Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Delegiertenversammlung des Ostschweizer Holsteinzuchtverbandes

Ausgabe Nummer 11 (2015)

An der Delegiertenversammlung des Ostschweizer Holsteinzuchtverbandes in Gloten bei Sirnach haben die Delegierten einer Reduktion der Anzahl Vorstandsmitglieder zugestimmt.

«Hat es den Präsidenten umgehauen, so müsst ihr jetzt dem Vizepräsidenten vertrauen». Mit diesem eher humorvoll gemeinten Ausspruch eröffnete Vizepräsident Stefan Künzle (Gossau) die Delegiertenversammlung des Ostschweizer Holsteinzuchtverbandes. Verbandspräsident Werner Weibel musste infolge Erkrankung Forfait geben, sodass Künzle als Vizepräsident in Gloten einsprang.
«Wir waren 2014 mit guten Milch- und Schlachtviehpreisen gestartet. Doch im Herbst kehrte sich bei der Milch das Blatt», hielt Künzle rückblickend fest. Deshalb sei es für ihn unverständlich gewesen, als das Bundesamt für Landwirtschaft im Herbst verkündete, dass die Einkommen um 12 Prozent steigen werden. Mit Blick auf das laufende Jahr sprach er eher von düsteren Wolken. Die Aufgabe des Euro-Mindestkurses mit dem erstarkten Franken und zugleich die Aufhebung der Milchquoten in der EU Ende März sorgen für einen permanenten Druck auf den Schweizer Milchmarkt. Erfreuliches zeigen die Kennzahlen des Ostschweizer Verbandes. Die durchschnittliche Milchleistung ist um 1,2 Prozent auf 8685 kg und die Zahl der Abschlüsse gar um 2,4 Prozent auf 11 595 Tiere gestiegen. 44 Betriebe weisen einen Betriebsdurchschnitt von über 10 000 kg aus, 35 Kühe erreichten eine Lebensleistung von mehr als 100 000 kg.
Bei der Jahresrechnung musste Geschäftsführerin Daniela Brand den Delegierten bei einem Aufwand von 11 496 Franken einen Aufwandüberschuss von knapp 2200 Franken präsentieren. Entsprechend dem Budget 2015 wird ein Beitrag für die Eliteschau in Wattwil gesprochen. Beim Verbandsbeitrag werden keine Korrekturen vorgenommen, gesamthaft wird mit einem Minus von knapp 500 Franken gerechnet.
Innerhalb des Verbandsgebietes findet im Sommer der traditionelle Höck auf dem Betrieb von Patric Rinderknecht in Hatswil (TG) statt, im November steht eine Züchterreise auf dem Programm. Höhepunkt wird die gemeinsam mit Swiss Herdbook Ost durchgeführte Eliteschau in St. Gallen sein, der Termin musste auf den 12. Dezember verschoben werden. «Das Programm erfährt zudem Änderungen, indem wir ein Abendprogramm mit den Jungzüchtern und eine Rindershow durchführen werden», führte OK-Präsidentin Daniela Brand aus.
«Wir weisen weiterhin eine steigende Mitgliederzahl auf und zählen aktuell deren 51», freute sich Dominik Sätteli, Präsident der Jungzüchter Ostschweiz. Sie werden zusammen mit den Zürcher Jungzüchtern aus der Verbandskasse mit 1000 Franken unterstützt. «Für unseren Verein ist die Förderung und Weiterbildung der Mitglieder sehr wichtig», so Sätteli weiter. Für ihn wird die Eliteschau in Wattwil ein spezieller Höhepunkt sein. «Wir werden diese ideale Plattform nutzen, um uns als Jungzüchter ins beste Licht zu rücken», so Sätteli abschliessend.

Vorstand anpassen
«Im Rahmen einer Präsidentenkonferenz wurde der Wunsch geäussert, dass man den Vorstand des Ostschweizer Verbandes verkleinern sollte», hielt Künzle fest. Konkret hat jede der acht Genossenschaften einen Sitz im Vorstand. Seit der Gründung stellten aber die beiden grössten Genossenschaften Wil und Oberthurgau zwei Mitglieder. Zugleich gehören dem Vorstand ohne Stimmrecht die Geschäftsführerin, der Vertreter der Jungzüchter sowie die beiden Vertreter im schweizerischen Vorstand an. Die Statuten geben vor, dass dieser mindestens neun Mitglieder zählen sollte. Da bereits im Vorfeld die beiden Vorstandsmitglieder Karl Ammann (Wil) und Ueli Keller (Oberthurgau) ihren Rücktritt aus dem Vorstand bekannt gaben, kann die Reduktion nun stillschweigend und auch ohne Statutenänderung vollzogen werden.
«Die Delegierten und die Verbandsfunktionäre sollen sich verstärkt auch für die «gewöhnlichen» Holsteinzüchter einsetzen, welche nicht nur auf die Spitzenzucht setzen», forderte ein Delegierter. Zentralvorstandsmitglied Kurt Sätteli zeigte Verständnis für das Votum, versicherte aber mit aller Deutlichkeit, dass man auf allen Stufen dem Wunsch des Delegierten nachlebt. Zugleich machte er deutlich, dass die Anliegen der Basis über die vorhandenen Strukturen bis in die Verbandsspitze einfliessen.
«In den letzten 14 Jahren konnten wir die abgeschlossenen Laktationen um 56 Prozent auf 51 072 steigern», zeigte sich Verbandsdirektor Pascal Monteleone erfreut. Die landesweite Durchschnittsleistung lag 2014 bei 8526 kg mit 3,95 Prozent Fett und 3,21 Prozent Eiweiss. Monteleone verwies auch auf das Dienstleistungsangebot mit dem Aussendienstmitarbeiter Olivier Buchs. Er kann zur persönlichen, kostenpflichtigen Anpaarungsberatung oder auch für gezielte Veranstaltungen und Schulungen beigezogen werden. Zugleich betreut er die Prüfbetriebe und unterstützt die Züchter bei entsprechenden Anfragen. Zudem kümmert er sich um die Anliegen der neuen Mitglieder und nimmt auch eine Funktion als Bindeglied zu den kantonalen und regionalen Verbänden wie auch Jungzüchtern wahr.


Roland Müller







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