Ausgabe Nummer 50 (2003)

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Dank Trockenheit weniger Fälle

Konsolidierung in der Feuerbrandbekämpfung

 

Dank Trockenheit weniger Fälle

 
Die Feuerbrandkontrollen sind abgeschlossen. Für das Jahr 2003 darf eine erfreuliche Bilanz gezogen werden. Die Bakterienkrankheit ist weniger stark aufgetreten. Dazu beigetragen haben die trockene Witterung, die flächendeckenden Kontrollen und rigorose Bekämpfungsmassnahmen.

Die geografische Verteilung der Krankheit blieb stabil. Nach wie vor ist der Befallsdruck östlich der Linie Kreuzlingen–
Aadorf stärker. Während die Gemeinden im Unterthurgau ganz von der Krankheit verschont blieben oder nur Einzelpflanzenbefall zu verzeichnen hatten, sind im südlichen und östlichen Teil des Kantons in einzelnen Gemeinden stärkere Herde aufgetreten. Besonders stark betroffen waren die Gemeinden Münchwilen, Sirnach und Hauptwil-Gottshaus, wo grössere Pflanzenbestände gerodet wurden. Von den 80 Gemeinden im Kanton wiesen 35 (22 im Jahr 2002) keinen Befall auf.

Trockene und heisse Witterung half mit
Da die Witterung während der Blüte im Frühjahr für Infektionen am Kernobst und auch für die später blühenden Wirtspflanzen im Vorsommer zu trocken war, konnte sich die Krankheitsepidemie nur schwach aufbauen. Wo Befälle auftraten, blieben diese lokal auf eine oder wenige Pflanzen beschränkt. Im Gegensatz zu anderen Jahren konnten sich die Feuerbrandherde nur wenige hundert Meter ausdehnen.
Für die Überwachung der Krankheit im Siedlungsgebiet sind die Gemeinden verantwortlich. Das übrige Gebiet wird im Auftrag des Kantons überwacht. Wobei die Obstanlagen durch die Obstproduzenten selber kontrolliert werden. Die dadurch garantierte, flächendeckende Kontrolle erfolgte in den Monaten Juli bis September. Die Trockenheit erschwerte oft eine optimale Probenahme, da die Symptome entsprechend wenig ausgeprägt waren. Alle mit der Kontrolle beauftragten Personen wurden vor Beginn der Kontrolle zur Weiterbildung aufgeboten.

Mehr Hochstämme, weniger Zierpflanzen
Die Befallsstatistik 2003 zeigt, dass gesamthaft weniger Pflanzen erkrankten als im Vorjahr, wobei im Kernobst etwas mehr und bei den Zierpflanzen deutlich weniger. Bei den Hochstämmen wurden total 138 (Vorjahr 22) Birnbäume, 75 (3) Apfelbäume und 102 (70) Quittenbäume gerodet. In Obstanlagen mussten total 704 (585) Bäume gefällt werden. Bei den Zierpflanzen wurden insgesamt 2539 Quadratmeter (5232 m2) Cotoneaster-Bodendecker, 325 (547) Weissdornsträucher und 107 (174) übrige hochwachsende Sträucher entfernt.

Bewährte Bekämpfungsstrategie
Auch wenn das Klima in diesem Jahr unterstützend mitgeholfen hat, hat sich die Bekämpfungsstrategie gegen den Feuerbrand bewährt. Das vollständige Entfernen von befallenen Pflanzen lohnt sich. In verschiedenen Gemeinden konnten die Zier-Wirtspflanzen – vor allem Cotoneas-ter-Arten – ziemlich stark ausgedünnt werden. Das im Kanton geltende Anpflanzverbot für alle Wirtspflanzen hilft mit, den Feuerbrand zu bekämpfen. Das Risiko von Befall im Siedlungsgebiet in «ausgeräumten» Gemeinden ist deutlich tiefer. Da beim Weissdorn der Anfangsbefall schwierig zu erkennen ist, muss dieser Pflanzenart bei den Kontrollen inskünftig noch mehr Beachtung geschenkt werden.
Erfreulicherweise blieben die Befälle lokal, und es fand keine markante Ausdehnung statt. Es hat sich gezeigt, dass die Mitwirkung der Gemeinden in der Bekämpfung des Feuerbrandes von grossem Vorteil ist. So können Probleme direkt vor Ort und von Personen mit entsprechenden Orts- und Fachkenntnissen gelöst werden. Die notwendigen Arbeiten erfolgen dadurch rasch und effizient.

LBBZ Arenenberg, Fachstelle
Pflanzenschutz und Ökologie,
Hermann Brenner

Gerodete Weissdornhecke: Durch das Verbrennen der befallenen Pflanzen werden die Feuerbrandbakterien abgetötet. (LBBZ Arenenberg) 

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