Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Den Meinungsbiludngsprozess aktiv mitgestalten

Ausgabe Nummer 13 (2016)

Frühjahrsbasiskonferenz des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft

An der Frühjahrsbasiskonferenz stand das Gastreferat von Andreas Widmer, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes, der den Landwirtschaftsrat, ein Organ des St. Galler Bauernverbandes, näher vorstellte, im Fokus.

Andreas Guhl, Präsident der Basiskonferenz, begrüsste die Vertreter der Agroberatungsvereine zur Frühjahrsbasiskonferenz mit zahlreichen Informationen. Eingangs präsentierte er die Neu- und Bestätigungswahlen in den ständigen Kommissionen des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL). Da dieses Jahr ein Wahljahr ist, wurden sämtliche Mitglieder der ständigen Kommissionen des VTL und des Vorstandes Basiskonferenz für vier weitere Jahre bestätigt. Kolumban Helfenberger aus Tuttwil und Peter Schweizer aus Hosenruck, welche an der GV VTL am 7. April zur Wahl in den Vorstand VTL (Ersatz für Jakob Hug, Vorstand VTL) vorgeschlagen sind, konnten an der Basiskonferenz vorgestellt werden.
Daniel Thür, Leiter Kommunikation beim VTL, thematisierte den 1.-August-Brunch und die Stallvisite. Gesucht sind weitere Brunch-Anbieter im Thurgau. Es sind auch Anbieter mit kleinerem Platzangebot, beispielsweise mit 30 Plätzen, sehr erwünscht. Die Brunch-Anbieter können für die Durchführung des Anlasses auf die Unterstützung durch den SBV und den VTL zählen. Anmeldungen sind bis am 30. April erwünscht, der VTL steht Interessierten für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.
Die Stallvisite, ein Projekt der Basiskampagne «Gut, gibts die Schweizer Bauern», besteht seit zehn Jahren. Im Thurgau sind es sechs Betriebe, welche die Stallvisite anbieten. Daniel Thür informierte, dass die Stallvisite durch die verantwortliche Organisation auch weiter entwickelt wird. So ist im Kanton Tessin ein Schweinehaltungsbetrieb mit dabei. Neu ist bei den Kommunikationsmitteln zur Stallvisite eine Blache erhältlich.

Partizipation am politischen Prozess
Regula Böhi, Präsidentin des Thurgauer Landfrauenverbandes, schilderte die Partizipation der Beratungsgruppen am politischen Prozess. Die Parolenfassung zu eidgenössischen Abstimmungsvorlagen erfolgt vom Vorstand des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes (SBLV) und den Präsidentinnen der Landfrauen- und Bäuerinnenverbände aus allen Landesteilen. An der Präsidentinnenkonferenz werden jeweils rechtzeitig die Parolen gefasst (Pro und Contra), sowie ein Argumentarium erstellt von der Kommission Agrarpolitik oder von der Kommission Sozial- und Familienpolitik. Regula Böhi betonte, dass ausschliesslich zu eidgenössischen Abstimmungsvorlagen, welche die Landwirtschaft, die Familie oder frauenpolitische Themen betreffen, die Parolenfassung erfolgt. Sie sagte, dass sie besonders die Möglichkeit der Online-Abstimmung über «Doodle» schätze: Dies erlaube ihr, sich vertieft mit den Inhalten zu einer Vorlage zu beschäftigen und sie habe genug Zeit, sich eine differenzierte Meinung zu bilden.
Als Gastreferent der Frühjahrsbasiskonferenz stellte Andreas Widmer, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes, den Landwirtschaftsrat vor. Der Landwirtschaftsrat (LR), ein Organ des St. Galler Bauernverbandes, beinhaltet 45 Mitglieder und ist der politische Teil der Verbandsorganisation. Der LR weist überschaubare Strukturen auf und bildet die ganze Landwirtschaft ab.

Sicherstellung der bäuerlichen Vertretung
Im LR werden Forderungen und Vorstösse aufgegriffen. Zu den Aufgaben und Kompetenzen des LR gehört die Beschlussfassung über Begehren und Eingaben an die kommunalen und kantonalen Behörden, die Beschlussfassung über wichtige Vernehmlassungen. Weiter gehören die Parolenfassung zu wichtigen kantonalen und eidgenössischen Abstimmungsvorlagen dazu sowie die Antragsstellung für die Wahl in den Vorstand zuhanden der Delegiertenversammlung. Andreas Widmer bezeichnete es als grösste Errungenschaft des LR, dass die anderen Verbandsorgane «entpolitisiert» werden.
Der LR sorgt für die Sicherstellung der bäuerlichen Vertretung in politischen Ämtern auf kantonaler Ebene. Und er fasst jeweils die Beschlüsse über die Unterstützung von Kandidaten für das eidgenössische Parlament. Andreas Widmer zählte Beispiele der wichtigsten Geschäfte der letzten Sitzungen auf: Dazu gehörte massgeblich die Unterstützung bäuerlicher Kandidaten für den Nationalrat und Kantonsrat und ein Hearing mit den Regierungskandidaten. Andreas Widmer hob hervor, dass bei Regierungsratswahlen bewusst keine Parolenfassung vorgenommen wird. Den LR beschäftigte auch die Parolenfassung zur Zuständigkeit bei der Richtplanung, zur Erbschaftssteuer und zur Vermögenssteuer. Ebenso wie die Vernehmlassungen zur Antibiotikastrategie und zum kantonalen Planungs- und Baugesetz. Die Branchenverbände und damit die Märkte seien ebenfalls sehr gut repräsentiert im LR, sagte Andreas Widmer.

Breite Resonanz des Landwirtschaftsrates im Kanton SG
Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass der LR einen hohen Ressourcenaufwand erfordert. Als besonders positiv bewertete es Andreas Widmer, dass der LR sehr aktiv ist, mitdiskutiert, Vorschläge und Ideen einbringt. Dadurch ist der Verband breiter abgestützt, politische Mandatsträger von nationaler und kantonaler Ebene bringen sich ein. Der LR sei die ideale Plattform für die Vernetzung. Insgesamt werde der LR als eine «gute Sache» eingestuft, sagte Andreas Widmer. Die Kommunikation über die Medien funktioniere sehr gut. Der LR finde breite Resonanz im Sinne von: «Der Landwirtschaftsrat hat heute beschlossen ...». Andreas Guhl bezeichnete den LR als ein sehr gutes Meinungsbildungsgefäss, dieser könnte für den Thurgau Vorbild sein. Er betonte, dass aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts entschieden wird.
Christian Eggenberger vom BBZ Arenenberg informierte über Demoversuche im Ackerbau. Es handelt sich um Sonnenblumen-Sortenversuche, Raps-Anbautechnikversuche und ein Forum Ackerbau. Auch für Mais wird es Sortenversuche geben, neue Bohnensorten werden erprobt, ein Exaktversuch Futterbau vorgenommen und zu Demozwecken steht ein Feldkulturgarten zur Verfügung. Christian Eggenberger empfahl, Flurbegehungen zu organisieren. Am BBZ Arenenberg könne von kompetenten, praxisnahen und neutralen Informationen profitiert werden. Am 24. Mai 2016 findet die Brunegg-Ackerbautagung (von 9.30 bis 12.00 Uhr) statt.


Isabelle Schwander







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