Ausgabe Nummer 26 (2004)

zurück zur Übersicht

Das Krautfäulewetter hält an

Feldbau: Kartoffeln und Winterweizen
 
Das Krautfäulewetter hält an
 
Kartoffeln: Die Krautfäule tritt mittlerweile in allen Hauptanbaugebieten der Deutschschweiz auf. Im Thurgau wurde Krautfäule bisher aus Schlattingen (Streuebefall, Stella) und Ellighausen (Primärherd, Bintje) gemeldet. Solange die Witterung unbeständig bleibt, kann sich die Krautfäule gut entwickeln. Die Infektionsgefahr für ungenügend geschützte Kartoffelbestände ist derzeit gross. Solange die Stauden wachsen, die Felder alle 8 bis 10 Tage behandeln. Erst bei anhaltend heisser und trockener Witterung die Spritzintervalle um drei bis vier Tage vergrössern. Bei ungünstigen Bedingungen (regnerisch, zu lange Abstände zur letzten Spritzung) teilsystemische Mittel verwenden, um gegebenenfalls 2 bis 3 Tage alte Infektionen noch abstoppen zu können. Befall oder Befallsverdacht uns bitte weiterhin melden. Vielen Dank.
Der Besatz mit Kartoffelkäfern ist von Feld zu Feld unterschiedlich, jedoch in einigen recht hoch. Zurzeit findet man alle Stadien, das heisst Eier, Larven und Käfer. Die Schadenschwelle liegt bei 30 Prozent der Stauden mit jungen Larven/Ei-Gelegen beziehungsweise 1 bis 2 Herde mit Larven/Ei-Gelegen pro Are. Behandlungen mit Consult, Nomolt, Rimon oder Novodor müssen auf junge Larven (kleiner als 5 mm) erfolgen.

Getreideblattläuse
Sehr viele Getreidefelder, insbesondere Weizen, sind mit Blattläusen besiedelt. Sie saugen an den Ähren Pflanzensaft. Die Schadwirkung ist sehr komplex. Unter anderem können sich der direkte Saftentzug und die nachfolgenden Schwärzepilze auf den Ertrag negativ auswirken. Hauptrisiko besteht während der Blüte. Mit beginnender Milchreife verschwinden die Blattläuse wieder. Die Schadenschwelle liegt bei 60 Prozent der Ähren mit Blattläusen während der Blüte. Später können mehr toleriert werden. Nach unseren Beobachtungen wurde die Schadenschwelle nur in Einzelfällen erreicht. Für Behandlungen ist im ÖLN eine Sonderbewilligung nötig.

LBBZ Arenenberg, Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie, Hermann Brenner, Telefon 071 663 31 40
 
 
top     schliessen