Ausgabe Nummer 27 (2006)

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Der «Kaviar» vom Sonnenbühl

Thurgauer- und Schaffhauser Beerenproduzenten



An einer Medienkonferenz der Thurgauer und Schaffhauser Beerenproduzenten wurde in Lanzenneunforn nebst aktuellen Informationen über die laufende Beerenernte der Walderdbeeranbau vorgestellt.

«Für uns sind die kleinen süssen Walderdbeeren der Kaviar vom Sonnenbühl,» sagt der Thurgauer Beerenpionier Andreas Aeschbacher. Er hat dabei allen Grund, bei dieser Marktneuheit von Kaviar zu sprechen. Einerseits gelten die von ihm in Pionierarbeit im Freien angebauten ersten aromareichen Walderdbeeren kulinarisch als eine ganz besondere Spezialität, und anderseits ist auch der Preis für die kleinen, schön ausgereiften Früchte mit Kaviar vergleichbar. Für ein Kilo Beeren muss der Kunde tief in die Tasche greifen, es kostet zwischen 80 und 100 Franken. Auf seinem Beerenbetrieb hat Aeschbacher nach umfangreichen Anbauversuchen und Sortenvergleichen auf 7 Aren 5000 Walderdbeerenstöcke gepflanzt und darf die erste richtige Ernte einfahren. Sorgfältig müssen die kleinen, kaum Fingerbeeren grossen Früchte abgelesen werden. Sie werden gepflückt und in Schalen zu 80 Gramm abgefüllt. Wiederum 8 Schalen ergeben eine vierteilige Styropor-Verpackungseinheit, die extra dafür entwickelt wurde. Im untersten Element befinden sich eine Kühleinheit und eine Zwischeneinlage, welche die darüber in den Schalen verpackten Beeren während des Transportes und im Verkaufslokal kühlen.

Aktuelle Lage auf dem Beerenmarkt

Die Vereinigung der Thurgauer und Schaffhauser Beerenpflanzer nutzte den Anlass, um auch über die laufende Erdbeerernte zu informieren. Wir rechnen in diesen Tagen, und mitten in der Erdbeerenernte, mit 32 bis 33 Tonnen Erdbeeren pro Tag, betonte Peter Konrad von der Thurgauer Zentralstelle für Beerenbau. Während im nationalen Bereich bereits über 60 Prozent der Ernte erfolgt ist, liegen der Thurgau und Schaffhausen erst bei etwa 40 Prozent. In der ersten Juliwoche rechnet Konrad mit 100 Tonnen. Die bewusst verzögerte Produktion führt er auf die gestaffelte Ernte mit verschiedenen Anbaumethoden zurück. «Wir wollen nach Möglichkeit während 180 Tagen den Markt mit den süssen Früchten abdecken», betont er.

Roland Müller


Für frische Walderdbeeren wurde 
eine spezielle Verpackung 
entwickelt. (rm).
Für frische Walderdbeeren wurde eine spezielle Verpackung entwickelt. (rm).