Ausgabe Nummer 46 (2010)
Das Weinjahr 2010 im Kanton Thurgau
Trotz spätem Jahr und verzögerter Reifeentwicklung macht der Weinjahrgang 2010 grosse Freude. Es ist kein Spitzenjahrgang, aber die Traubenqualität bringt die besten Voraussetzungen für einen fruchtigen, aromatischen Wein, dessen Trauben nicht von der Sonne verwöhnt wurden.
Der Austrieb der Reben erfolgte später als in den Vorjahren. Der Traubenblühet begann mit einer Verzögerung von rund einer Woche und der Farbumschlag beim Blauburgunder erfolgte erst gegen Ende August. Die Witterung im August und Anfang September war nicht besonders rebenfreundlich und bereitete den Rebleuten sichtliche Sorgen. Letztendlich war es doch wieder die Witterung, die in der zweiten Septemberhälfte und Anfang Oktober einiges gut machte. Die Bodenfroste ab 20. Oktober blockten das vegetative Wachstum abrupt ab und zwei Tage danach waren die Reben im Thurtal und Seebachtal bereits ohne Blatter. So konnten die letzten Trauben ab den bereits entlaubten Rebstöcken geerntet werden.
Traubenernte bei mehrheitlich trockener Witterung
Am 15. September begann die Weinlese mit der frühreifen Sorte ?Solaris?. Die Hauptlese der übrigen frühen Rebsorten wie zum Beispiel der Muller-Thurgau erfolgte gegen Ende September. Mitte Oktober begann die Ernte der Blauburgundertrauben und die letzten Weintrauben wurden am 4. November geschnitten. Die Weinernte konnte fast ausschliesslich bei trockener Witterung durchgeführt werden.
Sortiment und Qualität
Bei der diesjährigen Weinlesekontrolle sind im Kanton Thurgau wiederum rund 50 verschiedene Traubensorten erfasst worden. Diese werden zu weit über 100 verschiedenen Weinen gekeltert. Die Hauptsorten sind nach wie vor Blauburgunder bei den roten und Muller-Thurgau bei den weissen Sorten. Die Traubenqualität lässt sich mit den Jahrgängen 2004, 2005 und 2006 vergleichen, liegt aber gegenüber dem Spitzenjahrgang 2009 um einige Grade zurück. Nun reifen die jungen Weine im Weinkeller zu fruchtigen, aromatischen Weinen heran und werden ihre Starke und Kraft schon bald unter Beweis stellen.
Resultate der Hauptsorten im Thurgau
Mengenmassig ist die Weinernte fast gleich ausgefallen wie im Vorjahr, liegt aber gegenüber dem Zehnjahresmittel um einiges zurück. Beim Blauburgunder ist die Erntemenge rund 20 Prozent kleiner als im langjährigen Mittel. Die Qualität der Weintrauben ist gut, allerdings blieben die Spitzenresultate wie im Vorjahr aus. Die Öchslegrade liegen beim Muller-Thurgau mit 76 ° Öchsle im Zehnjahresmittel und der Blauburgunder liegt mit 85 ° Öchsle leicht unter dem Zehnjahresmittel. Die gesamte Menge Weinernte 2010 liegt mit 1767 Tonnen nur 56 Tonnen über der Vorjahresernte.
BBZ Arenenberg, Obst- und Rebbau,Bruno Hugentobler
Ergebnisse nach Sorten:
Die Weinernte 2010 konnte fast ausschliesslich bei trockener Witterung durchgeführt werden. (zVg)
