Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. Juli 2018


Der Markt liegt vor der Tür - 50% des Käseexportes geht nach Deutschland

Ausgabe Nummer 20 (2017)

Um es gleich vorweg zu nehmen, der Thurgau hat gemäss der nachfolgenden Aufzählung, eine überaus vorteilhafte Position:
1. Durch die deutsche Haupttraubensorte «Müller Thurgau» ist der Name «Thurgau» bei den Deutschen äusserst gut bekannt.
2. Die Ostschweiz ist mit dem Rhein, Bodensee und der Bergwelt bei sehr vielen Süddeutschen ein bekanntes Besuchsgebiet mit hohem Wert.
3. Raclette und Fondue sind auch deutsche Festtagsspeisen für die Wintermonate, wobei Raclette im Sommer immer mehr auch zu den Grilladen kommt.
4. Die «Heumilch Schweiz» kann von der Vorarbeit der «Heumilch Österreich» am Markt profitieren, da die Österreicher Heumilchprodukte in etwa auf dem Preisniveau der Schweiz gehandelt werden.

Nachdem in den letzten Jahren einiges unternommen wurde, um vom Thurgau aus den süddeutschen Markt zu bearbeiten, gilt es nun weitere, grössere Schritte zu unternehmen. Konkret heisst dies, dass die erfolgreichen Auftritte des Thurgaus an der Frühlings-Südwestmesse in Villingen-Schwenningen, nun abgelöst werden mit ebenso wirkungsvollen Auftritten in grossen deutschen Einkaufszentren.
Die wertvolle Arbeit der Bäuerinnen und Käsereibetriebe direkt an der Verkaufsfront, bringen immer wieder neue Erkenntnisse zur Marktbearbeitung. Erstaunlich sind immer wieder die Aussagen der süddeutschen Kunden, wie sehr sie den Schweizer Käse schätzen und deshalb bereit sind, etwas mehr dafür zu bezahlen. Oft liegt da das Preisniveau sogar über demjenigen der Schweiz.

Heumilch mit grossem Potenzial
So auch am Beispiel der Heumilchprodukte, welche in Deutschland ein grosses Potenzial haben. Dies nicht zuletzt, weil durch die Arbeitsgemeinschaft ARGE «Heumilch Österreich» gute Vorarbeit geleistet wurde.
Aus diesem Grund ist nun wichtig, dass Produkte mit dem «Heumilch-Label» auch vom Thurgau für den Export aufbereitet werden. Diesbezüglich findet MANAGEMENT vom 7. bis 11. Oktober 2017 in Köln die ANUGA statt, eine internationale Leitmesse der globalen Ernährungswirtschaft. Dabei haben die Organisationen «Heumilch Österreich» und «Heumilch Schweiz» einen einheitlichen Aufritt.
Zusätzlich bieten sie uns, unter grosser Beteiligung von Käsehändlern aus dem süddeutschen Raum, die Hand, um in ihrer Organisation grossangelegte Käseverkostungen von Schweizer/Thurgauer Käse in den deutschen Verkaufszentren zu realisieren. Somit stehen viele Zeichen für den Thurgauer Käse auf Grün. Es gibt wohl viel zu tun, aber es lohnt sich – geht es doch jährlich um 30 000 Tonnen Schweizer Käse für den Export nach Deutschland. Von diesem Marktanteil möchten wir Thurgauer uns ein grosses Stück abschneiden!


Bernhard Müller
Leiter Regional Entwicklung
BBZ Arenenberg
















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