Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Der Rückgang von Emmentaler AOC bereitet der Thurgauischen Käse-Reifungs AG Sorgen

Ausgabe Nummer 36 (2015)

Die Aktionäre genehmigten an der Generalversammlung vom 28. August auf dem Thurberg Weinfelden die Kürzung der Dividende von 3 auf 2 Prozent.

In seinem Grusswort wies Jürg Fatzer, Verwaltungsratspräsident der Thurgauischen Käse-Reifungs AG, auf das 50-Jahr-Jubiläum, welches letztes Jahr gefeiert wurde. Doch die Realität in der Käsewirtschaft hat die Wirklichkeit eingeholt. Der Emmentaler AOP, einst der Stolz der schweizerischen Käsewirtschaft, verliere an Bedeutung und mache der Branche Sorgen. Nach Fatzers Aussagen war im Jahr 2004 noch jedes fünfte Kilogramm Schweizer Käse ein Emmentaler. Zehn Jahre später ist die produzierte Jahresmenge von 33 500 Tonnen auf 20 300 Tonnen zurückgegangen. Der Export ging von 26 000 Tonnen im Jahr 2014 auf nunmehr 14 000 Tonnen zurück.

17 Prozent weniger eingelagert
Wie Fatzer erklärte, habe die Thurgauer Käse-Reifungs AG davon profitiert, dass Produktionsstätten zusammengelegt wurden und der so fehlende Lagerplatz im Käsereifungslager gefunden wurde. Von dieser Tendenz sei heute nichts mehr zu spüren. Im verflossenen Geschäftsjahr wurden bei der Thurgauer Käse-Reifungs AG 17 Prozent weniger Emmentaler AOP ausgereift. Da noch andere Käsesorten gepflegt wurden, fiel der Rückgang mit 10,7 Prozent geringer aus als erwartet. Mit der Ausreifung von Switzerland Swiss und Parmino liessen sich die finanziellen Einbussen etwas mildern.

Finanziell gesunde Firma
Fatzer stellte fest, dass das Käse-Reifungslager finanziell sehr gut dastehe, dazu komme, dass fast keine Schulden mehr vorhanden sind und das Betriebsgebäude in einem guten Zustand sei. Jedoch stehen nächste Investitionsschritte in die Pflegeanlage, den Transport sowie die Lagerung an. «Wenn wir investieren, dann investieren wir nur für den Emmentaler Käse, das heisst Laibe von dessen Grösse und Gewicht. Eine Umnutzung des Gebäudes istschwierig», stellte Fatzer fest. Deshalb müssten Investitionen gut überlegt sein.
Die Aktionäre genehmigten einstimmig die Reduktion der Dividende von 3 auf 2 Prozent.
Wie Ernst Lehmann, Käsermeister und Betriebsleiter, erklärte, wird zurzeit mit den bestehenden Anlagen und Transportmitteln gearbeitet. Damit könne man immer noch Geld verdienen, aber ewig gehe dies nicht so weiter, betonte Jürg Fatzer.


Mario Tosato







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