Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Die Branche verbleibt in der Weinregion Bodensee

Ausgabe Nummer 37 (2018)

Herbstversammlung Branchenverband Thurgauer Wein

An der Herbstversammlung in Neunforn haben die Mitglieder des Branchenverbandes Thurgauer Wein (BTW) mit der Beitragserteilung beschlossen, weiterhin in der Weinregion Bodensee zu verbleiben.

In der seit 2012 als Interreg-Projekt umgesetzten Weinregion Bodensee, welche sich über sämtliche Anrainerkantone und Bundesländer rund um das schwäbische Meer erstreckt, sind aktuell fünf Weinbau- und sechs Tourismusregionen organisiert. Nun läuft die Interreg VI auf Ende 2018 aus, jetzt geht es daran, den Fortbestand zu sichern. Die Thurgauer Weinbranche tut sich aber mit der weiteren Mitgliedschaft in der grenzüberschreitenden Weinregion Bodensee eher schwer. Dies zeigten die Diskussionen an der diesjährigen Herbstversammlung der Branche in Neunforn. Bereits an der Hauptversammlung im vergangenen Winter wurde intensiv über die Zukunft sowie den damit verbundenen jährlichen Beitrag von 5145 Euro diskutiert und der definitive Entscheid auf die Herbstversammlung vertagt. In der Zwischenzeit haben der Vorstand des BTW und die Träger der Weinbauregion Bodensee weitere Informationen gesammelt, um diese den Mitgliedern vorzustellen. Ab 2019 wird das Projekt ohne Fördermittel von Interreg auskommen müssen. Deshalb strebt man nach einer gemeinsam festgelegten Konzentration. In den letzten Jahren ist dabei einiges geschehen, wie Hedinger aufzeigte. So konnten die Attraktivität durch die touristische Inwertsetzung des gemeinsamen Kulturerbes Wein rund um den Bodensee gesteigert und neue Einnahmequellen generiert werden. «Wir wollen die gemeinsame Plattform pflegen und ausbauen, und imagebildende Markenarbeit für die internationale Weinregion Bodensee vorantreiben. Dies hat mit Öffentlichkeitsarbeit, Qualitätsmanagement und dem Lehrgang für Weinkulturführer zu erfolgen», so Hedinger. Konkret geht es nun um den Kostenbeitrag, den bisher Thurgau Tourismus (TGT) leistete. «Steigt der BTW aus, so wird sich auch der TGT aus dem Projekt zurückziehen », so Hendigers mahnende Worte. Entsprechend richtete er klare Empfehlungen an den BTW, indem man von einem Ausstieg absieht, da sonst das ganze Projekt zusammenbricht. Bei einer reduzierten Weiterführung soll man aber die Inhalte und Aktivtäten gemeinsam festlegen. «Wir müssen in erster Linie die Zusammenarbeit mit TGT verstärken. » Entsprechend plädierte Max Wellauer, Vorstand des BTW, auch für eine Sprechung des Beitrages. In der anschliessend sehr lebhaft geführten Diskussion wurden gewisse Zweifel und Mängel bezüglich des Erfolgs geäussert. Wegen des grossen Preisgefälles beim Wein wie auch in der Gastronomie wurde für den Schweizer Uferbereich der wirtschaftliche Nutzen etwas in Frage gestellt. Zudem wurde appelliert, dass man noch andere Marktpartner ins Boot holen müsse, da sie auch von dieser Zusammenarbeit profitieren können, sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Schlussendlich fiel die Entscheidung bei vielen Enthaltungen mit 9 zu 4 Stimmen für den Beitrag für das nächste Jahr eher deutlich aus.

Fête des Vignerons
Der Kanton Thurgau wird am 5. August 2019 am Fête des Vignerons in Vevey Ehrengast sein. Entsprechend laufen im Thurgau die Vorbereitungen auf Hochtouren. Unter dem Slogan «Thurgovie bien plus que des pommes» werden die Ostschweizer unter anderem mit einem Extrazug in die welsche Schweiz reisen, führte Priska Held vom Vorstand es BTW aus. Dabei wird der Wein eine zentrale Rolle spielen. Auf der grossen Seeplattform vor Vevey kann der Müller-Thurgau Wein degustiert werden. Zudem steht ein separates Verkaufszelt zur Verfügung, die Hauptbühne kann für kulturelle Darbietungen genutzt werden und der Thurgau wird am Festumzug teilnehmen. Gesamthaft finden im Extrazug 800 Personen Platz, wobei die Tickets ab Mitte September gebucht werden können. Der 1,5 km lange Festumzug dauert rund eine Stunde, wobei der Thurgau mit 10 bis 15 Sujets und 150 bis 275 Mitwirkenden vertreten sein wird.
Im Weiteren orientierte Verbandspräsident Markus Müller über die Tätigkeiten des Weinbauzentrums Wädenswil. Verschiedene zusätzliche Angebote sollen die gemeinsam von der Branche mitgetragene Institution stärken und ihre finanzielle Grundlage verbessern. So sind Weiterbildungsmöglichkeiten auf mehreren Stufen wie Unternehmer- und Betriebskurse zu Themen wie Betriebsführung, Verkauf, Marketing, Finanzen oder Boden geplant.


Roland Müller










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