Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Der Herbst naht und die Zuckereinlagerung beginnt

Ausgabe Nummer 33 (2015)

Weiterhin sommerliches und warmes Wetter mit vereinzelten gewittrigen Niederschlägen prägten auch die letzten Wochen. Die Reben stehen nach wie vor erstaunlich schön. Das Wachstum hat nun merklich abgenommen, und der physiologische Wechsel der Rebe auf die Zuckereinlagerung hat begonnen.

Guter Sommer ermöglicht etwas früheren Farbumschlag
Der Sommer ist den meisten Reben gut bekommen. Dort, wo auch Junganlagen bewässert werden konnten, haben sich auch diese soweit gut entwickelt. Allgemein hat sich die physiologische Entwicklung der Reben, je länger das Jahr dauerte, immer etwas mehr nach vorne verschoben. War der Austrieb zu einem normalen Zeitpunkt, ist der Farbumschlag wie erwartet nun einige Tage früher als normal eingetreten. Deshalb wurde der Abschlusstermin für die Botrytisbehandlung von Agroscope auf den 15. August 2015 vorverlegt.

Gute Qualität erfordert Ertragsregulierung
Trotz guter Ausgangslage und Trockenheit ist eine angepasste Ertragsregulierung auch in diesem Jahr angezeigt. Die Traubenbeeren sind zwar durch die geringen Niederschlagsmengen eher klein. So oder so ist es aber für die Qualitätsweinproduktion entscheidend, dass unterentwickelte, zurückgebliebene oder überschüssige Trauben entfernt werden. Der Zeitpunkt ist kurz vor dem vollendeten Farbumschlag ideal und bringt die besten Ergebnisse im Hinblick auf eine optimale Ausreife der hängenden Ernte.

Situation Kirschessigfliege
Bis dato sind die Fangzahlen der Kirschessigfliege im Rahmen des kantonalen Beobachtungs- und Meldestellennetzes tief. Es werden je nach Standort und Sorten einzelne Fänge (Männchen) verzeichnet. Aktuell gilt es, die flankierenden Massnahmen mit Auslauben und Mähen des Unterstockbereichs umzusetzen. Auch Meldungen aus den anderen Kulturen wie den Beeren oder dem Steinobst deuten aktuell auf eine tiefe Population hin. Gleichwohl ist der Zuflug aus benachbarten Habitaten wie Kirschbäumen oder Brombeeren nicht zu unterschätzen und nach Bedarf das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich die Kirschessigfliege an feuchten und geschützten Orten in Hecken, Wald oder in Bodennähe aufhält und plötzlich, wenn die Bedingungen wieder stimmen, auf die Kulturen wechselt und damit die Fangzahlen rapide ansteigen können. Die aktuellen Fangzahlen finden sich wöchentlich aktualisiert auf der Homepage unter www.la.sh.ch


Markus Leumann,
Fachstelle Weinbau Schaffhausen/Thurgau




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