Ausgabe Nummer 41 (2004)
Der Apfel, das Allroundtalent
| Älteste kultivierte Frucht | |||||
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Der Apfel, das Allroundtalent
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| Unsere Grossmütter wussten es, wer jeden Tag einen Apfel isst, kommt gesund durch den Winter. Auch moderne Studien bestätigen, dass der Apfel eine wahre Vitaminbombe ist. | |||||
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| Was ist erfrischender, schmackhafter und gesünder als ein Biss in einen reifen, knackigen Apfel? Überall wird heute von gesunder Ernährung gesprochen. Äpfel spielen hierbei eine grosse Rolle. Ein frischer Apfel ist eine ideale und kalorienarme Zwischenmahlzeit. Er passt in jede Tasche, sättigt und ist erfrischend. Getrocknete Apfelschnitze schmecken nicht nur als Zutat im Müsli, sondern auch pur: An Stelle von Salzgebäck können sie als leckere Knabberei beim Fernsehabend eine Menge Kalorien einsparen helfen. Etwas Historik Der Apfel ist die älteste kultivierte Frucht der Erde. 8000 Jahre alt sind die ältesten Äpfel, deren Resten man gefunden hat. Archäologen fanden verkohlte Dörrapfelschnitze bereits in prähistorischen Siedlungen. Äpfel gab es in den hängenden Gärten von Babylon und auf der Feinschmeckertafel des römischen Feldherrn Lukullus. Ein Obstbaumverzeichnis aus dem Jahre 813 zeigt, dass Karl der Grosse auf seinen Gütern mit Vorliebe Apfelbäume anpflanzen liess. Im Mittelalter haben vor allem die Klöster den Apfel weiterverbreitet und veredelt. Natürlich, die Äpfel hatten nicht sehr viel gemeinsam mit einer modernen Zuchtsorte, sie waren winzig klein und sie waren nicht besonders süss, dafür umso saurer. Gesundheitsbombe Vitaminbombe Der Apfel enthält zwar bei keinem Vitamin Rekordwerte, dafür ausgewogene Gehalte an allem Notwendigen. Das gilt gleichfalls für die Mineralstoffe und Spurenelemente. Zahlreiche der sekundären Pflanzenstoffe finden sich ebenfalls im Apfel. Das Gesundheits-Allroundtalent Apfel ist Energiespender und reich an Vitamin C und Kalium. Besonders wertvoll ist vor allem das Apfelpektin, das sich positiv auf den Blutfettspiegel auswirkt und gegen Dickdarmkrebs vorbeugen kann. «An apple a day keeps the doctor away» heisst es im englischen Volksmund. Und ein Apfel hat noch einiges mehr zu bieten:
Kalorien: Äpfel haben sehr wenig Kalorien ein mittelgrosser Apfel (100 g) schlägt nur mit etwa 50 Kilokalorien (kcal) zu Buche. Durstlöscher: Der Apfel besteht zu 85 Prozent aus Wasser und ist damit durchaus als Durstlöscher geeignet, wenn kein Getränk zur Hand ist. Energiespender: Der hohe Anteil Fruktose am Gesamtzuckergehalt wirkt als Konzentrationsstütze. Aus Fructose und Glucose kann der Körper rasch Energie gewinnen, deshalb ist der Apfel bei Sportlern und «Kopfarbeitern» gleichermassen beliebt. Zudem sorgt die Fructose für einen ausgewogenen Blutzuckerspiegel, die Voraussetzung für gleichmässigen Schlaf. Ballaststoffe: Der Gehalt an Ballaststoffen ist mit 1,5 bis 2,3 Gramm je 100 Gramm Fruchtfleisch eher gering. Doch da die meisten von uns gerne und häufig Äpfel essen, tragen sie durchaus zur Bedarfsdeckung bei. Vitamine: Vitamin C ist ein Schutzstoff, es hilft die «Killerzellen und Fresszellen» zu stärken, die wie der Name schon sagt Bakterien und Viren im Blut bekämpfen. Vitamin C gehört auch zu den Radikalenfängern, das heisst, wer häufig Äpfel isst, dessen Körper ist besser in der Lage, sich gegen Schadstoffe aus der Umwelt zur Wehr zu setzen. Mineralstoffe: Bei den Mineralstoffen ist vor allem Kalium zu nennen, das für den Wasserhaushalt, Nerven- und Muskelstoffwechsel wichtig ist. Fruchtsäuren: Sie werden im Körper zu Basen umgebaut, wirken also der Übersäuerung des Gewebes entgegen. Die im Apfel enthaltenen Fruchtsäuren helfen den Harnsäurespiegel zu senken, was sich therapiefördernd bei Gicht und Rheuma auswirkt. Darüber hinaus fördern sie die Verdauung und wirken antibakteriell. Zusammengefasst die wichtigsten Wirkungen des Apfels: Sie regulieren die Verdauung, sie stabilisieren die Darmflora und damit das Immunsystem. Wer unter Verstopfung leidet, der sollte morgens zwei Äpfel roh essen und dazu viel trinken. Pektin bindet nämlich grosse Mengen an Wasser. Doch auch als Mittel gegen Durchfall kann der Apfel eingesetzt werden. Sie fördern einen ruhigen Schlaf Sie verlängern die Konzentrationsfähigkeit Sie mindern Nervosität und Reizbarkeit Sie lösen Harnsäure auf (Rheuma, Gicht) Sie senken den