Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Den Fokus auf das Positive legen

Ausgabe Nummer 8 (2017)

Erfolgreiche Milchproduktion

Bei der zweiten Durchführung des Seminars «Milchproduzent – wer hat hier das Sagen?» am BBZ Arenenberg, haben 19 Bäuerinnen und Bauern teilgenommen. Für einmal ging es nicht um Zahlen und Fakten, sondern um typische Verhaltensmuster des Menschen. Diese wurden durch spielerische, Stress verursachende Beispiele am eigenen Leib erfahren, was bei den Teilnehmern zu einigen Aha-Erlebnissen führte.

Das Seminar war Teil des Projekts «Erfolgreiche Milchproduktion EMP», das von den Schweizerischen Michproduzenten SMP ins Leben gerufen wurde. Durch Aktivitäten, die trotz der lockeren Atmosphäre Stress verursachten, wurde den Teilnehmern aufgezeigt, wie die Mehrheit der Menschen in einer Stresssituation reagiert. Solche Situationen gibt es täglich, auch auf dem Betrieb. Das Ziel von Marcel Bäni, anerkannter AgriTOP-Trainer und Leiter des Seminars, war es, den Teilnehmenden Gedankenanstösse zu geben, neue Sichtweisen aufzuzeigen und den aktiven Austausch zu fördern, um sich in zukünftigen stressigen Situationen anders zu verhalten.

Negative Gedanken überschatten das Gute
Wir merken es gar nicht, aber es sind doch oft die schlechten Dinge, die uns auffallen. Ein Beispiel: ein Kuhstall mit 40 Kühen, zwei davon hinken. Einer sagt: «Die beiden Kühe hinken, ich muss ihre Klauen pflegen». Der andere entgegnet: «Immer diese Probleme mit den Kühen, und dazu geben sie auch keine Milch». Nun, der eine erkennt die Ursache und sucht die Lösung, während der andere nur Probleme sieht. Stattdessen könnte man auch sehen, dass immerhin 38 der Kühe kerngesund sind. Man soll sich also von einem Problem nicht runterziehen lassen, sondern die positiven Dinge sehen. Dies ist nicht einfach, denn der Mensch ist von klein auf trainiert, die schlechten Dinge hervorzuheben. Es braucht ein gewisses «Training», um das Schlechte bewusst verdrängen und das Gute hervorheben zu können.

Auch das Gehirn muss mal gereinigt werden ...
Um uns von negativem Gedankengut zu befreien, müssen wir von Zeit zu Zeit in unserem Gehirn aufräumen. Während es normal ist, bei den Tieren zu misten und für Sauberkeit im Stall zu sorgen, vergisst der Landwirt oft sich selbst. Denn nicht nur die Einrichtungen, sondern auch der eigene Kopf muss regelmässig einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Der Spruch «den Kopf lüften» kommt wohl nicht von ungefähr. Ein gemeinsames Abendessen auswärts mit der Frau oder ein kurzer Spaziergang können einem auf andere, positive Gedanken bringen, die einem neuen Schwung verleihen. Die Folge: Zufriedenheit und Zuversicht.

Kleine Veränderung, grosse Wirkung
Oftmals sind es viele kleine Dinge, die einem das Leben schwer machen. Dies gilt es anzupacken und zu klären, damit der Kopf wieder frei wird. Die Wirkung von solch kleinen Massnahmen kann grosse Auswirkungen haben. Aber nur wenn man nicht davor zurückschreckt, andere zu fragen oder Hilfe anzufordern, können diese einen unterstützen. Es braucht also etwas Mut und Selbstvertrauen, um eine Veränderung herbeizuführen. Doch mit den richtigen Leuten als Unterstützung ist vieles zu bewältigen.


Franz von Büren, Praktikant
BBZ Arenenberg




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