Ausgabe Nummer 40 (2003)

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Den direkten Einkauf beim Weinbauern fördern

Neue Broschüre für die Weinregion Iselisberg-Neunforn erschienen
 

Den direkten Einkauf beim Weinbauern fördern

 
Die Volg-Weinkellereien lancieren eine Broschüre über die Weinregion Iselisberg-Neunforn, mit der sie die Konsumenten animieren wollen, die Weine aus der Region direkt bei den Weinbauern zu beziehen.
 

Thomas Wettach, Geschäftsführer der Volg Weinkellereien, Max Wellauer, Geschäftsführer der Landi am Iselisberg und die beiden Traubenproduzenten Kaspar Baumann, Iselisberg, und Ruedi Kägi, Neunforn (v. l. n. r.), stossen auf die neue Broschüre «Weingenuss aus Iselisberg-Neunforn» an. (Alois Schwager)

 
Wie Max Wellauer, Geschäftsführer der Landi am Iselisberg, und Thomas Wettach, Geschäftsführer der Volg Weinkellereien, anlässlich einer Pressekonferenz ausführten, steht der Schweizer Wein angesichts der liberalisierten Märkte vor seiner grössten Herausforderung. Allein im Weinjahr 2002/03 habe der Verbrauch an einheimischem Wein um 7,3 Millionen Liter abgenommen. Dem stehen Mengensteigerungen in den letzten Jahren von bis zu 60 Prozent allein in der Ostschweiz gegenüber. Es gelte daher, neben den bereits realisierten Massnahmen wie Qualitätsverbesserung und Mengenkürzung dringend neue Absatzwege zu erschliessen. Eine Rückbesinnung auf den regionalen Markt müsse eingeleitet werden. Dazu seien dringend neue Ideen gefragt. Einen Schritt in diese Richtung sehen die Volg Weinkellereien in der lokalen und regionalen Absatzförderung. Man wolle zusammen mit den aktiven Produzenten die Weine aus der Region wieder ins Bewusstsein der Konsumenten rufen. In diesem Sinne möchte man ihnen vermehrt Gelegenheit bieten, die einheimischen Weine direkt beim Produzenten zu verkosten und sie ab dem Hof der Rebbauern zu kaufen. Der direkte Kontakt zu den Produzenten sei zunehmend gefragt.

Weingenuss aus Iselisberg-Neunforn
Bestärkt durch den Erfolg mit einem Pilotprojekt mit den Produzenten der Weinbaugenossenschaft Weiningen ZH, wo man dank einer gemeinsam gestalteten Broschüre den Weinabsatz mehr als verdoppeln konnte, habe man jetzt auch für die Region Iselisberg-Neunforn eine solche Broschüre gestaltet. Sie trägt den Namen «Weingenuss aus Iselisberg-Neunforn» und ist reich bebildert. Sie enthält Wissenswertes aus der Weinregion, über die Arbeiten im Rebberg und die Kelterung. Sie präsentiert aber auch einen Vorschlag zu einer Tageswanderung oder Radtour durch das Rebbaugebiet Iselisberg- Neunforn mit heimeligen Gaststätten, in denen die einheimischen Weine aus den Volg Weinkellereien angeboten werden. Herbstimpressionen, das vielfältige Weinsortiment und die Adressen der Traubenproduzenten runden die Broschüre ab. Bei dieser Schrift handelt es sich um die erste gemeinsame Aktion der beiden benachbarten Rebbaugebiete Iselisberg und Neunforn. Sie kann bei den Traubenproduzenten, in den Verkaufsstellen von Volgweinen in der Region und in verschiedenen Gaststätten bezogen werden.

Ein zuverlässiger Partner
Bei den Volg-Weinkellereien handelt es sich um ein über hundertjähriges Traditionsunternehmen. Dieses ist für rund 450 Traubenlieferanten aus den Kantonen Zürich, Schaffhausen, Thurgau, Aargau, St. Gallen und Graubünden ein verlässlicher Partner. Zusätzlich bewirtschaften die Volg Weinkellereien in den drei Regionen Hallau, Winterthur und Malans rund 48 Hektaren selber. Jährlich werden von ihnen insgesamt rund 1,8 Millionen Kilogramm Trauben verarbeitet. Damit sind die Volg Kellereien der grösste Produzent und Vermarkter in der Deutschschweiz.
Gemäss Leitbild liegt das Hauptaugenmerk in der Förderung und Vermarktung von qualitativ hoch stehenden Deutschschweizer Weinen. Um dem stetig wachsenden Sortiment gerecht zu werden, hat man, wie Thomas Wettach ausführte, eine Qualitätspyramide eingeführt.

Aufgabenteilung und Unterstützung
Die Volg-Weinkellereien sind nicht nur Abnehmer. Sie bieten den Traubenproduzenten auch fachliche Unterstützung bei Anbau und Pflege der Reben sowie bei der Traubenlese. Sie garantieren eine termingerechte Übernahme des Traubengutes und die Kelterung von qualitativ hoch stehenden Weinen. Für einwandfreies Traubengut bezahlen sie den Produzenten einen marktgerechten und einkommenssichernden Preis. Als ihre Aufgabe betrachten sie auch die Beobachtung der Markttrends und die Entwicklung neuer Produkte. Sie sind zudem für die Lagerung, Abfüllung und den Versand der Weine und die Basiswerbung besorgt. Den Wein-Wiederverkäufern (Landi, Getränkehändler usw.) leisten sie durch den Aussendienst und Marketingmassnahmen aktive Unterstützung. Daneben sind sie für die Akquisition von Grosskunden wie Kantinenketten besorgt. Von den Wiederverkäufern erwarten sie unter anderem eine gewisse Lagerhaltung, namentlich von regional wichtigen Produkten, ein angemessenes Angebot im Verkaufslokal mit regionalen Produkten, Spezialitäten und Leadern, ferner regionales Marketing mit Weinanlässen, Messeauftritten und Kundenpflege. Den Traubenproduzenten obliegt die Hege und Pflege der Reben und die Ablieferung von einwandfreiem Traubengut an die Kellereien. Von ihnen wird zusätzlich eine Unterstützung des Absatzes von regionalen Weinen durch Rückkauf zu attraktiven Konditionen und Verkauf ab Hof erwartet. Alois Schwager
 

Typischer Traubenlieferant
Beim gemischten Betrieb der Familie Kägi in Niederneunforn handelt es sich um einen typischen Traubenliferanten der Volg Weinkellereien. Der Rebbau bildet hier neben dem Ackerbau und der Viehhaltung einen existenziellen Betriebszweig, mit dem rund die Hälfte des Einkommens erwirtschaftet wird. Für die 4,6 Hektaren Rebfläche sind rund 2700 Handarbeitsstunden erforderlich. Um diese zur richtigen Zeit erledigen zu können, werden Frauen aus der Region im Stundenlohn angestellt. Beim Wümmet helfen Bekannte und Verwandte mit. Die Trauben werden an die Volg Weinkellereien verkauft, welche daraus Neunforner Weine und Spezialitäten keltern. (asf)

 
 
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