Cholesterinspiegel und beugen damit Herzinfarkten vor Sie entgiften und verhindern das Entstehen von Krebszellen Sie unterstützen die Abwehrkräfte Sie stärken Zahnfleisch und Mundflora Mit zwei grossen Äpfeln am Tag ist der Gesamtbedarf an Vitamin C schon gedeckt! Der Apfel ist ein aktiver Hautschützer dafür sorgen die enthaltenen Karotinverbindungen, die schädliche UV-Strahlen abwehren und ausserdem das Immunsystem ankurbeln. Das Besondere am Apfel ist, dass er sich problemlos zwischendurch geniessen und auch öfter und in grösseren Mengen aufnehmen lässt. Was die Grossmutter noch wusste: Apfelschalen im Dörrgerät oder im Backofen bei 60 Grad trocknen, sie ergeben einen feinen Tee. Äpfel werden nicht braun, wenn man sie mit Zitronensaft beträufelt oder im ganz leichten Salzwasser (1 EL Salz auf 1 Liter Wasser) taucht. Zur Frischerhaltung der Luft im Krankenzimmer besteckt man einen Apfel mit Lorbeerblättern und Nelken und hängt ihn beim Krankenbett auf. Äpfel regen den Reifeprozess von Birnen, Pfirsichen und Tomaten an. Deshalb zu unreifen Früchten einen Apfel legen und alles an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren. Bei hartnäckigem Durchfall isst man nichts anderes als 1 kg geschälte, geraffelte Äpfel. Diese Menge in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt essen. Die Äpfel sorgen für «Darmhygiene», das heisst, sie saugen Fäulnisstoffe und Bakterien im Darm auf. Bei Magenschmerzen und Erbrechen: jede halbe Stunde einen Kaffeelöffel geraffelten Apfel essen. Mit regelmässigem Apfelgenuss hält man den Cholesterinspiegel nieder. Zahnreinigung: die Fruchtsäuren des Apfels reinigen die Zähne und die Mundhöhle von schädlichen Bakterien. (Hilfsmassnahme, wenn man die Zahnbürste vergessen hat). Wichtig: Nie direkt nach dem Apfelgenuss die Zähne mit der Bürste putzen, man würde die Fruchtsäure einmassieren, welche den Zahnschmelz dann angreifen könnte. Bei Hals- und Schluckweh: Umschläge mit einem in lauwarmen Apfelsaft getauchten Tuch helfen. Bei Fieber: getrocknete Apfelschalen zu gleichen Teilen mit Goldmelisseblättern vermischen, 1 EL der Mischung mit 1&Mac218;2 Liter kochendem Wasser übergiessen, zirka 10 Min. ziehen lassen, mit Honig süssen, heiss trinken. Bei Nervosität hilft frischer Apfeltee: einen Apfel scheibeln, mit zirka 1 Liter heissem Wasser übergiessen, zirka 2 Std. ziehen lassen. Rezept Der Apfel ist auch deshalb so beliebt, weil man ihn sehr vielfältig verarbeiten kann. Man kann ihn dämpfen, braten, frittieren, backen und ihn dabei für süsse und pikante Speisen einsetzen. Nicht zu vergessen ist natürlich der feine Most, der ein herrliches Getränk ist und danebst auch beim Kochen Einsatz findet. Apfel-Tiramisu Vor- und zubereiten: zirka 40 Min. für eine Form von zirka 2 Litern Zutaten: Apfelringe: 75 g Zucker 2 Esslöffel Wasser 3 Tropfen Zitronensaft 50 g Butter, in Stücken 4 Äpfel (zirka 600 g) 1 Zitrone, nur Saft Mascarponemasse: 250 g Mascarpone 150 g Rahmquark 75 g Zucker 1 Apfel, geschält, in Würfeli 3 Esslöffel warmes Wasser 3 Esslöffel Caramelsauce der Äpfel 2 Esslöffel Calvados zirka150 g Löffelbiskuits Zubereitung: Apfelringe: 1. Zucker mit Wasser und Zitronensaft in einer weiten Pfanne ohne Rühren aufkochen. Hitze reduzieren, unter gelegentlichem Hin- und Herbewegen der Pfanne köcheln, bis ein hellbrauner Caramel entsteht. Pfanne von der Platte ziehen. 2. Butter beigeben, schmelzen. 3. Äpfel schälen, Kerngehäuse ausstechen, in zirka 5 cm dicke Ringe schneiden. 4. Apfelringe mit dem Zitronensaft mischen, zum Caramel geben, bei mittlerer Hitze zirka 10 Min. offen köcheln. Pfanne von der Platte nehmen, Apfelringe auskühlen. Mascarponemasse: 1. Mascarpone mit dem Schwingbesen in einer Schüssel glatt rühren, Quark und Zucker beigeben, gut verrühren. Apfelwürfeli darunter mischen, zugedeckt kühl stellen. 2. Wasser, Caramelsauce und Calvados verrühren. Einfüllen: 1. die Hälfte der Löffelbiskuits mit der gezuckerten Seite nach unten auf den Boden der Form legen. 2. Die Hälfte der Caramel-Flüssigkeit da-rüber träufeln, dann mit der Hälfte der caramelisierten Apfelringen belegen und die Hälfte der Mascarponemasse darauf verteilen, glatt streichen. 3. Die restlichen Biskuits einzeln in die Flüssigkeit tauchen, darauf legen, mit restlichen Apfelringen und Mascarponemasse bedecken, glatt streichen. 4. Zugedeckt mindestens 2 Std. kühl stellen. LBBZ Arenenberg, Hauswirtschaftliche Bildung, Marianne Barth |
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