Ausgabe Nummer 47 (2008)

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Das Weinjahr 2008 im Kanton Thurgau

Der Weinjahrgang 2008 muss sich nicht verstecken, im Gegenteil, er gehört ? insbesondere beim Blauburgunder und den Spezialitäten ? zum fünftbesten Jahrgang der letzten 50 Jahre! Die Weinlese fand bei besten Bedingungen statt. Mit der Qualität und der Traubenmenge sind die Thurgauer Winzer zufrieden.

Rebenfreundliche Witterung und goldener Oktober führten zum Erfolg
Der Austrieb der Reben erfolgte zur gewohnten Zeit gegen Ende April. Die herrliche Sommerwitterung Ende Mai liess die Reben kräftig gedeihen. Die Traubenblüte erfolgte Anfang Juni bei eher kühler und feuchter Witterung. Dies hatte zur Folge, dass die Trauben zum Glück nur leicht ausgerieselt sind, das heisst nicht zu dicht und nicht mit zu vielen Beeren beladen wurden.
Die Witterung im Juli und August war den Reben freundlich gesinnt. Manch einer rechnete bereits wieder mit einer frühen Weinernte, doch der September machte den Winzern einen Strich durch die Ernteagenda. Der goldene Oktober holte wieder auf, was der September verpasst hatte.

Mittlere Qualität bei den frühreifen und Spitzenqualität bei den spät reifenden Sorten
In der zweiten Septemberhälfte begann die Hauptlese der frühreifen Rebsorten. Die Müller-Thurgau-Rebe konnte von der prächtigen Oktoberwitterung nicht mehr viel profitieren. Umso besser erging es dem Blauburgunder, der in der warmen Oktobersonne hervorragend ausreifen konnte.
Die Weinernte erfolgte meist bei ausgezeichneter Witterung. Besonders in höheren Lagen haben die nebelfreien Tage den Rebleuten einen bilderbuchhaften Wimmet geschenkt. Die Weinernte begann bei der frühreifen weisse Sorte «Solaris» bereits am 28.August und der mittelfrühreife Müller-Thurgau Mitte September und endete beim Blauburgunder am 12. November.

Sortiment und Qualität
Bei der diesjährigen Weinlesekontrolle sind im Kanton Thurgau 50 verschiedene Traubensorten erfasst worden. Diese werden zu weit über 100 verschiedenen Weinen gekeltert.
Die Hauptsorten sind nach wie vor Blauburgunder bei den roten und Müller- Thurgau bei den weissen Sorten. Die Qualität der Trauben ist bei den frühreifen Sorten gut und bei den spätreifenden Sorten übertrifft die Qualität einige Spitzenjahrgänge der Vorjahre. Nun reifen die jungen Weine zu grossen Persönlichkeiten heran.

Resultate der Hauptsorten im Thurgau
Die beiden bedeutendsten Sorten Blauburgunder und Müller-Thurgau haben mengenmässig eine sehr grosse Ernte gebracht und übertreffen die Vorjahresernten um mehr als 25 Prozent. Die Öchslegrade liegen beim Müller Thurgau um 1° Öchsle unter dem Zehnjahresmittel und der Blauburgunder zählt zu den besten fünf Jahrgängen der letzten 50 Jahre! Die gesamte Erntemenge der Weinernte 2008 betrug beim Rot- und Weisswein 2217 Tonnen beziehungsweise rund 17 000 Hektoliter. Die Vorjahresernte betrug 1760 Tonnen beziehungsweise 13000 Hektoliter. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre konnten 1800 Tonnen beziehungsweise 13500 Hektoliter geerntet werden.

BBZ Arenenberg, Fachstelle Obst- und Rebbau, Bruno Hugentobler