Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Delegierte tagten auf Zürcher Weinschiffen

Ausgabe Nummer 46 (2014)

Branchenverband Deutschschweizer Wein

Die Delegierten des Branchenverbandes Deutschschweizer Wein haben auf Zürcher Weinschiffen vom Budgetentwurf 2015 Kenntnis genommen. Zugleich machte der Vorstand deutlich, vorerst an Beiträgen für Vitisuisse festzuhalten.

Im Branchenverband Deutschschweizer Wein ist vieles in Bewegung. Davon konnten sich die Delegierten aus allen Deutschweizer Weinbaugebieten zwischen dem Thuner- und Bodensee und vom Baselbiet bis ins Bündnerland am vorletzten Mittwoch auf den Zürcher Weinschiffen ein umfassendes Bild machen. Verbandssekretär Robin Haug erinnerte in seinem Zwischenbericht daran, dass mit der Wahl des Neuenburger Laurent Favre in den Staatsrat die beiden Präsidien der Schweizer Weinbranche verwaist sind. Beide Mandate werden vorerst von den jeweiligen Vizepräsidenten Willy Deladoëy und Thierry Walz geführt. «Es gibt aber bereits Parlamentarier, welche für diese freigewordenen Ämter ihr Interesse angemeldet haben», so Haug. Beide Vorstände haben aber vorerst beschlossen, die beiden Ämter erst nach den National- und Ständeratswahlen im kommenden Herbst zu besetzen. Politisch wurden verschiedene Vorstösse auf Bundesebene behandelt. So wurde die Motion Darbellay mit 91 zu 88 Stimmen überwiesen, welche verlangt, dass die 16 Millionen Liter Schaumweine auch in das Zollkontingent für Weine fallen. Hingegen wurden Vorstösse für eine bessere Förderung von Schweizer Wein und eine Anpassung der Zollkontingente an den Konsum abgelehnt.
Auch die Kirschessigfliege beschäftigte den Branchenverband. «Bereits im Sommer stellten die kantonalen Fachstellen frühere und höhere Fangzahlen der Kirschessigfliege fest. Ab Mitte August machten Berichte aus Süddeutschland darauf aufmerksam, dass bereits grössere Schäden verzeichnet worden sind», so Haug weiter. In der Folge setzten sich die Branche und Kantone für eine Sonderbewilligung ein, um vor allem biologische Mittel einzusetzen. «Zuerst hoffte man, dass diese Fliege den Röstigraben nicht überwinden wird. Doch Ende September wurde bekannt, dass auch die Westschweiz ihre Probleme hat. Am stärksten traf es den Tessin, wo mit Ausfällen von bis zu 20 Prozent gerechnet wird», hielt Haug weiter fest.

Erstmals Fernsehspot
«Zum ersten Mal waren von Swiss Wine Promotion aufgeschaltete Werbespots für Schweizer Weine (SWP) zu sehen», rief Haug in Erinnerung. Die damit verbundene Neuausrichtung der nationalen Weinwerbung wird auch für gewisse Anlässe einschneidende Auswirkungen haben. «Da vom Bund keine Werbegelder für regionale Projekte fliessen, pochen nun einzelne Regionen darauf, dass die offenen Weinkeller unter ein nationales Dach zu stellen sind», hielt Haug fest. Eine Zusammenkunft aller beteiligten Kreise in der Ostschweiz ergab, dass man am Datum vom 1. Mai festhalten und den Anlass weiterhin regional koordinieren will. Die notwendige Anpassung an die neue Grafik und den Auftritt der nationalen Weinwerbung wird sich aber als aufwändig erweisen.
An den Swisskills waren die beiden Berufe Winzer und Weintechnologen nicht vertreten. «Wir konnten aber im Rahmen der grünen Berufe unsere beiden Ausbildungen vorstellen», führte Haug aus. Erfreut zeigte er sich zudem, dass in der Deutschschweiz am 31.Oktober ein neues Kapitel in der Bildungslandschaft aufgeschlagen werden konnte. 21 Schüler starteten mit der berufsbegleitenden Ausbildung zum Weinbautechniker HF.

Schwarze Null erwartet
Die von Hans-Peter Ruffner präsentierte laufende Rechnung zeigt auf, dass für 2014 eine schwarze Null zu erwarten ist. Von den Erträgen aus den Kantonen im Umfang von rund 200 Franken je Hektare oder 525 000 Franken, zusätzlich der 164 000 Franken aus Kostenbeiträgen von Produzenten an den 1. Mai, fliessen rund 300 000 Franken an übergeordnete Verbände und in die nationale Weinwerbung. Zusätzlich investierte der Verband 190 000 Franken in die Werbung. Für die Verbandswerbung werden 148 000 Franken investiert. Ein erster Budgetentwurf für das kommende Jahr zeigt ähnliche Zahlen. Einzig die Erträge aus dem 1. Mai fallen weg. Doch der Verband will weiterhin Mittel im Umfang von 55 000 Franken in Events und regionale Werbung stecken. Nach wie vor bleibt aber der Beitrag von 16 000 Franken für die Vitisuisse umstritten. An der letzten Delegiertenversammlung fasste der Vorstand entsprechend einem Antrag den Auftrag, die offenen Fragen rund um diesen Beitrag abzuklären. Er kam nun zum Schluss, dass man an der Kostenbeteiligung festhalten will.


Roland Müller







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