Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Der Moment als höchster aller Lebensgenüsse

Ausgabe Nummer 3 (2016)

Frauenfeld: Landfrauentage 2016

An den Thurgauer Landfrauentagen forderte der Jodler und Komponist Ruedi Roth Momenterlebnisse bewusst zu leben.

Der Thurgauer Landfrauenverband führt im Januar jeweils an vier verschiedenen Standorten die traditionellen Landfrauentage durch. Begonnen wurde die 87. Auflage in diesem Jahr in der Kirche Frauenfeld und wird in den Kirchen von Ermatingen, Weinfelden und Arbon fortgesetzt. Dazu erklangen zu Ehren der Landfrauen die Kirchenglocken, was dem Anlass jeweils eine besonders feierliche Note verleiht. 87 Jahre klingen nach alt und vergraut, meinte Regula Böhi-Zbinden, die in ihrer noch jungen Amtszeit als Präsidentin des Landfrauenverbandes erstmals die Gäste und Landfrauen willkommen hiess, in ihrer Begrüssung. Doch das Gegenteil sei der Fall, die schöne Tradition solle gepflegt werden, dies nicht als alte Asche, sondern als glühende Flamme, die erhalten und weiter gegeben wird.

Dank an die Bäuerinnen
Köbi Hug überbrachte die Grüsse vom Verband Thurgauer Landwirtschaft und bedankte sich für das grosse Engagement der Bäuerinnen und Landfrauen. «Landfrauen schaffen Werte, die von der Hauswirtschaft in die Landwirtschaft und von dort auf die ganze Volkswirtschaft Auswirkungen haben, sie bringen Blumen, Licht und Wärme auf die Höfe.» Ruedi Roth aus Hemberg, bekannt als Jodler, Dirigent, Chorleiter und Komponist, erfreute an den diesjährigen Thurgauer Landfrauentagen nicht nur als Referent, sondern auch als Jodler die zahlreichen Landfrauen. Andächtig und still wurde es, als er mit seiner Schwester Annemarie Baumann den Mittelgang beschritt und dazu mit einem Zäuerli den Kirchenraum erfüllte.

Die Natur öffnet einem die Augen
Unaufhaltsam begehe sie ihren strukturierten Pfad, die Zeit; die Spanne reiche von Jahren über Tage, Stunden bis hin zum kürzest möglichen Zeitwert, dem Moment. Dieser könne den höchsten aller Lebensgenüsse bedeuten. Es gelte, öfters einmal den üblichen Gedankengang zu unterbrechen, der sich täglich durch schlechte Nachrichten einschleicht, um sich mehr auf Momentaufnahmen zu fokussieren. Plötzlich merke man, von was für glücklichen Umständen man trotz vielen unerfreulichen Begebenheiten begleitet werde. Das könne ein feines Essen, schöne Musik oder ein Waldspaziergang sein, bei dem der Kopf so richtig durchlüftet werde. Die Natur öffne die Augen und erlaube uns, inne zu halten, in diesem Moment an das eigene Talent und die eigenen Fähigkeiten zu glauben und dabei sein Glück zu erkennen. Mit dem Jodellied «en Moment» rundeten Ruedi Roth und Annemarie Baumann den Landfrauentag ab.


Hanni Schild



Köbi Hug vom VTL und Präsidentin Regula Böhi-Zbinden mit Ruedi Roth und seine Schwester Annemarie Baumann-Roth. Ihre Jodellieder gaben den diesjährigen Landfrauentagen eine besondere Note. (zVg)

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