Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Der Biomilchmarkt entwickelt sich weiterhin erfreulich

Ausgabe Nummer 11 (2017)

An der Hauptversammlung der PMO Züger/ Foster in Herisau war zu vernehmen, dass die grossen Exporte der Züger Frischkäse AG, Oberbüren, den Biomilchmarkt in der Schweiz abräumten.

«Die langsame Erholung des konventionellen europäischen Milchmarktes wird auch bei uns langsam preiswirksam», stellte Godi Sigfried, Präsident der PMO Züger/Foster, zu Beginn der Hauptversammlung fest. Bei der Biomilch hat sich die Marktsituation von einem leichten Angebotsüberhang zum regen Nachfragemarkt gewandelt. Die grossen Exporte der Firma Züger räumten den gesamten Biomilchmarkt in der Schweiz ab und führten dazu, dass in den milcharmen Sommermonaten sogar Biomilch für den Veredlungsverkehr importiert werden konnte. «War dieser Import am Anfang auch in der Biomilchbranche sehr umstritten, musste doch festgestellt werden, dass der grosse Milchbedarf von Züger der gesamten Biomilch nützt», sagte Siegfried. So könne die gesamte, zu Marktpreisen verfügbare Biomilch aus der ganzen Schweiz, an Züger geliefert werden.

Erst wenn das Inlandpotenzial ausgeschöpft ist wird importiert
Siegfried bekräftigte: «Erst wenn das Inlandpotenzial ausgeschöpft ist, wird importiert. Das ist die idealste Situation die wir haben können», stellte Siegfried fest. Rund neun Monate sei die Nachfrage und das Angebot an Biomilch im Gleichgewicht mit leichter Neigung zum Nachfrageüberhang. In allen drei Sommermonaten müsse importiert werden. Auch bei Bio Suisse freue man sich über den grossen Biomilchbedarf von Züger, auch wenn man sich mit der Kommunikation etwas schwer tue. «Schön wäre es wenn bei der konventionellen Milch etwas ähnliches passieren würde», meinte Sigfried. Solange in der Schweiz noch Milch unter dem Richtpreis verkauft werde, sei eindeutig zuviel Milch auf dem Markt. Er hofft, dass durch den BOM-Beschluss für mehr Verbindlichkeit in den Milchkaufverträgen, etwas mehr Ordnung auf dem Schweizer Milchmarkt entsteht. Thomas Gisler und Peter Merk erklärten ihren Rücktritt aus dem Vorstand. Neu wurde Daniel Kalberer in den Vorstand gewählt.

Foster lobt gut Milchqualität
Markus Forster, Geschäftsleitung und Verwaltungspräsident der Molkerei Forster, Herisau, dankte den Milchlieferanten für die ausgezeichnete Qualität der gelieferten Milch. Nach seinen Aussagen konnte im Berichtsjahr eine Umsatzsteigerung von sechs Prozent erreicht werden. 50 Prozent der Milch werden für die Joghurtproduktion, 25 Prozent für Milchprodukte und 25 Prozent für Rahm und Butter verwendet. Eine erfreuliche Nachfrage erfährt auch die Bergmilch. Total wurden 8 Mio. Kilo Milch verarbeitet. In nächster Zeit werden vier neue Joghurt-Sorten lanciert.

160 Millionen Kilo Milch verarbeitet
Christof Züger, CEO der Züger Frischkäse AG, sein Bruder Markus, CEO-Stellvertreter und Claudia Kuratli, Marktingleiterin, informierten über das vergangene Geschäftjahr. Der Umsatz konnte von 158 Millionen Franken auf 170 Mio. Franken gesteigert werden. Es wurde eine Milchmenge von 160 Mio. Kilo Mich verarbeitet (Vorjahr: 133 Mio. Kilo Milch). 410 Bauern liefern ihre Milch an die Züger Frischkäse AG. Im 2008 exportierte Züger 1685 Tonnen und im vergangenen Jahr waren es 7096 Tonnen, was einer Zunahme von 78,8 Prozent entspricht. Wie Christof Züger erklärte, lag der durchschnittliche Milchpreis in der Schweiz bei 53,3 Rappen pro Kilo Milch, bei Züger 55,1 Rappen (ca. 500 Liter pro Tag), 56,2 Rappen (ca. 1000 Liter pro Tag).

Marketing ist sehr wichtig
Claudia Kuratli, erklärte, dass beim Marketing auf einladende Verpackungen geachtet werde. Die Züger Frischkäse AG präsentierte sich an Nationalen OFFA, OLMA; IGEHO Internationale Fachmesse Hotellerie Basel, sowie an internationalen Messen BioFach, Nürnberg; GulFood, Dubai und Anuga, Köln. Der Pizzakäse «Grossformat» für Industrie und Gastronomie wird von Oberbüren nach Deutschland verlagert. Damit soll Oberbüren genügend Kapazität für Wertschöpfungsprodukte und Kleinpackungen erhalten.


Mario Tosato













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