Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Das Brennholz war sehr gefragt bei den Bietern

Ausgabe Nummer 6 (2017)

Holzgant in Waltalingen mit grossem Aufmarsch

An der Waltalinger Brennholzgant wurden sämtliche Lose Brennholz in der Steigerung zu guten Preisen verkauft. Somit kamen an den vier Holzganten mehrere hundert Ster Brennholz unter den Hammer.

Waltalingen ist jeweils der letzte der vier Brennholzganten im Stammertal. Das Interesse war aber immer noch gross. Wie gewohnt gab Förster Christian Bottlang die Steigerungsbedingungen bekannt. Sekundiert wurde er von Gemeindepräsident Martin Zuber, welcher das Gantprotokoll führte. Darin wurden Losnummer, Preis und Name eingetragen. Gesamthaft waren es an die drei Dutzend Lose mit über 90 Ster Brennholz, welche vom Forstrevierverband Stammertal, gebündelt durch einen Forstunternehmer, bereitstanden. Bereits bei den ersten Losen zeigte sich, dass Brennholz nach wie vor gefragt ist. Angesagte Lospreise für einen Klafter Laubholz von 195 oder 210 Franken wurden rasch in die Höhe getrieben, wobei die Höchstangebote bei 255 Franken lagen. «Ich bin mit dem heutigen Verkauf sehr zufrieden, da einmal mehr unsere Thurgauer Nachbarn tüchtig mitgeboten haben. Wir haben nun fast alles aufgerüstete Brennholz im Tal verkauft und in den nächsten Wochen wird auch der Rest noch einen Käufer finden», zeigte sich Bottlang zufrieden. Doch die magischen Preise vom vorangegangenen Samstag an der Guntalinger Gant von bis zu 280 Franken wurden nicht erreicht. Vorbei an bald völlig zusammengefaulten Brennholzbeigen, welche nicht einmal mehr von den Fasnachtsbuben für Feuer geholt werden, ging es zur grossen Vorführung.

Fordson Jahrgang 1926 stahl allen die Show
«Baumfällen und Holzrücken wie vor 70 Jahren», das war das diesjährige, von Förster Bottlang angesagte Fachprogramm, welches bereits in Unter- und Oberstammheim gezeigt wurde. Dort musste aber der Traktor Fordson Jahrgang 1926 zuhause bleiben, weil es für ihn schlicht und einfach zu kalt war. Seit etwas mehr als 70 Jahren kennt man in unseren Breitengraden die Motorsäge. Sohn Urs und Vater Werner Müller aus Tägerwilen verfügen über eine umfassende Sammlung alter Holzhauergeräte und Maschinen. Dazu gehören auch Motorsägen, welche bereits über 70-jährig und noch betriebstüchtig sind. Auch Forstwart, Holzwettkämpfer und Kunstsäger Stefan Hübscher, hat sich in den letzten Jahren eine umfangreiche Sammlung alter Motorsägen angeschafft. Stolz präsentierte er dabei eine Solo-Motorsäge aus den Sechzigerjahren, welche als erste ohne drehen des Schwertes in allen Lagen eingesetzt werden konnte.
Dann kam der grosse Showteil. Ebenfalls mit einem Oldtimer fällte Urs Müller zentimetergenau eine Fichte. Danach wurde der Stamm mit zwei schweren Winden und zwei Ketten angehoben und der Rückewagen, welcher mit seinen eisengebundenen Holzrädern eher an Fred Feuerstein erinnerte, unter den Stamm geschoben. Nachdem dieser angekettet und die Kette verspannt wurde, war es die Aufgabe des Fordson, diesen zu rücken. Danach griff Christian Bottlang selber zum Biber und demonstrierte dieses körperlich sehr anspruchsvolle Schälgerät, welches noch vor zwei Jahrzehnten insbesondere für das Schälen der Nadelholzstämme eingesetzt wurde. Müller verfügte über ein noch älteres Modell, wo mit Hilfe eine Antriebsrades ein Schälmesser gestossen wurde.
Schlussendlich hatten um die Mittagszeit alle dasselbe Ziel. Bei der Weiherhütte warteten die Lagerfeuer und die Holzgantschüblige auf die Holzgantteilnehmer. Zu diesen stiessen dann auch noch die Fasnachtsbuben, welche beim Aufbau der grossen Fasnachtsfeuer zum Endspurt ansetzten.


Roland Müller










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