Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
5. Oktober 2018


Das Rebjahr geht in die entscheidende Phase

Ausgabe Nummer 32 (2017)

Das Rebjahr hat bisher enorm gefordert. Mit dem Weichwerden der Beeren und dem damit verbundenen Farbumschlag treten nun die Trauben in die entscheidende Reifephase ein.

Leider verursachten die lokalen Gewitterzellen örtlich erhebliche Hagel- und Sturmschäden, welche die Ertragserwartungen erneut dämpften. Dank überdurchschnittlicher Kompensation aus den Nebenaugen und hervorragender Traubenentwicklung ist insbesondere bei der Hauptsorte Blauburgunder mit weniger starken Ertragsausfällen zu rechnen, als nach dem Jahrhundertfrost erwartet werden musste.

Eher trockener, aber gewittriger Juli
Nach dem heissen Juni waren die Hitzetage auch im Juli recht zahlreich, wobei die Gewitterneigung deutlich zunahm. In Hallau wurden gemäss Agrometeo neun Hitzetage, in Weinfelden deren acht registriert. Die monatlichen Niederschlagsmengen sind in Hallau mit rund 88 Liter deutlich unterdurchschnittlich. Nur gerade am 10. Juli fielen im Klettgau über 10 Liter Regen pro Quadratmeter. In Weinfelden resultierte doch mit rund 130 mm eine schöne Niederschlagsmenge, welche für eine ausreichende Bodenfeuchte sorgte. Das heftige Sommergewitter mit örtlicher Orkanstärke (Stammertal) brachte in der Nacht vom 2. August teilweise erheblichen Hagel, wobei die Unterschiede regional sehr gross sind. Besonders betroffen ist die Region um Wilchingerberg/ Wunderklingen, Nussbaumen sowie Untersee/Arenenberg.

Die Reifephase hat früh begonnen
Dank dem enormen Pflegeeinsatz der Winzerinnen und Winzer stehen die Rebanlagen vielerorts in kräftigem Grün. Nur vereinzelt zeigen sich aktuell einige Mehltau-Symptome. Eher früh und recht zügig ver- läuft der Farbumschlag bei den frühen Sorten. Sorten wie Regent, Dornfelder und Acolon haben praktisch vollständig in die Reifephase gewechselt. Eher noch etwas zögerlich ist der Farbumschlag beim Blauburgunder. Gewisse Heterogenität ist auch aufgrund der unterschiedlichen Traubenentwicklung nach dem Frost nach wie vor sichtbar. Spätester Termin für die letzte Botrytizid-Behandlung wurde für späte Lagen durch Agroscope auf den 19. August festgelegt. Ein allzu langes Hinauszögern empfiehlt sich in diesem Jahr nicht.

(Noch) ruhige Situation bei der KEF
Die Witterung verhinderte bisher eine starke Populations- Entwicklung der Kirschessigfliege (KEF), was die bis anhin relativ tiefen Fangzahlen des offiziellen KEF-Monitorings SH/TG und auch die nationalen Beobachtungen zeigen. Das spezifische Monitoring des Hallauer KEF-Projektes, welches auch ganz gezielt sogenannte Hotspot-Habitate untersucht, verdeutlicht aber, dass die KEF latent da ist und sobald die Witterungsbedigungen und das Nahrungsangebot stimmen, die Fänge deutlich zunehmen können.


Markus Leumann
Fachstelle Weinbau SH/TG







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