden müssen sich diejenigen Tierhaltenden, welche vom Veterinäramt persönlich informiert worden sind, dass ihr Betrieb nicht beprobt werden muss, weil ausschliesslich Masttiere gehalten werden.

Beproben von Kälbern
Bei der Beprobung von neugeborenen Kälbern durch Tierhaltende ist der Anteil von Leerproben immer noch hoch. Wir machen Sie nochmals aufmerksam auf die Hinweise zur Vermeidung von Leerproben (Artikel im «Thurgauer Bauer» vom 14. November 2008).Wichtig ist vor allem, dass die Stanzproben genau überprüft werden, ob sie wirklich Gewebematerial im Metallröhrchen enthalten.
Rückmeldungen aus der Praxis zeigen, dass auch das Markieren mit der neuen Nicht-Gewebeohrmarke Schwierigkeiten bereiten kann. Wenn dazu die alte rote Zange verwendet wird, ist der Dornteil der Marke zu wenig stabilisiert und kann knicken. Ohrmarkenverluste sind die Folge. Für die neuen Ohrmarken soll deshalb nur die neue gelbe Zange mit dem mitgelieferten Metallstück verwendet werden.

Versand von Proben durch die Tierhaltenden
Die mit den Ohrmarken gelieferten Kuverts sind vom Ohrmarkenlieferanten leider standardmässig als B-Post vorfrankiert. In Zukunft wird sogar ein «B» auf den Kuverts aufgedruckt sein. Dadurch wird die Sperre der Kälber bis fünf Tage verlängert. Die Verzögerung lässt sich vermeiden, indem Tierhaltende die Kuverts selber mit «A» kennzeichnen und 15 Rappen Porto aufkleben. Der auf dem Kuvert aufgedruckte Strichcode darf dabei nicht überklebt werden.
Weitere Verzögerungen entstehen dadurch, dass Tierhaltende vergessen, die mit den Ohrmarken mitgelieferte Etikette mit der Laboradresse aufs Kuvert zu kleben. Jeden Tag gelangen Dutzende BVD- Proben nur auf Umwegen ins Labor Microsynth AG. Bei solchen Proben geht es bis zu zehn Tage länger, bis das Probenresultat bekannt ist.
Der wichtigste Grund aber, warum das Resultat nicht vorliegt, wenn das Kalb verkauft werden soll, ist die verspätete Probenahme. Die Kennzeichnung mit den Gewebeohrmarken ist innerhalb der ersten fünf Tage nach der Geburt vorgeschrieben. Zudem muss das Kalb innert drei Tagen nach der Kennzeichnung bei der TVD angemeldet werden, damit das Resultat dem Tier in der Datenbank sofort zugeordnet werden kann. Nur wenn diese Fristen beachtet werden, wird das Resultat rechtzeitig vorliegen.

Wie erfahre ich das Resultat meines Kalbes?
Die Resultate von Kälberbeprobungen müssen durch die Tierhaltenden selbst in Erfahrung gebracht werden. Dazu hat man folgende Möglichkeiten:
? Über Internet in der TVD überprüfen, ob das Tier nicht mehr gesperrt ist
? Anruf beim Helpdesk der TVD (Telefon 031 996 81 22)
? Abfrage via SMS: «BVD 120.xxxx. xxxx.x» an die Nummer 9968 senden
? Anruf beim Veterinäramt.
Anfragen beim Labor sind zu unterlassen. Es ist für das Veterinäramt systemtechnisch und administrativ nicht möglich, für alle 40 000 Kälber, die jährlich im Kanton Thurgau geboren werden, eine individuelle Mitteilung des Probenresultates zu versenden. Eine Mitteilung erhalten Tierhaltende ausschliesslich, wenn ein positives Resultat vorliegt, wenn eine Leerprobe ins Labor geschickt wurde, wenn ein Tier, das älter als drei Wochen ist, ohne BVDResultat in der Datenbank erscheint oder wenn für das Veterinäramt Unklarheiten auftauchen.

Dr. Martin Häne, Amtstierarzt


So gelangt Ihre Probe rasch ins richtige Labor! (zVg)
So gelangt Ihre Probe rasch ins richtige Labor! (zVg)